Warum ist die Aufarbeitung der Nazizeit gescheitert?

Dass es unter Muslimen viele Antijudaisten gibt (mit Antisemitismus als Begriff habe ich hier semantisch so meine Probleme, weil Araber ja nun auch unter den Begriff Semiten fallen), ist unbestritten und dass dieser ekelhaft ist, nicht minder. Ich habe es selber in Jordanien erlebt, wo wir als Deutsche begrüßt wurden mit "Deutsche sind super, Hitler ist super, der hat/ihr habt die Juden getötet."
Der moderne arabische/muslimische Antijudaismus hat sich deutlich beim Stürmer bedient. Also in israelfeindlichen Haltungen von Muslimen wird oft der europäische Antisemitismus kopiert.
Nur wenn Araber Semiten sind und Juden Semiten sind, finde ich es einfach semantisch schwer von Antisemitismus zu reden.
au contraire Wikipedia (Artikel Antisemitismus)
Historisch richtete sich das Wort nie gegen die „Semiten“, zu denen auch Araber gehören, sondern nur gegen Juden, sollte also deren Ausgrenzung und Verfolgung ursprünglich legitimieren, nicht kritisieren.[9]Der Ausdruck ist also eine etymologische Fehlprägung und vom Ursprung her rassistisch und pseudowissenschaftlich.[10]
Seit 1945 bezeichnet „Antisemitismus“ in kritischer Absicht alle Aspekte judenfeindlicher Ideologie, die den Holocaust ermöglicht, vorbereitet, begleitet und gerechtfertigt haben. Obwohl das eingebürgerte Wort historisch stets Feindschaft gegen Juden, nicht Semiten meinte, kritisieren Rechtsextreme oder Araber bis heute seine angebliche Unschärfe, sei es aus Unkenntnis, vermeintlicher Bauernschläue oder als Schutzbehauptung gegenüber einem Antisemitismusvorwurf.[12]
...damit können wir die semantische Spiegelfechterei doch ad acta legen.

Was die Formulierung vom "importierten Antisemitismus" betrifft:
Ich sage nur, was ich wahrnehme: Dass die am lautesten vom importierten Antisemitismus schwadronieren - den gibt es, ganz ohne Frage! - die gleichzeitig den Nationalsozialismus als Fliegenschiss der Geschichte bezeichnen.
und um nun auch "semantisch" zu jonglieren: wenn es ganz ohne Frage importierten Antisemitismus gibt, egal wer von ihm schwadroniert und egal wer sich vernünftig dazu äussert, dann ist der selbstverständlich antisemitisch (alles andere wäre satz- und begriffslogisch unsinnig)

Aber weder diese Faktenlage, noch der Umstand, dass auf #150 reflexartig reagiert wurde, klärt meiner Ansicht nach die titelgebende Frage dieser Diskussion hier. Ich kann nicht beurteilen, ob die Gründung der lächerlichen NPD 1964 und später ähnlicher Sumpfblüten in diesem Fahrwasser eine Folge der gescheiterten Aufarbeitung der Nazizeit ist (sofern die plakative immanente These im Titel überhaupt komplett haltbar ist)
 
Wenn die AfD an einem sonnigen Sommertag sagt, dass wir schönes Wetter haben, und ich sage "stimmt!", bin ich dann der AfD auf den Leim gegangen? Ein Klima-Leugner, ein AfD-Sympathisant?
Das geht doch etwas an der Realität vorbei. Wenn wir hier einen schönen Sommertag haben, wird die AfD nicht sagen, das wir schönes Wetter haben, sondern sie sie wird dann sagen "Wir haben das schlimmste Wetter in ganz Europa und dass liegt an den "linksgrün Versifften"/"Den illegalen Einwanderern","LGBTQ-Personen" oder wahlweiser der "halbkommunistischen" Merz-Regierung".

An welchem ihrer Feindbilder ist ja egal, Hauptsache durch Lügen die Bevölkerung aufhetzen, auch wenn es überhaupt keinen Anlass zum Aufregen gibt.

