Hitler bei Kurt Eisners Trauerzug

Eine Quelle wie unentschlossen Hitler zum Thema Antisemitismus noch 1919 war habe ich gefunden: NS-Archiv : Dokumente zum Nationalsozialismus : Hitlers "Gutachten zum Antisemitismus"

Danke für die Verlinkung. Meine Meinung das die Quellenlage schwierig ist, bezog sich auf die Jahre in Wien, also bis 1913.

In diesem von dir Verlinkten Gutachten, kommen genau diese antisemitischen Äusserungen hervor, die nach 1917 in der Presse gedruckt wurden.

Hitler hat den Antisemitismus nicht erfunden. Antisemitismus, ich habe den Begriff ja bereits erklärt, geht weit zurück. Der Antisemitismus mit dem wir es um 1919 zu tun haben, ist ein in Europa, Russland und den USA verbreiterter Judenhass. Nach dem Ersten Weltkrieg suchte man nach einer Erklärung für den Ersten Weltkrieg und die Russische Revolution, bei dieser Erklärung diente die jüdische Weltverschwörung als eine reizvolle Alternative zu der Wirklichkeit. Dieses Gutachten widerspiegelt nicht nur Hitlers Ansicht von 1919 sondern auch die Meinung sehr vieler Menschen in Europa.

Interessant wäre jetzt noch, wann genau er 1919 dieses Gutachten verfasst hat.

Edit: Habe es rausgefunden, das "Gutachten wurde am 16. Sept. 1919 verfasst.
 
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Doch unentschlossen:

Naja, vielleicht wäre widersprüchlich der bessere Begriff...


Da ist nichts widersprüchlich. Eindeutig rassistischer (moderner) Antisemitismus von vorne bis hinten. Die von dir zur Hälfte zitierte Stelle besagt soviel, wie: Die heutigen Führer des Staates sind dazu gezwungen, [...] zum eigenen Vorteil Unterstützung von Juden anzunehmen und Gegendienste zu erweisen. Dieser Gegendienst besteht in der Unterbindung der antisemitischen Bewegung. - Hitler beweist hier selbst, wie ausgeformt und radikal sein Antisemitismus zu dieser Zeit schon war.
 
Da ist nichts widersprüchlich. Eindeutig rassistischer (moderner) Antisemitismus von vorne bis hinten. Die von dir zur Hälfte zitierte Stelle besagt soviel, wie: Die heutigen Führer des Staates sind dazu gezwungen, [...] zum eigenen Vorteil Unterstützung von Juden anzunehmen und Gegendienste zu erweisen. Dieser Gegendienst besteht in der Unterbindung der antisemitischen Bewegung. - Hitler beweist hier selbst, wie ausgeformt und radikal sein Antisemitismus zu dieser Zeit schon war.

Das Gutachten beweist ja soviel, dass er im Sept. 1919 einen ausgeprägten modernen Antisemitismus hatte.
 
Da ist nichts widersprüchlich. Eindeutig rassistischer (moderner) Antisemitismus von vorne bis hinten. Die von dir zur Hälfte zitierte Stelle besagt soviel, wie: Die heutigen Führer des Staates sind dazu gezwungen, [...] zum eigenen Vorteil Unterstützung von Juden anzunehmen und Gegendienste zu erweisen. Dieser Gegendienst besteht in der Unterbindung der antisemitischen Bewegung. - Hitler beweist hier selbst, wie ausgeformt und radikal sein Antisemitismus zu dieser Zeit schon war.
Ich kann mir nicht helfen, ich lese das immer noch anders. Das ist doch ein Gutachten, soll heißen Hitler stellt hier Meinungen gegenüber und dort sehe ich nun mal noch keinen so eindeutig ausgeprägten Antisemitismus. Wobei man auch berücksichtigen muss, dass Antisemitismus dem damaligen Zeitgeist entsprach. Aus der heutigen Warte heraus gelesen, ist der Text antisemitisch, verglichen mit anderen Veröffentlichungen der Zeit ist er es vergleichsweise wenig. Auch im Vergleich zu Hitlers späteren Aussagen und Schriften ist in dem Gutachten eine antisemitische Tendenz noch nicht so klar rauszulesen.
 
...sag ich doch? Mein Beitrag war auf die angebliche Widersprüchlichkeit in seiner Ausarbeitung bezogen. Da sehe ich keine.

Ja klar. Wollte nur noch einmal das Datum unterschreichen. :winke:

Da ich es noch wichtig finde, dass dieser Text im Sept. verfasst wurde und nicht im Feb. wo der Trauerzug stattfand.
 
