Wissenweitergabe historisch

Dieses Thema im Forum "Geschichte der Naturwissenschaften" wurde erstellt von Repo, 27. Januar 2011.

  1. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Ab wann hat der Mensch die Wissensweitergabe als Vorteil für Alle begriffen?

    In einem anderen Strang sind wir auf diese Frage gestoßen.

    Ich habe wenig Ahnung, aber es interessiert mich sehr.
     
  2. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Ich glaube irgendwie nicht, dass diese Frage beantwortbar ist. Wir können in Menschen nun einmal nicht hineinsehen - und schon gar nicht in vorschriftlicher Zeit.
     
  3. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Entweder seit es Menschen gibt oder ....

    Betrachtet man die Rolle der Alten und Weisen (Medizinmänner, Schamanen etc. incl. ) in archaischen Gesellschaften, dann kam Ihnen die Rolle zu, als "kollektives Gedächtnis" das "implizite Wissen" des Stammes etc. an die Jüngeren weiter zu geben.

    Dies Modell liegt auch ausformuliert bei Takeuchi u.a. vor.

    SECI-Modell ? Wikipedia

    In diesem Sinne wirkte der Wissenstransfer auf der individuellen Ebene sozialisierend und auf der Gruppen- bzw. Stammesebene als formale Garantie, dass überlebenswichtige Informationen erhalten bleiben.

    In diesem Kontext ist es natürlich interessant, die frühzeitige Spezialisierung zu betrachten, die dann Priester etc. wahrnahmen und Teile des kollektiven Gedächtnisses als "Herrschaftswissen" lediglich einer "professionellen Elite" des Stammes bzw. einer Gruppe zugänglich waren.
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. Januar 2011
  4. Klaus

    Klaus Neues Mitglied

    Es gibt aber einige Geschichten von Uhrmachern, die geblendet wurden, damit sie niemandem anderen eine ähliche Uhr bauen konnten (Prag), vom Porzellanerfinder (Böttcher), der im Keller eingesperrt wurde, bis er sein Produkt (eigentlich Gold) abgeliefert hätte, von militärischen Erfindern sowieso. Heute sind Bürger mancher Schwellenländer dafür berüchtigt, dass sie alles kopieren, was sie in die Finger kriegen.

    Deshalb sage ich, dass sich nicht die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass Wissensweitergabe für alle nützlich sei, sondern die, dass einen die anderen nur dann von ihrem Wissen profitieren lassen, wenn man sich selbst auch (kontrolliert) in die Karten gucken lässt.
     
  5. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Ist interessant,
    das östliche Wiedergeburtsdenken, das ein "geistiges Eigentum" gleich gar nicht kennt.
     
  6. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Unser "Wissen" darüber ist aber großteils spekulativ und beruht auf Rückschlüssen aus heutigen archaischen Gesellschaften - unter Voraussetzung der Annahme, dass sich diese im Laufe etlicher Jahrtausende nicht verändert haben.

    Hat das wirklich mit Wiedergeburtsdenken zu tun? Oder nicht einfach nur mit Geschäftssinn und krimineller Energie?
     
  7. Klaus

    Klaus Neues Mitglied

    Hier muss man natürlich unterscheiden zwischen interner und externer Wissensweitergabe.

    Dabei ist das Problem von Wissen, dass man es einerseits, zumindest intern, weitergeben muss, wenn man es nutzen will. Andererseits aber, wenn man es einmal weitergegeben hat, kann es, im Gegensatz zu einem materiellen Gut, beliebig vervielfältigt und unkontrolliert weiterverbreitet werden.

    Dabei ist es eine interessante Fragestellung, wie mit diesem Spagat in verschiedenen Gesellschaften umgegangen wurde. Der Aufbau von Herrschaftswissen und die Schaffung von Priester-o.-ä.-Kasten ist eine mögliche Variante dieser "Weitergabe mit Kopierschutz", die totale Freiheit der Wissenschaft - incl. Veröffentlichung der Ergebnisse - eine andere. Letztere bringt, so behaupte ich, den Urhebern micht automatisch Vorteile, sondern nur unter bestimmten Bedingungen, z. B. i.V.m der Möglichkeit des Schutzes von Urheberrechten.
     
  8. Repo

    Repo Neues Mitglied

    ja.

    das ist bei uns:pfeif:
     
  9. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Wer sagt das? Rechtfertigen sich die Täter vielleicht selbst damit, wenn sie erwischt werden?
     