Du könntest vielleicht, einen Tag mit Scheißwetter, an dem es regnet und stürmt erwischen, an dem die ewigjammernde AfD schlechtes Wetter beklagt.
Der Unterschied ist nur, du würdest das Wetter beklagen. Die würde in erster Linie daran beklagen das Wind und Regen gut für erneuerbare Energien, Grundwasserspiegel und die zu erwartende Ernte sind

Die Beobachtung der AfD würde sich vielleicht zufällig mit deiner decken. Könntest du aber auch der umgekehrten Perspektive der AfD "wäre besser, wenn wir Flaute und brennende Hitze hätten, damit die Windparks bankrott machen und der Wassermangel die Bauern ins Lager der Unzufriedenen treibt" zustimmen?

Das ist doch die eigentliche Frage, denn was von der AfD kommt, das sind ja keine oberflächlichen Beobachtungen allein, sondern immer auch eine damit verbundene Agenda. Und um da nicht missverstanden zu werden, mir ist natürlich, wie auch allen anderen hier klar, dass du weit davon entfernt bist nach Schlumpfhausen zu gehören.
 
Ich kenne eine einzige liberale Moschee, die von Seyran Ates. Ich weiß gar nicht, ob es die überhaupt noch gibt, 1923 erklärte die Gemeinde, dass sie schließen müssen, weil sie sich die Security nicht mehr leisten können. Leute wie Hamed Ab del Samad und Ahmad Mansour leben 24/7 unter Polizeischutz. Den Islam zu kritisieren, ist lebensgefährlich.

Es muss natürlich heißen 2023.
 
Seit 1945 bezeichnet „Antisemitismus“ in kritischer Absicht alle Aspekte judenfeindlicher Ideologie, die den Holocaust ermöglicht, vorbereitet, begleitet und gerechtfertigt haben. Obwohl das eingebürgerte Wort historisch stets Feindschaft gegen Juden, nicht Semiten meinte, kritisieren Rechtsextreme oder Araber bis heute seine angebliche Unschärfe, sei es aus Unkenntnis, vermeintlicher Bauernschläue oder als Schutzbehauptung gegenüber einem Antisemitismusvorwurf.[12]
...damit können wir die semantische Spiegelfechterei doch ad acta legen.
Wir legen die Spiegelfechterei brav ad acta, und die meisten von uns werden sich nur noch heimlich darüber ärgern, dass ein wortwörtliches Verständnis von Antisemistismus nichts mit der Bedeutung zu tun hat, die das Wort tatsächlich hat - heimlich, weil die meisten von uns keine Araber sind und natürlich niemand mit Rechtsextremen in einen Topf geworfen werden möchte.
 
Angesichts der Herausgabe der NSDAP-Archivalien neulich war in der 'New York Times' (!) zu lesen, dass sich selbst die Nachfahren der Opfer heute mitunter (negativ) verwundern würden, wie bereitwillig die Deutschen über die Taten ihrer Vorfahren redeten. Und ich muss gestehen, dass mir beim Mitlesen von 'Spiegel Debatte' spontan das Wort der "Nabelschau" in den Sinn kam. Da herrschte mitunter ein regelrechtes Ergötzen, wenn der eigene Name in der NSDAP-Kartei auftauchte, oft in Verkennung der Tatsache, dass eigentlich nur eine frühe Mitgliedschaft in der Partei wirklich aussagekräftig ist, und man durchaus kein Parteibuch brauchte, um zum Schlächter zu werden. (Vielen Deutschen scheint gar nicht bekannt zu sein, dass sich Wehrmachtssoldaten erst ab 1944 in der NSDAP betätigen durften.)

