Neue archäologische Entdeckungen

Dieses Thema im Forum "Archäologie" wurde erstellt von Carolus, 4. August 2017.

  1. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Das Schiff ist geborgen worden, gestern wurden die Bergungsarbeiten abgeschlossen. Man konnte u.a. feststellen, dass das Schiff nach einer Havarie wieder flott gemacht worden war, was für den Wert solcher Schiffe im 12. Jhdt. spreche, so der leitende Archäologe im Radio. Man hat das Schiff unter Wasser auseinandergebaut und sämtliche Holzteile gegen Austrocknung in Folie eingeschlagen nach Münster transportiert, wo sie wieder gewässert wurden und nun in einem mehrjährigen chemischen Verfahren entwässert werden sollen, so dass das Holz sich nicht verzieht, danach soll das Schiff wohl wieder zusammengesetzt und ausgestellt werden. Wird sicherlich ein Highlight in "Härne" (im Pott spricht man Herne mit "ä" aus).
     
    flavius-sterius, schwedenmann und Carolus gefällt das.
  2. Apvar

    Apvar Premiummitglied

    flavius-sterius und Carolus gefällt das.
  3. Stilicho

    Stilicho Aktives Mitglied

    Zumindest im Artikel der Welt berichtet die reißerische Überschrift das Gegenteil vom Rest des Artikels, der nämlich sagt, dass Doggerland eben NICHT durch das Storegga-Ereignis vollständig unterging, sondern sich "nur" die Lebensbedingungen dramatisch verschlechterten und Doggerland erst mit Anstieg des Meeresspiegels einige Jahrhunderte später verschwand. Mitnichten wurde England durch den Tsunami zur Insel.
    Der Autor des Welt-Artikels hat entweder gar nichts verstanden, oder die Knaller-Überschrift war zu verlockend.
     
    El Quijote und Hotte143114 gefällt das.
  4. Hotte143114

    Hotte143114 Aktives Mitglied

    Na ja, ich nenne die "WELT" öfter die "Edel Blöd" ;)
     
    Carolus und El Quijote gefällt das.
  5. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Meistens letzteres.
     
  6. Kochant

    Kochant Aktives Mitglied

    Traklson und schwedenmann gefällt das.
  7. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

  8. Naresuan

    Naresuan Aktives Mitglied

    Carolus, schwedenmann und Xander gefällt das.
  9. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    In Tauste (Zaragoza) haben spanische Archäologen einen Friedhof aus dem 8. Jhdt. dokumentiert, dessen Belegung islamisch war (Ausrichtung der Toten nach Mekka). Allerdings sagte die leitende Archäologin, dass die Toten vor Kurzem zum Islam bekehrte Einheimische gewesen seien. Woran das festgemacht wurde, wurde nicht gesagt, ich nehme an - da der islamische Bestattungsbrauch Grabbeigaben ja verbietet -, dass man das anhand von Strontium-Isotopen-Analysen so festgelegt hat.
     
    Apvar und Carolus gefällt das.
  10. schwedenmann

    schwedenmann Aktives Mitglied

  11. Muspilli

    Muspilli Aktives Mitglied

    In diesem Jahr wurde auch noch einmal so etwas wie ein revolutionärer Fund im Maya-Gebiet gemacht: "die älteste jemals im Maya-Gebiet gefundene Monumentalkonstruktion" - heißt es (z. B. Flach, aber riesig: Älteste und größte Monumentalanlage der Maya entdeckt - Wissen - Tagesspiegel ). Mich irritiert, dass aber anscheinend noch keine maya-typischen Funde bei den Grabungen gemacht wurden. Als ich nach Dokumentationen in der ZDF-Mediathek suchte, war ich erst kürzlich auf diese Nachricht zur entdeckten Monumentalanlage angeblich der Maya namens Aguada Fénix gestoßen. In der Nature berichtete davon Patricia A. McAnany am dritten Juni des Jahres:
    "Unerwartet früh", zumindest f. die Maya, denn Anlage liegt in Tabasco u. damit noch durchaus in der unmittelbaren Nähe zum 'olmekischen' Mutterland Mesoamerikas. Die Zugehörigkeit zu dieser Kultur mit einer erst einmal berechneten Dauer von etwa 1000 bis 750 v. Ztr. lässt sich bestimmt irgendwie gut einfügen in die formative Periode: Auch die sog. (archäolog.) Olmeken verließen - aus welchen Gründen auch immer ihre Stätten, sie kannten schon den Kanalbau; solche Anlagen hat man wohl auch schon jetzt in in Aguada Fénix identifiziert, wie Daniela Triadan für die angebliche Mayastätte angibt, sowie Funde von Miniaturäxten und Figurinen aus Jade, was ebenfalls eher typisch für Olmeken war, von denen die Maya ja bekanntlich so vieles lernten.

