Upps, laut links-liberaler Meinung gibt es keine Rasse, also gibt es ja demzufolge auch keinen Rassismus.
Das ist so nicht ganz korrekt. Es gibt derzeit nur eine menschliche Rasse und das ist der Homo Sapiens Sapiens. Andere menschliche Rassen sind ausgestorben bzw. - durch gemeinsame Fortpflanzung - Neandertaler, um den es ja eigentlich in diesem Thread gehen sollte - in uns aufgegangen.
Es gibt auch keine Hexen und dennoch gab und gibt es bis heute Hexenverfolgung. Die Nichtexistenz von A ist also keine hinreichende Bedingung für die Nichtexistenz von B.
Die Genetik behauptet, ein Deutscher ist manchmal näher verwandt mit einen Afrikaner, als mit einen Deutschen ein oder zwei Dörfer weiter.
Tut die Genetik das?
Zwei Dörfer A und B, die nah beieinanderliegen, haben mit hoher statistischer Wahrscheinlichkeit eine einander ähnliche Bevölkerung. Dennoch ist jeder Mensch das Ergebnis seiner individuellen Herkunft. Jeder Mensch hat unzählige genealogische Verwandte, und die bloße genetische Ähnlichkeit zweier Personen ist nicht dasselbe wie ein genealogischer Verwandtschaftsgrad. Wenn du aus einem statistischen populationsgenetischen Befund eine Aussage über den Verwandtschaftsgrad einzelner Individuen machst, vermengst oder verwechselst du verschiedene Kategorien.
Wenn man aber die Äußerlichkeiten eines Deutschen vor 200 Jahren betrachtet, dann hat er gravierende Unterschiede im Aussehen gegenüber eines Hetero oder Zulu im Süden Afrikas, obwohl er mit ihm näher verwandt sein sollte. Das ist irgendwie nicht so logisch und da ich mehr aus der Wissenschaft der Mathematik komme (Logik !), völlig unbefriedigend. Also zurück zu den Basics.
Ja, wenn man einen solchen Popanz aufbaut, lässt er sich natürlich leicht widerlegen. Aber die Genetik trifft diese Äußerungen ja eben nicht.
z.B: vertritt man die "Out of Africa Theorie", die, wie der Name schon sagt nur eine Theorie ist.
Das sagst du so, "nur eine Theorie". Alltagssprache und Wissenschaftssprache unterscheiden sich hier.
Die Alltagssprache verwechselt gerne
Theorie mit
Hypothese. "Theoretisch könnte es so und so sein...."
Tatsächlich ist aber eine
Hypothese ein
Annahme, die zu beweisen ist, wohingegen eine
Theorie ein
Lehrgebäude ist, das solange als bewiesen gilt, bis neue Erkenntnisse es umstürzen.
Klar, du kannst sagen, etwas sei "nur" eine Theorie. Gewissermaßen hast du Recht, denn -
theoretisch (sic!) - kann jede Theorie umgestoßen werden. Das ist Wissenschaft. Es ist das Schicksal eines Wissenschaftlers, von seinen Nachfolgern widerlegt zu werden. Max Weber zufolge ist es sogar die Aufgabe eines Wissenschaftlers, von seinen Schülern widerlegt zu werden. Wissenschaft ist eben nicht Religion.
Also eine Hypothese ist eine Annahme, eine wissenschaftliche Hypothese ist eine auf systematischen Beobachtungen basierende Annahme, die dann falsifiziert wird. Am Ende steht die Theorie. Die ist zum Zeitpunkt gültiges Wissen. Wie lang dieses Wissen gültig bleibt, ist eine Frage des wissenschaftlichen Fortschritts. In der Theorie (sic!) wird jede Theorie irgendwann mal umgestoßen. In der Praxis kann es sein, dass eine Theorie einfach so gut den Kern des Seins erfasst (was
theoretisch nicht möglich ist), dass sie niemals umgestoßen wird.
Nur so am Rande eine Frage aus dem Verschwörungsbereich: Wenn der Mensch vom Affen abstammt, warum gibt es den Affen heute noch ? Der Homo Erectus war ihm doch überlegen und hatte gleiche Jagdgründe. Eigentlich ist die Fragestellung völlig falsch. Sie würde bedeuten, dass ich von meinem Cousin und Cousine abstamme.
Das ist nicht zu Ende gedacht. Zum einen ist der Mensch letztendlich ein Affe, nur dass er sich für etwas besseres hält, als andere Affen, sich deshalb nicht als Affe definiert. Wir sind halt die Affen, die mehr Hirnkapazität als andere haben, dafür unser wärmendes und schützendes Fell verloren haben und auch über weitaus weniger Behändigkeit verfügen....
Du argumentierst gerade in etwa so, als würden alle anderen Nachfahren deiner Großeltern aussterben müssen, damit du existieren könntest. Nein, es können mehrere Nachfahrenlinien nebeneinander existieren. Evolution passiert dann, wenn bestimmte Merkmale wiederholt weitervererbt werden, bis zwei Abstammungslinien sich so weit voneinander entfernt haben, dass nicht mehr von einer gemeinsamen Art zu sprechen ist.
Das kann sein, weil Populationen voneinander isoliert werden oder sich isolieren.
Also angenommen, du hast zwei Abstammungslinien von Elefanten, die durch einen Kontinentaldrift voneinander getrennt werden. Einige hunderttausend Jahre später ist die eine Art verzwergt, weil kleinere Tiere mit einer reduzierten Fläche und dem damit einhergehenden Nahrungsdefizit besser umgehen konnten, bei der anderen haben sich aufgrund von Kälte haarigere Exemplare besser durchsetzen können.
Oder eine Finkenpopulation frisst die Samen einer bestimmten Baumart, eine andere die einer bestimmten Kaktusart. Sie nisten nahe ihrer Futterplätze und in einigen zehntausend Jahren haben sie sich optisch voneinander getrennt, sie sind immer noch Finken, sie können sich immer noch untereinander fortpflanzen, aber ihr Gefieder ist ganz unterschiedlich, so dass man zwei Arten voneinander unterschiedlichen Aussehens, Nistverhaltens und Futterpool trennen kann.