Ich muss in diesem Zusammenhang an Niklas Frank, den Sohn des Generalgouverneurs von Polen Hans Frank denken. Frank veröffentlichte 1987 eine Biographie "Der Vater" und später auch eine Biographie seiner Mutter Brigitte Frank und seines Bruders. Frank hat für die Biographie seiner Eltern sicher eine Menge von Quellen und Archivalien bearbeitet, aber Manches wirkt verstörend, etwa wenn Frank schreibt, dass er mastubiert habe beim Gedanken an die Hinrichtung von Hans Frank.

Die Sozialwissenschaftlerin Hanitzsch schrieb ein Buch über Täterkinder, in der sie sich sehr kritisch zu Niklas Franks Werk äußert.

Ralph Höß ist der Enkel von Rudolf Höß, dem Kommandanten von Auschwitz. Höß erfuhr erst als Jugendlicher, wer sein Opa war, er ging in Schulen, sprach zu Schülern. 2010 fuhr er mit Eldad Beck nach Auschwitz, der einen Dokumentarfilm drehte. Dadurch wurde Ralph Höß bekannt, wurde in Talkshows eingeladen. Höß ließ sich symbolisch von der Holocaust-Überlebenden Eva moses Kor adoptieren. Mit der Zeit sickerte aber einiges durch. Eldad Beck war nur auf Höß aufmerksam geworden, weil der Fotos aus Opas Familienalbum der Gedenkstätte Yad Vashem nicht etwa schenken, sondern sie verkaufen wollte. Eldad Beck und auch die Seite Gelsenkirchen werfen Höß vor, dass er sehr geschäftstüchtig versucht, Auschwitz als Geschäftsmodell zu nutzen. Zuletzt wurde er wegen Betrug verurteilt.
 
Um die Tagespolitik hinter uns zu lassen, würde ich das Thema Migration gerne aus einem anderen Blickwinkel betrachten.

Ein Viertel der Wohnbevölkerung Deutschlands stammt von mindestens einem eingewanderten Elternteil ab; 14,8% sind Ausländer ohne deutsche Staatsangehörigkeit. Und diese Menschen sind in Masse keine "Gastarbeiter" mehr—Expats, die irgendwann wieder in ihr Herkunftsland zurückkehren wollen, und denen man deshalb gemeinhin keine Integrationsbemühungen abverlangt. Nein, sie beabsichtigen zu bleiben. Meiner Ansicht nach hat man in Deutschland bisher völlig versäumt, diese Realität irgendwie mit der deutschen Erinnerungskultur in Einklang zu bringen.

Denn woran knüpft diese eigentlich an? Knüpft sie am "Staat" an, also an der Struktur und den Organen unseres Gemeinwesens? Das scheint mir nicht die richtige Antwort zu sein; denn die Bundesrepublik Deutschland ist als Gegenentwurf zum Nazi-Staat verfasst, und bei aller berechtigten Kritik an den "braunen Altlasten" der jungen Bonner Republik, gelang ihr doch das bemerkenswerte Kunststück, sogar Altnazis in den Dienst der Werte des Grundgesetzes zu stellen. Der "Staat" funktioniert, er gehört zu den demokratischsten und rechtsstaatlichsten weltweit.

Aus diesem Blickwinkel wäre die Aufarbeitung ein abgeschlossener Prozess.

Knüpft sie mithin am Begriff der "Nation" an? Das wäre mit erheblichen Definitionsproblemen verbunden, denn die "Nation" wandelt sich beträchtlich, nicht nur—aber insbesondere auch—in letzter Zeit. 14,8% Ausländer sind definitionsgemäß nicht Teil dieser Nation, selbst wenn sie hier ihr ganzes Leben verbringen sollten. Die Identität der anderen 85,2% ist durchaus nicht mehr uniform, wandelt sich stetig, und nicht wenige Menschen (ob autochthon oder migrantisch) haben mit der deutschen Nation wenig am Hut.