  10. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Habe ich zu dem Thema nicht schon mal was geschrieben, oder wollte ich das nur? :gruebel:

    Den Hinweis gibt thamepower richtigerweise bereits: seitdem es Menschen gibt. Die Wissensweitergabe war allein schon aus Arterhaltungsgründen überlebenswichtig. Ich lehne mich jetzt auch mal so weit aus dem Fenster, dass ich behaupte, dass man die Wissensweitergabe von der Eltern- auf die Kindergeneration bei jedem Tier genauso beobachten kann (sollte es nicht so sein, wird mich bb sicher gleich korrigieren :D). Das Entscheidende beim Menschen ist dabei, dass er die Fähigkeit hat, sein Wissen systematisch zu erweitern und so seinen Wissensschatz immer weiter vergrößert. Hier setzt jetzt auch das von thanepower verlinkte SECI-Modell an. Der Wikiartikel ist allerdings schon arg oberflächlich, daher erläutere ich mal kurz die Theorie dahinter:
    Den Ansatz bildet die Sozialisation, also die Fähigkeit des Menschen aus Beobachtungen, Nachahmungen und Erfahrungen zu lernen. So lernen Kleinkinder bspw. das Sprechen, also Nachahmung der Lautwiedergabe ihres sozialen Umfeldes. Durch Sozialisation erworbenes Wissen bzw. sozialisiertes Wissen ist insbesondere dadurch gekennzeichnet, dass man nicht erklären kann wie etwas funktioniert, dass man es aber kann.
    Wird dieses durch Sozialisation erworbene Wissen nun genutzt, indem Hypothesen gebildet werden, spricht man von Externalisierung. Die Beobachtung wird also verarbeitet, wodurch wiederum neues Wissen entstehen kann. z.B. machte Urmensch die Beobachtung, dass ein Tier eine Frucht isst und schlussfolgert daraus, dass er die Frucht dann auch essen kann.
    Im Bereich der Kombination wird expizites Wissen gesammelt, verarbeitet und miteinander kombiniert, womit wieder neues Wissen entsteht. Um bei unserem Urmenschen zu bleiben: er hat die Schlussfolgerung gezogen, dass er die frucht essen kann und will das jetzt auch tun. Er weiß aber auch von einer Frucht die so ähnlich aussieht, wie der, die gerade in Händen hält und hätte sich bei deren ersten Verzehr fast einen Zahn ausgebissen, weil diese Frucht einen harten Kern hatte. Er kombiniert also das explizite Erfahrungswissen "Vorsicht, könnte einen Kern haben" mit "kann ich essen" und bildet neues Wissen in Form von "kann ich essen, ich muss aber vorsichtig reinbeißen". (Durch den Praxistest kann er das dann verifizieren oder falsifizieren.)
    Mit der Internalisierung wird das Wissen dann quasi verinnerlicht. Während Mensch die nächsten paar Male vielleicht noch überlegen muss, ob das jetzt die Frucht war, die er essen darf, wird er es irgendwann wissen ohne lange überlegen zu müssen.

    Im Zusammenhang mit der Weitergabe von Wissen findet grundsätzlich eine Selektion seitens des Wissensweitergebers statt. Für die Lernenden ist es beispielsweise nicht wichtig, warum man unsere exepemplarische Frucht essen kann, sondern vielmehr nur, dass man sie essen kann. Auf die Weitergabe der Begründung kann also verzichtet werden. Für die Lernenden ist dieses Wissen dann wieder Sozialisation, sie bekommen also durch soziale Interaktion etwas beigebracht, dass sie durch entsprechende Anwendung verinnerlichen. Zudem wird das bisher implizite personeninhärente Wissen weitergegeben und damit explizit gemacht. Dieses Wissen kann durch entsprechende Weitergabe zum sozialisierten Kollektivwissen werden, also zu einem Erfahrungsschatz, den alle gleichermaßen haben und zwar ohne ihn erklären zu können sondern weil "ist halt so". Im Früchtebeispiel also "Äpfel kann man essen, man muss aber nicht vorsichtig zubeißen, weil sie keinen Kern haben".

