Die Umschrift ist nicht mehr oder weniger "kreativ" als andere Umschriften. Der Vokal /ə/ im Mandarin hat eine gewisse Ähnlichkeit mit dem deutschen /ö/, die Transkription mit "ö" vermittelt daher oft einen besseren Eindruck vom tatsächlichen Klang als andere Transkriptionen.
Du musst mir das nicht erklären, ich habe im Laufe meines Studiums auch mal einen A1-Sprachkurs Chinesisch angefangen gehabt, von dem allerdings bis auf die Pinyin-Umschrift und 3-4 halbwegs unfallfreie Sätze nicht viel hängen geblieben ist.
Ich stelle aber fest, dass ich, da in diesem Sinne nun einmal auf Pinyin geeicht immer wenn ich irgendwelche Werke zur chineischen Geschichte oder Kultur in der Hand habe, die nicht der Pinyin-Umschrift entsprechen, ich für meinen Teil immer wieder ins Rätseln komme, mit welcher Umschrift ich es eigentlich zu tun habe und was die Pinyin-Entsprechung davon wäre.
Ich habe kürzlich ein Einfühungswerk bezüglich "Konfuzianismus" in der Hand gehabt, das der Wade-Giles-Umschrift entsprach und dass musste ich im Kopf für mich immer erst in Pinyin umsetzen um dann von Pinyin auf die Aussprache zu schließen.
Dabei kann man schon durcheinanderkommen, jedenfalls geht es mir so.
Das das "ö" durchaus eine einfachere, an der Aussprache orientierte Wiedergabe ist, dass ist mir durchaus klar, es ist allerdings für jemanden, der auf andere Umschriften geeicht ist doch sehr gewöhnungsbedürftig.
Hier liegt es aber nicht an der Transkription, sondern hier wurde auffallend schlampig abgeschrieben.
Auch das mag sein, ich sage nur, dass ich bei chinesischen Bezeichnungen wegen der verschiedenen Umschriften generell etwas nachsichtiger sein würde, einfach weil es doch sehr verschiedene Systeme mit verschiedenen Regeln gibt, was zu Verschiebungen führen kann, wenn das Umschriftsystem nicht richtig erkannt wurde, was jemandem, der sich nicht näher damit befasst hat möglicherweise nicht direkt ins Auge fällt.
Das muss 鄭和 (Pinyin: Zhènghé, Wade-Giles: Cheng Ho) sein
Mir ist durchaus klar, wer gemeint war, aber allein, wenn man Wade-Giles und Pinyin nebeneinander setzt:
hs = x = Laut der in der Aussaprache in etwa einer Überlappung von "ch" und "ß" entspricht.
Sowas und ähnliches kann jemanden, der sich damit nie befasst hat oder jemanden, der sich wie ich nur sehr oberflächlich damit befasst hat doch recht schnell durcheinander bringen und zu so mancher Verschleifung in der Wiedergabe führen, wenn nicht das richtige Umschriftsystem identifiziert wurde.