Was schließlich zur Frage führt, ob unsere Erinnerungskultur nicht sogar dediziert völkisch ist, weil sie am Ende ja irgendwie doch auf die Abstammung von den Tätern abstellt, die eine besondere Verantwortung begründete. Diese Verantwortung werden Einwanderer naturgemäß nicht fühlen. Manchen Berechnungen zufolge wird 2060 mehr als die Hälfte der Bewohner dieses Landes einen Migrationshintergrund haben. Was bedeutet das für den Umgang mit dem geschichtlichen Erbe?
Angesichts der Herausgabe der NSDAP-Archivalien neulich war in der 'New York Times' (!) zu lesen, dass sich selbst die Nachfahren der Opfer heute mitunter (negativ) verwundern würden, wie bereitwillig die Deutschen über die Taten ihrer Vorfahren redeten. Und ich muss gestehen, dass mir beim Mitlesen von 'Spiegel Debatte' spontan das Wort der "Nabelschau" in den Sinn kam. Da herrschte mitunter ein regelrechtes Ergötzen, wenn der eigene Name in der NSDAP-Kartei auftauchte, oft in Verkennung der Tatsache, dass eigentlich nur eine frühe Mitgliedschaft in der Partei wirklich aussagekräftig ist, und man durchaus kein Parteibuch brauchte, um zum Schlächter zu werden. (Vielen Deutschen scheint gar nicht bekannt zu sein, dass sich Wehrmachtssoldaten erst ab 1944 in der NSDAP betätigen durften.)
Meinen Kritikpunkt noch mal aufgreifend, eine aktuelle Schlagzeile des 'Spiegel':
Kein Treffer in der Nazi-Kartei? So können Sie weitersuchen
Wer in der NSDAP-Mitgliederkartei bisher nicht fündig wurde, muss nicht aufgeben. Hier eine Anleitung, wie Sie Ihre Familiengeschichte im Nationalsozialismus weiter recherchieren können.
"Muss nicht aufgeben", das klingt fast enttäuscht.
 
Knüpft sie mithin am Begriff der "Nation" an? Das wäre mit erheblichen Definitionsproblemen verbunden, denn die "Nation" wandelt sich beträchtlich, nicht nur—aber insbesondere auch—in letzter Zeit. 14,8% Ausländer sind definitionsgemäß nicht Teil dieser Nation, selbst wenn sie hier ihr ganzes Leben verbringen sollten. Die Identität der anderen 85,2% ist durchaus nicht mehr uniform, wandelt sich stetig, und nicht wenige Menschen (ob autochthon oder migrantisch) haben mit der deutschen Nation wenig am Hut.

Wenn ich mir die Frage erlauben darf: Wann war sie denn uniform?

Bis zum Ende des Kaiserreiches umfasste Deutschland Gebiete von nicht unerheblicher Ausdehnung (Posen, Teile Westpreußens, Masuren, Oberschlesien, Elsass-Lothringen), in denen Personen, die sich zur deutschen Nation zugehörig fühlten und von der Mehrheit auch als solche akzeptiert wurden, in der Minderheit waren.

Selbst in der Weimarer Republik, gibt es mit dem verbleibenen Oberschlesien und Masuren, noch immer zwei größere zusammenhängende Gebiete, wo man da ein Fragezeichen drann machen könnte, was die Bevölkerung betrifft.
Und hat anno sagen wir 1920 ein Bayer die gleichen Erinneringskulturen und Traditionen gehabt, wie jemand aus dem Freistaat Sachsen, aus dem Rheinland oder irgendwo aus Königsberg, wo man zwar kulturell irgendwie immer deutsch war, aber mit dem Zusammenhang der anderen Deutschen Staaten erst seit 1871 wirklich etwas zu tun hatte, während man noch in den Zeiten des Deutschen Bundes im 19. Jahrhundert, zwar Teil Preußens, aber bundesfremdes Territorium war?

Und kann man für die Zeit der deutschen Teilung von einer einheitlichen Nation und Erinnerungskultur/Tradition sprechen?

