Mordfall Tutanchamun

Dieses Thema im Forum "Das Alte Ägypten" wurde erstellt von Imperator, 8. Mai 2004.

  1. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

  2. Party Crasher

    Party Crasher Gesperrt

    Das habe ich noch vor kurzem in einer Doku gesehen. Aber auch da wollte man nicht ausschließen, das vielleicht eine Manipulation des Wagenrads stattgefunden hat, die dann zum Sturz führte.
     
  3. Stefan70

    Stefan70 Aktives Mitglied

    Wenn man kein Rad hat kann man da natürlich viel spekulieren.
     
    2 Person(en) gefällt das.
  4. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Wie Tut ums Leben kam, lässt sich heute nicht mehr eindeutig ermitteln. Eine andere Doku, die ich kürzlich sah, wollte anhand einiger angeblicher Schnitte am Rumpf einen Schlachtentod postulieren.

    Ob es um Tut oder das Alexandergrab geht (vgl. ein Nachbarthread): Der Spekulation ist ohne handfeste Beweise Tür und Tor geöffnet.
     
  5. Donnerschlag

    Donnerschlag Neues Mitglied

    Ob Mord, Unfall oder unheilbare Krankheit - der Tod des jungen Pharao ist und bleibt mysteriös. Nun hat man schon so lange nichts konkretes darüber herausgefunden, das wird vermutlich auch so bleiben. Aber eigentlich ist das ja gerade das Spannende. So bleibt Raum für Spekulationen und Gerüchte und der Mythos Tut Ench Amun wird damit weiter befeuert. Ist doch gut so.
     
  6. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Kann sein, muss nicht sein. Immerhin entwickeln sich die wissenschaftlichen Methoden für Untersuchungen weiter.

    Ansichtssache. Gut ist es für Autoren und Fernsehdoku-Macher, denn die leben davon. Für die Wissenschaft ist es nicht gut. Sie strebt nach Erkenntnissen statt Spekulationen.
     
  7. Donnerschlag

    Donnerschlag Neues Mitglied

    Für die Wissenschaft sind klare Antworten und Erkenntnisse wichtig, das stimmt. Das Interesse der Öffentlichkeit wird aber schnell nachlassen, wenn es keinen Raum für Spekulationen mehr gibt. Nicht zuletzt ist es das Spannende, Unerklärbare, Mystische, was bei Kindern und Jugendlichen das Interesse an Geschichte weckt. Oftmals bleibt dieses Interesse lebenslang erhalten. Damit das klar ist: freilich bin ich dafür, dass das, was herausgefunden werden kann, auch entdeckt werden soll. Aber in unserer Welt ist halt mal nicht immer alles so klar und easy und das wird auch so bleiben.
     
  8. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Nicht unbedingt. Es gibt eine ganze Reihe von Persönlichkeiten wie z. B. Ramses II., Caesar, Kleopatra, Karl der Große oder Englands Heinrich VIII., deren Leben eigentlich recht gut bekannt sind und die trotzdem noch auch ein breiteres Publikum interessieren.
     
  9. LordCarnavon

    LordCarnavon Neues Mitglied

    Finde ich nicht so.Er war, für die Pharaonenzeit typisch, ein königliches Inzuchtopfer.Schon mit Schädigungen zur Welt gekommen vermutlich.Dazu als Sohn des Ketzerkönigs in einer schwierigen bis gar gefährlichen Situation.Dazu gabs genug Isnoguds, welche Pharao anstelle des Pharaos werden wollten.Da wäre es für mich eher mysteriös, wenn er das biblische Alter eines Ramses ll erreicht hätte.
     
  10. Beaker

    Beaker Aktives Mitglied

    Versteckt sich dahinter ein "Is no good" oder ist das ein echtes altägyptisches Wort? :D
     
  11. Ingeborg

    Ingeborg Moderator Mitarbeiter

    Vermutlich fehlen dir einige Groschen an der historischen Mark, so daß du den Wesir Isnogud nicht kennst, der Kalif werden wollte anstelle des Kalifen. :devil: Also gehe hin und widme dich der Lektüre.
     
  12. Heinz Gosepath

    Heinz Gosepath Gesperrt

    Richtig ist: Der Vater von Tutanchamun war Echnaton. Tutanchamun starb an den Folgen einer Beinverletzung, die er sich bei einem Wagenrennen zugezogen hatte.
     
  13. Mischa

    Mischa Aktives Mitglied

    Ich bin gerade gestern über einen Artikel gefallen, der die Version "Tod durch Verletzung beim Wagenrennen" ausschließt. Weil der Pharao aufgrund seiner körperlichen Behinderungen gar nicht zur Teilnahme in der Lage gewesen sei.