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Ich kann mir nicht helfen, ich lese das immer noch anders. Das ist doch ein Gutachten, soll heißen Hitler stellt hier Meinungen gegenüber und dort sehe ich nun mal noch keinen so eindeutig ausgeprägten Antisemitismus. Wobei man auch berücksichtigen muss, dass Antisemitismus dem damaligen Zeitgeist entsprach. Aus der heutigen Warte heraus gelesen, ist der Text antisemitisch, verglichen mit anderen Veröffentlichungen der Zeit ist er es vergleichsweise wenig. Auch im Vergleich zu Hitlers späteren Aussagen und Schriften ist in dem Gutachten eine antisemitische Tendenz noch nicht so klar rauszulesen.

Du hast recht, wir müssen aufpassen, dass wir unser heutiges Wissen nicht in diesen Text reininterpretieren

Aber ich lese schon heraus, dass Hitler schon ein ausgeprägter Antisemitismus entwickelt hat. Was in dieser Zeit nichts Aussergewöhnliches war. Ich lese zwei Dinge aus diesem Text heraus

1. Es ist ein Spiegel eines weitverbreiteten Denkens in der damaligen Gesellschaft.

2. Hitler zeigt hier dass er ebenfalls ein solches Denken entwickelt hat. In wie weit er seinem Auftraggeber imponieren wollte, wissen wir nicht. Da dieser Unbekannt ist.
 
Ich kann mir nicht helfen, ich lese das immer noch anders. Das ist doch ein Gutachten, soll heißen Hitler stellt hier Meinungen gegenüber und dort sehe ich nun mal noch keinen so eindeutig ausgeprägten Antisemitismus. Wobei man auch berücksichtigen muss, dass Antisemitismus dem damaligen Zeitgeist entsprach. Aus der heutigen Warte heraus gelesen, ist der Text antisemitisch, verglichen mit anderen Veröffentlichungen der Zeit ist er es vergleichsweise wenig. Auch im Vergleich zu Hitlers späteren Aussagen und Schriften ist in dem Gutachten eine antisemitische Tendenz noch nicht so klar rauszulesen.

Nein, er schreibt hier nur seine Meinung, die des Gutachters. Und diese ist konsequent radikal antisemitisch:
Gefahr die das Judentum für unser Volk heute bildet
bewusst oder unbewusst planmässig verderblichen Wirkens der Juden als Gesamtheit
...und so fort. Das Judentum als "Rassentuberkulose der Völker" zu beschreiben gehört schon zum Extremsten, was der damalige Antisemitismus zu bieten hatte. Hitler zeigt hier eindeutig die radikale, rassistische Position.
Ich lese den Text so wie er ist, ohne eine verzerrende Brille meines heutigen Verständnisses von Antisemitismus aufzusetzen.
 
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Wie kann man die im Text vertretenen Thesen denn noch steigern? (Also die "Entfernung jüdischer Elemente" ist doch genau das, was Hitler später umsetzte)
Extremer wäre-was?
Und die antisemitische Tendenz braucht es doch gar nicht, es ist wirklich klar:
Zitat:
Der Antisemitismus der Vernunft jedoch muss
führen zur planmässigen gesetzlichen Bekämpfung und Beseitigung
der Vorrechte des Juden die er zum Unterschied der anderen
zwischen uns lebenden Fremden besitzt. (Fremdengesetzgebung).
Sein letztes Ziel aber muss unverrückbar die Entfernung der Juden
überhaupt sein. Zu Beidem ist nur fähig eine Regierung nationaler
Kraft und niemals eine Regierung nationaler Ohnmacht.

Alles drin:
-Die Juden müssen "entfernt werden"
-Dies ist nur durch eine Regierung der Stärke=Diktatur durchzusetzen
Und das sind ja auch schon die Elemente der späteren Katastrophe: Holocaust und Diktatur.
Wo ist da jetzt die "Tendenz", das ist doch schon das Extrem?


EDIT: da war einer schneller ^^
 
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Du hast recht, wir müssen aufpassen, dass wir unser heutiges Wissen nicht in diesen Text reininterpretieren

Aber ich lese schon heraus, dass Hitler schon ein ausgeprägter Antisemitismus entwickelt hat. Was in dieser Zeit nichts Aussergewöhnliches war. Ich lese zwei Dinge aus diesem Text heraus

1. Es ist ein Spiegel eines weitverbreiteten Denkens in der damaligen Gesellschaft.

2. Hitler zeigt hier dass er ebenfalls ein solches Denken entwickelt hat. In wie weit er seinem Auftraggeber imponieren wollte, wissen wir nicht. Da dieser Unbekannt ist.


Das ist meiner Ansicht nach auch der Punkt:
Hitlers Antisemitismus ist unbestritten, war auch sehr ausgeprägt, aber zdZ nichts besonderes!

Der Holocaust ist mit dem allein mMn nicht zu erklären!
 