Ich stelle mal die provokante These in den Raum, dass man von einer einigermaßen gleichen Erinnerungskultur und nationalen Homogenität wahrscheinlich am allerehesten noch für die Zeit zwischen 1918 und 1938 sprechen kann, dass außerhalb davon aber in der deutschen Geschichte eigentlich immer ein Zusammenhang mit vielleicht 10-15 Prozent Personen bestand, die in die Schablone "deutsche Nation" als Selbstidentität (und auch in der Form, dass es von der Mehrheit akzeptiert wurde) nicht unbedingt reinpassten.
Und ob die Erinnerungskultur der EX-DDR-Bürger so ohne weiteres mit der der altbundesdeutschen zusammengewachsen ist, nun, ich habe meine Zweifel drann.

Du hast vollkommen recht damit, dass es diese Probleme gibt, Erinnerung und Umgang mit der NS-Zeit auch an Gruppen zu vermitteln, die über ihre eigene Familiengeschichte und ihre Herkunftsländer damit nicht unbedingt einen direkten Bezug haben.
Aber diese Problematik mit einer Geschichtserzählung und Erinnerungspolitik nicht alle mitzunehmen und einige Gruppen nicht erreichen zu können, ist ja nicht neu.
 
denn die Bundesrepublik Deutschland ist als Gegenentwurf zum Nazi-Staat verfasst, und bei aller berechtigten Kritik an den "braunen Altlasten" der jungen Bonner Republik, gelang ihr doch das bemerkenswerte Kunststück, sogar Altnazis in den Dienst der Werte des Grundgesetzes zu stellen. Der "Staat" funktioniert, er gehört zu den demokratischsten und rechtsstaatlichsten weltweit.
ich kann darin weder eine Leistung, noch ein Kunststück erkennen. Das waren Folgen von teilweise älteren Seilschaften, teilweise von personeller Notwendigkeit (keiner mit passender Qualifikation direkt sonst verfügbar), teilweise Vertuschung; und unter den nach 45 weiter beschäftigten Altnazis mag es welche gegeben haben, die entnazifiziert waren, die sich geändert hatten und etliche Opportunisten (ich habe den Verdacht, dass das die umfangreichste Gruppe unter diesen war)
Was schließlich zur Frage führt, ob unsere Erinnerungskultur nicht sogar dediziert völkisch ist, weil sie am Ende ja irgendwie doch auf die Abstammung von den Tätern abstellt, die eine besondere Verantwortung begründete.
pointiert gesagt statt Ariernachweis wäre ein ethnisch-genealogischer "Nazinachweis" nötig, wobei selbst dieser nicht unproblematisch wäre: abgesehen von der Frage, ob "Nazi" eine völkische ethnische Kategorie sein kann, muss man konstatieren, dass das NS Regime ein weitaus größeres Territorium als das von BRD und DDR beherrschte und dass an den Rändern quasi nicht unerheblich wenige Gruppen sich willfährig den Nazis anschlossen. Für letzteres als nur ein Exempel:
In zunehmendem Maße wurde die Vorstellung, Juden würden eine Bedrohung der polnischen Nation darstellen, zum grundlegenden Bestandteil der Programme und Rhetorik der nationalistischen Bewegung. In der Zeit zwischen den Weltkriegen verschärften und intensivierten sich antisemitische Narrative im öffentlichen Diskurs. Die Gewalt gegen die jüdische Minderheit nahm zu. Die Zeit der nationalsozialistischen Besatzung Polens 1939 bis 1945 hatte natürlich unmittelbare Auswirkungen auf die polnisch-jüdischen Beziehungen. Der von Nazi-Deutschland organisierte und durchgeführte Holocaust fand größtenteils in Polen statt.
Jüdinnen und Juden, die fliehen konnten und sich verstecken mussten, waren auf die Mithilfe ihrer polnischen Nachbarn angewiesen – dies unter dem Einfluss massiver antisemitischer Nazi-Propaganda und Gesetzen, die zu schweren Bestrafungen für jegliche Form der Hilfe für Jüdinnen und Juden führten. Gleichwohl gibt es viele Beispiele heroischen Einsatzes von Teilen der polnischen Bevölkerung, die in der Rettung ihrer jüdischen Nachbarn involviert waren. Und gleichzeitig gab es Menschen, die nicht halfen oder helfen konnten, die indifferent blieben und solche, die an der Verfolgung teilnahmen. Dies reichte von Denunziationen zum eigenen materiellen Vorteil, bis hin zu organisierten Pogromen und Massenverbrechen (beispielsweise in Radziłów und Jedwabne Zur Auflösung der Fußnote[10]).
zitiert aus: Antisemitismus in Polen | Antisemitismus | bpb.de
Um nicht falsch verstanden zu werden: das zitierte Beispiel ist keinesfalls eine Art deutsche-Nazis-Entlastung, sondern demonstriert, dass eine wie du formulierst "völkische" Betrachtung - egal, von wem - problematisch ist.
Mir scheint, bei allen unbestrittenen Mängeln, dass heutige deutscher Aufarbeitung (beginnend mit der sich wandelnden Aufarbeitung in der BRD seit grob gesagt 1960/70) noch am weitesten gediehen ist.
 
