Wie ist es mit Schiffsbrücken? Zugegeben, da hat man mehr Zeit, beide Enden gut zu verankern, und wird während dessen nicht beschossen, aber am Ende liegen Planken/Gangways zwischen schwimmenden Schiffen, auf denen von Truppenmassen über Fäßer bis hinzu übergewichtigen Respketspersonen alles möglich transportiert werden kann.
Nun, auf Flüssen ist die Strömung vielleicht ein Problem, aber nicht der Wellengang. Das ist meiner Ansicht nach nicht wirklich überzeugend zu vergleichen. Auch nicht mit der turbulenten Kampfsituation mehrerer manövrierender Schiffe, die mit Tempo durchbrechen, rammen, in Schräglage kommen etc.
Auf youtube habe ich da etwas gefunden: Eine auf Land (nicht auf Schiffen!) aufgebaute, verkleinerte "Rekonstruktion". Nicht, dass die nicht so reißerisch aufgemacht ist wie alle anderen semi-seriösen Dokus, die man im militärhistorischen Bereich (und speziell auf diesem Medium) finden kann, aber immerhin. Ich befürchte, die paar Nachbauten antiker Kriegsschiffe werden kaum für eine solche doch recht aufwendige und unsichere Sache aufs Spiel gesetzt werden. Such mal nach:
Ancient Dicoveries - Naval Technology Ancient War Documentary 720HD Video
(ungefähr ab Minute 22:00)
Besonders das Gewicht der Konstruktion und der (besonders schwere) Metallhaken am Ende macht mE eine recht sichere Verbindung durchaus vorstellbar.
Schöner Video, interessantes Experiment. Aber es ist auf Land, und der Archäologe weist auf mehrere Probleme hin, es ist nicht einfach den richtigen Moment zu erwischen, so dass der Corvus einfach ins Leere schlägt - und damit das Schiff aus dem Gleichgewicht bringt... und was ist eigentlich mit der Reling, gab es die noch nicht? Im Experiment schlägt der Corvus direkt ins Schiffdeck ein, ohne jedes Hindernis....
Zu Aigospotamoi (aus dem wiki-Link):
Das ist eine völlig andere Situation. Die Schiffe können schon am Strand in die Hände der Spartaner gefallen sein. Auch in Gefechten, die mit dem Rammstoß ausgefochten wurden, können Schiffe in die Haqnd des Gegners fallen, besonders wenn sie unterbesetzt sind. Sei es, dass sie durch das Rammen nur leicht beschädigt und dann aufgegeben wurden, oder sich ohne Fluchtmöglichkeit einer Übermacht ergaben.
Da hast du völlig recht, die am Strand liegenden Schiffe habe ich übersehen. Dass vor dem Punischen Krieg nicht geentert /gekapert wurde, kann ich mir trotzdem nicht vorstellen, wenn beide Parteien (sagen wir hellenische, karthagische, etruskische Flotten) ähnlich besetzt waren,
sind solche Manöver auch mit weniger Kämpfern durchführbar. Schulz erwähnt im Buch die Sturmbalken und Entervorkehrungen der Syrakuser im Kampf gegen karthagische Flotten.
Der Unterschied war einfach meiner Ansicht nach, dass die Römer ein besonderes Schwergewicht mit neuer Qualität auf diese Kampfform gelegt haben.