Wie kann man die im Text vertretenen Thesen denn noch steigern? (Also die "Entfernung jüdischer Elemente" ist doch genau das, was Hitler später umsetzte)
Extremer wäre-was?
Und die antisemitische Tendenz braucht es doch gar nicht, es ist wirklich klar:
Zitat:
Der Antisemitismus der Vernunft jedoch muss
führen zur planmässigen gesetzlichen Bekämpfung und Beseitigung
der Vorrechte des Juden die er zum Unterschied der anderen
zwischen uns lebenden Fremden besitzt. (Fremdengesetzgebung).
Sein letztes Ziel aber muss unverrückbar die Entfernung der Juden
überhaupt sein. Zu Beidem ist nur fähig eine Regierung nationaler
Kraft und niemals eine Regierung nationaler Ohnmacht.

Alles drin:
-Die Juden müssen "entfernt werden"
-Dies ist nur durch eine Regierung der Stärke=Diktatur durchzusetzen
Und das sind ja auch schon die Elemente der späteren Katastrophe: Holocaust und Diktatur.
Wo ist da jetzt die "Tendenz", das ist doch schon das Extrem?


EDIT: da war einer schneller ^^

Es kommt ganz klar die Argumentation, die man auch in den Protokollen der Weisen von Zion lesen kann, zum Ausdruck.

Diese erfunden Protokolle wurden genau in dieser Zeit in Deutschland verbreitet und in der Presse abgedruckt. Diese erfunden Protokolle wurden 1934 zur Pflichtlektüre in den Schulen des Dritten Reichs.

Hitler hat diese Protokolle mit grösster Wahrscheinlichkeit gelesen, wann das weiss man nicht. Er schreibt in "Mein Kampf" es sei völlig egal, ob sie echt oder gefälscht wären, stimmen würden sie in jedem Fall.
 
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Hierzu 2 Quellen:

a)

A. Joachimsthaler: "Korrektur einer Biographie"


b)

H. Hoffman: "Hitler, wie ich ihn sah"


Ich müsste jetzt das Bild raussuchen, aber wenn ich mich richtig erinnere, ist der Hitler auf der Vergrößerung der der beginnenden 30er Jahre, betonter Rechtsscheitel, Schnauzer, "harter Blick" während die Bilder aus dem WK einen "anderen" Hitler zeigen.
 
Das ist meiner Ansicht nach auch der Punkt:
Hitlers Antisemitismus ist unbestritten, war auch sehr ausgeprägt, aber zdZ nichts besonderes!

Der Holocaust ist mit dem allein mMn nicht zu erklären!
Ja genau, danke, das gedachte ich zu sagen: Hitler ist ein Kind seiner Zeit, was später aus im wurde lässt sich aus dem Gutachten aber noch nicht ableiten (ja, klar sieht man Tendenzen, die kann man aber bei anderen Veröffentlichungen anderer Autoren aus dieser Zeit auch sehen, das wars aber auch schon)
 
Das ist meiner Ansicht nach auch der Punkt:
Hitlers Antisemitismus ist unbestritten, war auch sehr ausgeprägt, aber zdZ nichts besonderes!

Ja, der Antisemitismus erlebte im Wien Hitlers einen Höhepunkt. Aber auch das jüdische Leben, resultierend aus Flüchtlingsbewegungen ab 1888 (Ostjudentum) erreichte seine ersten Höhepunkte. Der Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn wurde von verschiedensten Nationalitäten, Religionen und daraus resultierenden politischen Spektren bestimmt. Den Deutsch-Österreichern, die etwa ein drittel ausmachten, standen andere Ethnien in großer Anzahl mit jeweils eigenständigen nationalen Tendenzen gegenüber. Darunter waren Tschechen, Ungarn, Kroaten, Bosnier, Italiener, Ostjuden aus Galizien u.a. In diesem Gemenge der politischen Zielsetzungen, auch der Sozialismus hatte zahlreiche Anhänger, muss dem deutsch-nationalen Antisemitismus eine besondere Rolle zugesprochen werden. Auch zu dieser Zeit war das "etwas besonderes", sprich radikales. Nur innerhalb der antisemitisch geprägten Deutsch-Nationalisten um Lueger u.a. kann Hitlers Sichtweise als angepasst bezeichnet werden.
 
Ich müsste jetzt das Bild raussuchen, aber wenn ich mich richtig erinnere, ist der Hitler auf der Vergrößerung der der beginnenden 30er Jahre, betonter Rechtsscheitel, Schnauzer, "harter Blick" während die Bilder aus dem WK einen "anderen" Hitler zeigen.


Das Bild findet sich in Beitrag 11.

Es ist kein Foto aus Wien sondern wurde in München vor der Odeonskirche aufgenommen.
 
Ich müsste jetzt das Bild raussuchen, aber wenn ich mich richtig erinnere, ist der Hitler auf der Vergrößerung der der beginnenden 30er Jahre, betonter Rechtsscheitel, Schnauzer, "harter Blick" während die Bilder aus dem WK einen "anderen" Hitler zeigen.

Ich habe mal zwei Bilder rausgesucht. Das eine stammt aus dem Jahr 1919 un das andere von 1920
 

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