Gaza wurde regelrecht platt gemacht, die Bewohner in Kollektivschuld genommen und die des Westjordanlandes gleich mit. Es sind dort sind Hunderttausende gestorben.


Laut Wikipedia sind 15.000 Hamas Angehörige getötet worden. 71.000 wurden getötet, 171.000 verletzt. Das sind die Zahlen, die von der PNA dem Hamas-Gesundheitsministerium stammen oder denen von der OSHA. Ich denke, dass da eine gewisse Skepsis durchaus angebracht ist. Ganz sicher sind in den besetzten Gebieten schon Araber unter skandalösen Umständen getötet worden von jüdischen Siedlern. Es sind aber auch Araber getötet worden, nicht weil sie Gänseblümchen gepflückt haben, sondern weil sie abscheuliche Verbrechen begangen haben, weil sie abscheuliche Taten geplant haben und es die einzige Möglichkeit war, sie daran zu hindern noch mehr Menschen zu töten und zu vergewaltigen.

15.000 Hamas-Angehörige wurden von den Israeli getötet, diese Zahlen hat Israel selbst bestätigt, diese können wohl als gesichert gelten-


Es gibt inzwischen eine Studie des deutschen wissenschaftlichen Dienstes des deutschen Bundestags, die enthüllt, wie die Hamas Statistik als politische Waffe einsetzt, aber auch wie viele westliche "Qualitätsmedien" ungeprüft Zahlen und auch Formulierungen der Hamas übernommen haben. Fakt ist doch, dass es in Gaza gar keine Medien gibt, die der Hamas nicht genehm sind, gäbe es welche, würden sie nicht lange berichten.

Eine ganze Reihe von Medien, ein Rudel von NGOs hat unkritisch über Monate die Meldungen des Hamas Gesundheitsministeriums übernommen.
In der Studie des WD (Aktenzeichen WD2-3000-016/25 Fachbereich: WD2: Auswärtiges, Völkerrecht, Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Verteidigung, Menschenrechte und humanitäre Hilfe) heißt es, dass die Meldungen der PNA die einzige Quelle war für Angaben über Todesopfer in Gaza. Internationale Organisationen und NGOs greifen auf diese Zahlen zurück, ohne sie wie in früheren Konflikten selbst überprüfen zu können. Die OCHA, das Büro der Uno für die Koordination humanitärer Angelegenheiten räumte in seinem ersten Bericht ein, dass es gar nicht in der Lage sei, die Angaben der PNA zu überprüfen.