    Tutanchamun: Pharao hatte schiefe Zähnen und Klumpfuß - SPIEGEL ONLINE
     
  14. Heinz Gosepath

    Heinz Gosepath Gesperrt

    Einem Streitwagen kann man auch mit schiefen Zähnen und einen Klumpfuß fahren.Außerden befand sich in seinem Grab der eben genannte Streitwagen. Den hätte man Ihm wohl nicht als Grabbeigabe mitgegeben,wenn er dazu nicht in der lage gewesen wäre.
     
  15. Mischa

    Mischa Aktives Mitglied

    Ich denke mal, um einen Streitwagen bzw. die Pferde zu zügeln braucht man zwei freie Hände. Und wer einen Arm für die Krücke braucht, um überhaupt halbwegs sicher stehen zu können, hat die nicht.
     
  16. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Der Streitwagen war eine Art Statussymbol für einen Pharao. Pharaonen wurden bekanntlich gerne stilisiert auf Streitwagen dargestellt, wie sie gerade ihre Feinde besiegen. Somit wäre es nicht verwunderlich, wenn man einem Pharao einen Streitwagen ins Grab mitgibt, auch falls er ihn nicht fahren konnte.

    Eine so definitive Aussage ist schon sehr gewagt. Die Schwierigkeiten beginnen schon damit, dass unklar und umstritten ist, inwieweit der Zustand der Mumie "original" ist und inwieweit Verletzungen, Deformationen etc. erst nach der Entdeckung durch unsachgemäße Handhabung entstanden sind. Somit hakt es aber schon bei den Grundlagen, auf denen eine Untersuchung seiner allfälligen Leiden und seines Todes aufbauen muss. Wenn man nicht einmal weiß, ob ein bestimmter Zustand des Körpers überhaupt schon zu seinen Lebzeiten bzw. zur Zeit seines Todes bestand, kann man daraus auch nicht zuverlässig schließen, ob er etwas mit seinem Tod zu tun hatte.
    Trotzdem werden von den Medien immer mal wieder neue Untersuchungsergebnisse unter "Tutenchamuns Todesursache geklärt" präsentiert, z. B. die Wagenunfall-Geschichte oder dass er ermordet wurde oder ... Das ist aber eher unseriös, und man kann relativ sicher sein, dass ein paar Monate oder Jahre später wieder ein anderer Bericht erscheinen wird, der wieder eine andere Todesursache (oder auch eine aufgewärmte alte) als neue endgültige Klärung präsentiert.
     
  17. Heinz Gosepath

    Heinz Gosepath Gesperrt

    Wenn ich hier bei der Todesursache von einem Wagenunfall spreche beziehe ich mich auf die letzten Untersuchungen, die im Jahr 2013 durch anerkannte Wissenschaftler am Leichnam Tutanchamun vorgenommen wurden.Das ist der letzte Stand der dinge.Wenn der Leichnam in Zukunft nochmal untersucht wird, und dabei ein anderes Ergebnis heraus kommen sollte, kann ich natürlich nicht vorhersehen
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. Oktober 2014
  18. Heinz Gosepath

    Heinz Gosepath Gesperrt

    Ich denke schon, dass die Forscher die Möglichkeit eines Wagenunfalls ausgeschlossen hätten, wenn er dazu Körperlich nicht in der Lage gewesen wäre.Soviel Kompetenz kann man den Wissenschaftlern wohl zutrauen.Zu deiner Signatur wär noch zu sagen, dass es da mit Sicherheit bessere gibt.
     
  19. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Die Signatur hat eine subtile Selbstironie... Aber lassen wir die Signaturenfrage mal außen vor und beschränken uns hier auf's Thema. Weitere Bemerkungen zur Signatur bitte per privater Post.
     
  20. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Zur Streitwagentheorie:
    Es wird behauptet, Tut-ankh-Amun habe sich verheddert und sei von seinem eigenen Streitwagen überrollt worden.

    Nehmen wir an, das stimme: Das besagt nicht, dass er selbst gefahren ist.

    Nun ist aber das Problem das des Nachweises. Es gehört nicht zum Normalfall, dass einem Mediziner oder Pathologen ein Patient oder eine Leiche unter die Finger kommt, die von einem Rad eines Pferdewagens überrollt wurde. Sprich, die wenigsten Mediziner dürften in der Lage sein, ein typisches Verletzungsbild dieser Unfallart zu erkennen und es dürfte auch in der Literatur nicht allzu weit verbreitet sein. (Ich lasse mich hierin aber gerne vom Ggt. überzeugen.)
    Fürderhin wäre nicht zu erkennen, in welchem Rahmen dieser Unfall stattgefunden hätte: Wagenrennen, Jagd, Kriegszug, Spazierfahrt. Insofern ist - todesursächliche Verletzungen richtig erkannt hin oder her - es reine Spekulation zu behaupten, Tut sei von einem Wagen oder gar in einer ganz konkreten Situation überrollt worden.
     

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