    Komplizierter wird es mit Hinzuziehung der "Wissen ist Macht"-Komponente. Zunächst mal kann nicht jedes Wissen einen Machtfaktor ausmachen. Einfach abschaubare Wissensvorsprünge wie "diese Frucht kann man essen" eigenen sich dazu nicht. Wissensmacht erlangt man also nur mit komplizierteren Denkprozessen. Um Wissen für sich zu behalten muss zudem der Vorteil, den man aus dem Wissenvorsprung zieht, größer sein, als der Vorteil, den man durch Wissensweitergabe hätte bzw. der Nachteil geringer sein wenn man das Wissen für sich behält, als der Nachteil, den man hätte, wenn man das Wissen weitergibt. Das wäre auch einer der Ansätze zur Entwicklung einer arbeitsteiligen Gesellschaft, also einzelne können bestimmte Dinge besonders gut oder als einzige.
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. Januar 2011
    2 Person(en) gefällt das.
  11. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Wozu gibt es Viren? U.a. um fremde Wirtschaft auszuspähen. Wissensweitergabe ist also nicht immer freiwillig. Insbsondere um die politische Macht oder den wirtschaftlichen Vorspung zu erhalten wird es immer in der einen oder anderen Form Beschränkungen der Wissensweitergabe geben.

    Edit: Irgendwie hatte ich nur die ersten vier Beiträge zur Kenntnis genommen. Bitte wegen der Dopplung um Entschuldigung.
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. Januar 2011
  12. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Nö.
    Erstens erwischt sie keiner. Und zweitens brauchen sie deshalb auch keine Rechtfertigung.:)

    Tante Wiki weiß, wie immer, etwas:

     
  13. Panzerreiter

    Panzerreiter Neues Mitglied

    Ich sehe das Problem im Augenblick darin, dass weder "Wissen" noch "Weitergabe" ausreichend definiert wurden.
    Ansatzweise haben das meine geschätzten Vorredner bereits übernommen, trotzdem sind beide Begriffe derzeit noch zu dehnbar.

    Ich versuche mich mal daran, dass aus dem Stegreif zu präzisieren:

    Die Abgrenzung von weitergabewürdigem und geheimhaltungswürdigem Wissen wurde bereits vorgenommen. Ich würde diese beiden Kategorien noch erweitern durch den Bereich des "beiläufigen" Wissens, welches weder aktiv weitergegeben noch aktiv geheimgehalten wird. Darunter fiele z.B. der von Lili genannte Apfel: Ich esse einen Apfel und schere mich nicht darum, ob mir dabei jemand zusieht und daraus etwas lernen könnte. Mir ist nicht einmal bewusst, dass ich durch mein Bespiel gerade Wissen weitergebe.
    Diese Art von Wissen dürfte im Rahmen der Fragestellung uninteressant sein, denn sie zielt ja auf beabsichtigte, aktive Weitergabe ab.

    Vom aktiv lehrwürdigen Wissen ("lernbar" ist nicht gelich "lehrbar", einen guten Teil unseres Wissens haben wir zwar erlernt, es wurde uns aber nie aktiv beigebracht) - nicht lehrbares Wissen ist selbstredend ebenfalls nicht im Sinne der Frage interessant - bleiben nun weitere Kategorien:

    1.
    Das Wissen, dass ich gerne jedem beibringe, egal, ob ich zu ihm ein besonderes Verhältnis habe oder nicht. Dazu würde ich etwa soziale Umgangsformen / Regeln zählen, denn ich bin als Mitglied einer Gesellschaft darauf angewiesen, dass diese funktioniert.

    2.
    Das Wissen, dass ich zwar grundsätzlich jedem, der mich danach fragt, beibringen würde, um dessen Weitergabe ich mich aber nicht reiße, weil ich von dem Lehraufwand keinen persönlichen Vorteil habe. Heutzutage würde ich dazu das gesamte schulrelevante Wissen zählen.
    Im Rahmen meines engen sozialen Umfelds würde ich diesen Aufwand auf mich nehmen, da ich mir hiervon einen Vorteil verspreche, nämlich eine Sippe, die aufgrund ihrer Bildung später leichter dazu in der Lage ist, sich und nicht zuletzt auch mich selbst zu ernähren.
    Fremden gegenüber ist mir der Aufwand zu groß; ich hätte zwar dadurch kaum einen Nachteil, aber eben auch keinen Vorteil.
    Dass das relevante soziale Umfeld durch die gesellschaftlichen Veränderungen im Laufe der Geschichte größer geworden ist (Stichwort: Volkswirtschaft), versteht sich von selbst. Daher die Einführung von schulähnlichen Institutionen.