Die OCHA und andere NGOs stützten sich auf diese Zahlen, versah sie nur mit dem Hinweis, dass sie sich nicht unabhängig verifizieren lassen.
Der Hamas die Erhebung von Daten über Todesopfer zu überlassen, das ist ungefähr so, als würde man Clanchefs die polizeiliche Kriminalstatistik ausarbeiten lassen, die dann bemerkenswert niedrig niedrig ausfallen würde. Die Autoren der Berichts über die zivilen Todesopfer in Gata geben akribisch Auskunft, dass diese Zahlen nicht nur unzuverlässig sind, sondern auch propagandistisch eingefärbt. Da ist stets von "Märtyrern infolge israelischer Aktionen " die Rede, ein Begriff, der hochproblematisch und ideologisch vorbelastet ist. In einem Leitfaden für Social-Media Sprachgebrauch empfahl die Hamas schon 2014 alle Toten grundsätzlich als "Zivilisten aus Gaza oder Palästina" zu bezeichnen, bevor ihr militärischer Rang bei der Hamas oder ihr Status als Dschihadist thematisiert werde.
Bei allen Zahlen über Getötete bei israelischen Aktionen sollte stets die Bezeichnung "unschuldiger Bürger" oder unschuldiger Zivilist" hinzugefügt werden.

In den Zahlen des Gesundheitsministeriums wird gar nicht unterschieden zwischen Zivilisten, Kombattanten und tatsächlichen zivilen Opfern.
Auffällig an den Zahlen war auch, dass bei den Statistiken der Gesundheitsministeriums es immer wieder zu einem auffälligen Anstieg, einem sprunghaften Anstieg der Opferzahlen, besonders bei Frauen und Kindern kam, der statistisch auffällig war. kam. So erhöhte sich am 26-10. 2023 die Zahl der getöteten Frauen und Kinder um 626, obwohl die Gesamtzahl der Todesopfer insgesamt nur um 481 anstieg.

Auffällig auch ein sprunghafter Anstieg der gemeldeten Todesfälle des Al Aqsha-Hospitals. April 2024 meldeten die in einer einzigen Woche 1600 Tote, die Hälfte davon Kinder. Das sind die plumpen Fälschungen wie man sie von einer Terrororganisation erwarten kann.

Als die Krankenhäuser ausfielen, ging das PNA über "zuverlässige Quellen" heranzuziehen, welche das sein sollten und wie sie die Zahlen ermittelten, ist unklar, das Health Information Center, eine Unterabteilung der PNA teilte nur mit, das journalistische Arbeit nicht als Datengrundlage diente. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass da einige Tote drei, vier oder fünf mal gezählt wurden, dass gefälscht und manipuliert wurde, vor allem überhaupt nicht differenzier wurde zwischen Kombattanten und Zivilisten. Vom Ministerium wurden vorgedruckte Google Formulare herausgegeben, in denen Leute selbst Todesfälle melden konnten, ohne das zu überprüfen. Auch diese vorgedruckten Formularen waren natürlich "reliable sources" verlässliche Quellen.

Die OCHA weiß gar nicht, wie viele zivile Tote es in Gaza gegeben hat, die OCHA hat im Grunde die Zahlen der Hamas genommen und hat einige Zahlen über getötete Frauen und Kinder, bei denen die Manipulation allzu offensichtlich war, nach unten korrigiert. Genaues weiß man nicht.
Es gibt keine überprüfbaren Daten, im Grunde ist man auf Schätzungen angewiesen.
Sicher ist bei dem Ganzen nur eines, da wurde manipuliert was das Zeug hält, gelogen, dass sich die Balken bogen. In die Statistik ist wahrscheinlich so ziemlich jeder Palästinenser eingegangen, der in den letzten Jahren gestorben ist, ganz gleich an was. Die Hamas will uns glauben machen, dass in Gaza ein Völkermord geschieht, dass Israel einen brutalen Vernichtungskrieg gegen Zivilisten, Frauen und Kinder führt,

Nach den Zahlen der Hamas sind 71.000 Menschen getötet und 171.000 Menschen verletzt worden. Nach diesen Zahlen sind einige Zehntausend, aber nicht "Hunderttausende" gestorben.