    Edit
    Die These, dass es sich um eine Maya-Anlage handelt, wurde tatsächlich sehr bewußt lanciert:
    vgl. auch Takeshi Inomata, Daniela Triadan, et al., Monumental architecture at Aguada Fénix and the rise of Maya civilization: Monumental architecture at Aguada Fénix and the rise of Maya civilization | Nature f. den Artikel
    Kardinalargumente der Forschergruppe ist wohl die Identifizierung einer stufenpyramidale Kontruktionen (sog. E-Gruppe) , die als Observatorium für die Maya gedient hätten (mit Hinweis auf D. A.Friedel, et al. (Eds), Maya E Groups. Calendars, Astronomy, and Urbanism in the Early Lowlands (Univ. Press Florida, 2017).
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. Dezember 2020
  12. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

    In England wurde ein römisches Mosaik entdeckt:

    Chedworth Roman Villa: Mosaic's age stuns historians

    Nach Radiokarbondatierung aus der Umgebung des Fundes wurde das Mosaik in das fünfte Jahrhundert datiert, also in das sogenannte dark age. Bisher ist man davon ausgegangen, dass in diesem Zeitraum die römische Zivilisation in Britannien aufgehört hatte zu existieren.
     
    Muspilli, beetle, Kochant und 3 anderen gefällt das.
  13. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

    Und jetzt auch in der deutschen Presse:

    Archäologie-Fund: So luxuriös-dekadent liebten es die romanisierten Barbaren Britanniens - WELT
     
    Muspilli gefällt das.
  14. Pardela_cenicienta

    Pardela_cenicienta Aktives Mitglied

    Diese Villa in dieser Zeit. Vielleicht darf man sich den Hof von König Arthur sogar römisch-elegant geprägt vorstellen?
     
  15. cyrus

    cyrus Mitglied

    Diese archäologische Entdeckung überrascht mich nicht, denn wenn es stimmt, dass römische Städte zwischen dem 4. und 5. Jahrhundert n. Chr. Zusammenbrechen, zeigen die großen Landvillen im 4. Jahrhundert n. Chr. Einen starken Reichtum (die meisten der schönsten Mosaike des römischen Britannia gehören zu den spätantiken Villen).
    Obwohl viele dieser Villen im 5. Jahrhundert n. Chr. Verlassen wurden, dachte ich immer, dass dies nicht in ganz Roman Britannia der Fall sein könnte. Die Angelsachsen werden erst ab der Mitte des 5. Jahrhunderts n. Chr. die Kontrolle über die Insel übernehmen, so dass einige römisch-britische Eigentümer noch die finanziellen Möglichkeiten und Kontakte zu den Handwerkern Galliens gehabt hätten, um ein Mosaik in Auftrag zu geben.
     
    Muspilli und Carolus gefällt das.
  16. schwedenmann

    schwedenmann Aktives Mitglied

    Carolus und Traklson gefällt das.
  17. Pardela_cenicienta

    Pardela_cenicienta Aktives Mitglied

    Auf der westlichen Kanareninsel La Palma wurden neue Funde gemacht, die am 9.12.2020 der Öffentlichkeit bekannt gemacht wurden:

    Cueva Tiznada, para los libros de historia

    In einer nur durch Abseilen zugänglichen Vulkanröhre in den Hängen oberhalb von El Paso im Westen La Palmas fanden sich Felszeichnungen, die vermutlich die ältesten in der Provinz Teneriffa sind.

    Ich halte sie für insofern bedeutend:
    - sie sind nicht neuzeitlich vandalisiert, überformt odet zerstört, allenfalls von Tieren beschädigt.
    - sie sind die ältesten Darstellungen von Menschen.
    - es handelt sich um Zeichnungen die mit Holzasche aufgetragen wurden, was eine Altersbestimmung ermöglichen würde.
    - die künstlerische Darstellung ist in der Haltung sehr leicht und elegant.
    Auf La Palma gibt es sonst überwiegend Felsgravuren, mit überwiegend geometrischen Mustern, wie die sehr typischen Spiralmuster.
    Hier sind Menschen dargestellt, z.B. meine ich einen Mann mit Ziegen- oder Schafhörnern, auf einer anderen eine Frau mit Kind zu erkennen.
    - es ist eher ein Ritualort als eine der bekannten Wohnhöhlen oder Grabstätten.

    Es gibt noch einige andere Seiten dazu, die man unter "Cueva Tiznada" finden kann.
     
    flavius-sterius, Carolus und schwedenmann gefällt das.
  18. Pardela_cenicienta

    Pardela_cenicienta Aktives Mitglied

    Ein Nachtrag dazu: es könnte sich auf einigen der Abbildungen, vor allem über dem Abgrund des Dachs der Vulkanröhre, auch um den "salta del pastor", den Hirtensprung mit der sehr langen Lanze handeln, mit dem überhaupt sich die steilen Wände erst erschließen lassen. Auch mit dieser Darstellung der Sprungtechnik der Guanchen wäre es ikonographisch sehr bedeutend für die Inseln.

    cueva Tiznada at DuckDuckGo
     
    Carolus gefällt das.
  19. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

  20. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied



    Und hier noch ein Update zur Statue der Venus:

    Ausgrabungen in Mainz: Kopflose Göttin und ein Massengrab

    Es gibt einen Vergleichsfund aus Köln. Danach wird es sich nicht um die Liebesgöttin Venus, sondern um die Heilgöttin Salus handeln. (Ich hoffe, das is ein gutes Omen.)

    (Desweiteren wurde auch noch ein Massengrab gefunden, auf dem napoleonische Soldaten 1813 als Opfer einer Fleckfieber-Epidemie beigesetzt wurden.)
     
    flavius-sterius gefällt das.

Diese Seite empfehlen