    3.
    Das Wissen, das ich nur gegen Gegenleistung weitergebe, da es mir in fremden Händen zwar nicht schadet, ich aber in seine Entwicklung großen Aufwand gesteckt habe. Diese "Arbeit" möchte ich mir, wie jede Arbeit, vergelten lassen. Heute: beispielsweise Berater- oder Analystenwissen.

    4.
    Wissen, dass mir eine besondere soziale Stellung verschafft. In fremden Händen würde mir dieses Wissen nicht konkret schaden, es würde mir aber ein wertvolles Alleinstellungsmerkmal nehmen. Ich müsste um meine Exklusivität fürchten. Darunter zähle ich etwa sämtliche "Geheimwissen" kultisch-mystischer Art, aber auch Berufswissen. Dieses Wissen gebe ich nur an einen ausgewählten, engen Personenkreis weiter, gerade groß genug, um die Macht /Exklusivität (Geheimwissen) oder Rentabilität und wirtschaftliche Überlebensfähigkeit (Berufswissen) dieser Gruppe zu gewährleisten.

    5.
    Das Wissen, das ich auf keinen Fall weitergeben möchte, da es mir in fremden Händen schaden könnte. Militärische Hochtechnologie z.B.

    Letztere Kategorie zeigt schon ganz deutlich, dass
    per se nicht begriffen werden kann. Es kommt ganz klar auf das Wissen an.

    Auch die Weitergabe kann ich durchaus unterteilen:

    1.
    unbewusst, aber freiwillig (ich bin mir gar nicht bewusst, dass ich als Vorbild diene)

    2.
    bewusst, aber beiläufig (ich lehre passiv, durch Vorbild. Ich bin mir dessen bewusst und passe mein Vorbild bei Bedarf entsprechend an (noch mal langsam...))

    3.
    bewusst, mit Aufwand (ich lehre aktiv; "Erklärbär")

    4.
    unbewusst, aber unfreiwillig (Ich diene als Vorbild für jemandem, für den ich das eigentlich nicht möchte. Ich bin mir nicht bewusst, dass ich als Vorbild diene)

    5.
    bewusst, aber unfreiwillig (Ich mache jemandem etwas vor, wobei mir klar ist, dass er daraus lernen wird, obwohl ich das nicht möchte. Ich kann es aber nicht verhindern. Beispiel: Militärische Taktiken)

    5.1.
    bewusst, freiwillig, aber aus Doofheit.
    Beispielsweise aus politischen oder wirschaftlichen Gründen kann man dazu gebracht werden, zukünftige Probleme in Form zukünftiger Konkurrenz zu erschaffen, etwa, indem man sich zu massivem Technologietransfer verpflichtet, um eine momentan billig produzierende Fabrik eröffnen zu dürfen.
    Punkt 5.1. kann gerne im Rahmen der Diskussion vernachlässigt werden, ich konnte ihn mir nur einfach nicht verkneifen. :devil:


    Fazit:

    Wissensweitergabe wurde und wird per se nicht grundsätzlich als Vorteil für Alle begriffen.

    Was sich im Laufe der Geschichte verändert hat, sind lediglich die Wissensgebiete, die als weitergabewürdig angesehen werden.
    War ich in der Antike als Schreib- oder Rechenkundiger noch ein exklusiver und oft gutbezahlter Experte, wird dieses Wissen heutzutage als Grundwissen angesehen, dass jeder haben sollte.
    Von astronomischen Kenntnissen mal ganz zu schweigen.

    Ich muss gar nicht beim Menschen anfangen, selbst im Tierreich gibt es diese Abgrenzungen. Tiere die (nachgeburtliche) Brutpflege betreiben (und nur diese, Lili, beileibe nicht bei jedem Tier, weshalb sich die K-Strategen ja auch im Schnitt erheblich höher entwickelt haben als die R-Strategen) geben Wissen nach obigen Kategorien weiter. Und auch diese haben sehr wohl eine Art Abgrenzung innerhalb der Population (=Gesellschaft).
    Auch einem Artgenossen würde ein Eichhörnchen nur ungern verraten, wo die guten Plätze sind, um seinen Wintervorrat zu verstecken...

    Fazit II

    Dasjenige Wissen, welches man als weitergabewürdig betrachtet, weil es sich für einen selbst auszahlt (auch indirekt über ein starkes, konkurrenzfähiges Rudel), wurde sicherlich von Anbeginn der Zeiten an weitergegeben. Das hat der Mensch vom Tier schon mitgebracht.