In ganz Gaza gibt es etwas über 2 Millionen Einwohner. Wenn "Hunderttausende gestorben" sind, würde das bedeuten, dass es wenigstens zweihunderttausend Tote gab. Das wiederum würde bedeuten, dass Gaza etwa 10% seiner Gesamtbevölkerung verloren hat. Im 1. Weltkrieg gab es entsetzliche Verluste, bei Verdun, an der Somme, in Flandern sind Zehntausende von Menschen getötet oder verletzt worden. An einem einzigen Vormittag, am 1. Juli 1916 hatten die Briten mehr als 50.000 Mann Verluste, darunter fast 20.000 Tote. Dennoch hat im Ersten Weltkrieg keine einzige kriegsführende Nation auch nur annährend Verluste von 10% der Gesamtbevölkerung erlitten. Im 2. Weltkrieg hat einzig die SU solche Verluste gehabt, eher noch ein bisschen mehr, insgesamt mehr als 20 Millionen.

Das ist die Größenordnung, in der wir uns bewegen. Kann das sein? Hat Israel in Gaza einen Rasse- und Vernichtungskrieg geführt, wie ihn die Wehrmacht in der SU geführt hat?

Im Gazakrieg ist es unglaublich schwer, sich eine eigene Meinung zu bilden, belastbare Zahlen zu recherchieren und irgendwie aus all den verwirrenden, sich widersprechenden Informationen die objektive Wahrheit herauszufiltern. Was ist die Wahrheit? Ich fürchte, die ganze historische Wahrheit werden erst Historiker in 30-50 Jahren herausfinden, wenn wirklich einmal belastbare Zahlen und Informationen vorliegen.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Es sind in Gaza mehrere Tausend Menschen ums Leben gekommen, nach Angaben des israelischen Militärs sind 15.000 Hamas-Angehörige getötet worden. Laut Angaben der Hamas sind in Gaza 71.000 Märtyrer, unschuldige Bürger und unschuldige Zivilisten ums Leben gekommen und 171.000 verletzt worden. Genaues weiß man nicht, wie man die Sache betrachtet, hängt auch davon ab, was man glauben will.
Oder auch, was man glauben kann.
Die Hamas will uns glauben machen, dass Israel in Gaza einen Rasse- und Vernichtungskrieg führt, so wie ihn die Wehrmacht in der SU geführt hat. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl hat Gaza auch ziemlich ähnliche Verluste erlitten wie sie die SU in einem totalen Krieg, in einem Rasse- und Vernichtungskrieg erlitten hat.



Leiden Zivilisten in Gaza, in Palästina? Diese Frage kann man nur mit einem klaren Ja! beantworten. Natürlich leiden Zivilisten, natürlich bekommen Unschuldige etwas ab, die gar nichts getan haben, deren ganzes Vergehen darin besteht, dass sie zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Natürlich hinterlässt auch ein Islamist, ein Terrorist und solche, die es erst noch werden wollen, Angehörige, die trauern. Die Eltern des Palästinensers, der mit dem geraubten Handy einer Jüdin seine Eltern anrief-sie werden um ihn trauern. Natürlich haben Palästinenser, die einfach nur ihr Leben leben wollen zu leiden weil sie mit den Terroristen in einen Topf geworfen werden. Das war zu allen Zeiten und in allen Kriegen so, und es wird in Gaza nicht anders sein, kann gar nicht anders sein.
 
Ich denke, es hatte seinen Sinn, dass sich die Mehrzahl einhellig gegen einen Faden für den Nahost-Konflikt ausgesprochen hat, falls der überhaupt seitens der Moderation jemals ernsthaft zur Debatte stand.
 
Und unterdessen ist Deutschland vor dem IGH wegen der Beihilfe zum Völkermord angeklagt, wenn man sich die Aussagen der entsprechenden Sachverständigen anschaut wohl zu recht...
 
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