    @Repo
    Das halte ich für schöngeredet.
    Denn dann müssten sich die Chinesen ihrerseits bereitwillig ausspionieren lassen und das tun sie nicht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. Januar 2011
  14. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Selbstzitat
    Nach dem ich die Beiträge meiner Mitdiskutanten gelesen habe.

    Es führt in die Irre, wenn der Ansatz mit dem Umfang des weitergegeben Wissens gemacht wird.
    Niemals wird, aus welchen Gründen auch immer, das gesamte Wissen weitergegeben. Das wird immer durch sehr viele "Filter" gehen, bevor.

    Was aber nichts daran ändert, dass dies einen sehr wichtigen Meilenstein in der Entwicklung darstellt.
    Als begriffen wurde, dass "alle" profitieren, wenn Wissen weitergegeben wird.

    Ich würde den Punkt etwa gleichsetzen mit der beginnenden "Schriftlichkeit" und "Lesbarkeit".
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. Januar 2011
  15. Panzerreiter

    Panzerreiter Neues Mitglied

    Ich muss weiter nörgeln, sorry:

    Wer ist "alle"?

    Die eigenen Sippe? Die eigenen Population (regional)? Die eigene Art (global)?
     
  16. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Eben alle, die durch die entsprechenden Filter durchkommen. "Alle" muss man natürlich als sehr variable Größe sehen. Ebenso wie Menge und Umfang des Wissens. Das hat sich aber bis heute auch nicht geändert.

    Aber Alle (diesmal absolut gesehen) profitieren davon, dass überhaupt Wissen weitergegeben wird.
    Und hier ist dann der genannte Punkt, irgendwann wurde begriffen, Wissen muss weitergegeben werden! Und dazu wurde Schrift (egal welche) entwickelt.
    Und ich behaupte mal, nur dazu! Alles weitere bei der Schrift sind "Koppelprodukte".
     
  17. Klaus

    Klaus Neues Mitglied

    Dies denke ich, ist eine Grundfrage jeglicher Gesellschaftbildung und gilt nicht nur für die Wissensvermittlung : Wie erreicht man, dass der Einzelne bereit ist, gesellschaftsdienlich zu handeln, auch wenn ihm persönlich Nachteile entstehen ?
     
  18. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Gar nicht.
    Keine Chance.
    Das macht er einmal, macht es zweimal, sieht einmal, sieht zweimal dass ihm lediglich Nachteile entstehen.
    Wird er nie wieder dazu zu bewegen sein.

    Es ist etwas völlig anderes, wenn er dies gar nicht als Nachteile empfindet. Wenn ihm zB die öffentliche Anerkennung viel mehr Wert ist, als zB Geld, das er in der selben Zeit verdienen könnte. Das ist aber der persönliche Wertekatalog des Einzelnen.
    Früher haben ihm die Herrschenden ein Fleckchen Email am Königs-Geburtstag auf die Brust geheftet. Und er war stolz wie ein "Spanier".
     
  19. Klaus

    Klaus Neues Mitglied

    Wenn das so wäre, gäbe es keine Gesellschaft.

    Die Tatsache, dass z. B. jemand Geld dafür bekommt, dass er für die Ernährung anderer Getreide anbaut, ist ja schon mal eine gute "Erfindung". Wenn er nur die Arbeit hätte, würde er es nicht machen.

    Es gibt übrigens auch Leute, die Geld dafür bekommen, dass sie anderen Wissen vermitteln.

    Es gibt auch Patente und Lizenzgebühren, so dass jemand, der durch Forschung Wissen erzeugt, nicht nur die Arbeit sondern auch den Lohn hat.

    Auch die Überzeugung, bei nicht gesellschaftskonformem (bösem) Verhalten im Fegefeuer zu landen, kann ein Individuum dazu veranlassern, Mühen in Kauf zu nehmen und auf irdischen lohn zu verzichten, um dem Kollektiv zu dienen.

    In meinen Augen ist diese Frage
    eine Schlüsselfrage für das Verständnis der Bildung und des Funktionierens einer jeglichen Gesellschaft.
     
  20. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Gab es nicht gerade eine Studie bzgl. funktional-altruistischer Handlungsweisen, und dass die "Belohnung" u.U. darin angelegt sein kann, sich selbst besser zu fühlen?

    [nmE eine DLF-Reportage in dem Bereich Naturwissenschaft]
     

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