Mit einem wissenschaftlichen Weg meinte ich z.B. eine Radiokarbondatierung
Das Grabtuch ist radiokarbodatiert worden: spätes 13. bis frühes 14. Jhdt. Was auffallend mit seiner Überlieferungsgeschichte übereinstimmt. Mitte des 14. Jhdts. ist es erstmals dokumentiert.
(du weißt ja, die Geheimhaltung war damals, zu Zeiten der Templer, die beste Lebensversicherung, so dass ein Bilderrätsel die einzige Möglichkeit des Künstlers war, eine Art geheimes "Notizbuch" über die Echtheit des Grabtuchs zu verfassen).
Weiß ich das?
Diese Parenthese wirft mehrere Fragen auf. Wer sollte "zu Zeiten der Templer" was vor wem geheimhalten?
Ich nehme an, es geht hier um irgendeinen Mythos rund um die Templer (warum solltest du sie sonst erwähnen?)
Die Templer waren eine der mächtigsten Körperschaften ihrer Zeit. Sie hatten keinen Grund etwas geheimzuhalten. Ihr plötzlicher Sturz 1312 war im Prinzip ein Justizskandal, den die Templer auch nicht vorhergesehen hatten, ihre Verhaftung verlief weitgehend widerstandslos (lediglich in Portugal hatten sie Gelegenheit sich auf ihre Burgen zurückzuziehen).
Wieso irgendwelche Künstler ein "geheimes Notizbuch" erstellen sollten (und dabei "Bilderrätsel" verwendeten), um "die Echtheit" des Grabtuches für welche Adressaten(?!) zu argumentieren, ist schleierhaft, ebenso, wie irgendwelche Künstler, die "Bilderrätsel" erstellten, um "die Echtheit" des Grabtuches zu argumentieren überhaupt über das wissenschaftliche Handwerkszeug hätten verfügen sollen, um seine "Echtheit" überhaupt festzustellen.
Hat man diese verborgenen Bilderrätsel gefunden und auch entschlüsselt, dann hat man damit die Echtheit des Grabtuchabbildes ganz ohne wissenschaftliche Methoden bewiesen (aber glaube es mir, die Wissenschaft würde einen solchen "Beweis" niemals kollektiv als Fakt unterschreiben).
Wer soll das sein "die Wissenschaft"? Ist das eine internationale Behörde? Von wem wird die gelenkt? Ich frag für nen Freund.
Bei einem entschlüsselten Bilderrätsel können wir lange auf eine "wissenschaftlichen" Beweis warten, wie z.B., dass ein uraltes Schriftstück irgendwo auftaucht, der Künstler X. hatte in seinem Werk Y ein Bilderrätsel hinterlassen, das die Echtheit vom Grabtuch von Jesus beweist.
Das sind Immunisierungsstrategien. Kritikimmunisierung ist tatsächlich das Gegenteil seriöser Wissenschaft.
Selbst wenn jemand ein solches Bilderrätsel zweifelsfrei mit dem Grabtuchabbild als Schlüssel in der Hand, entschlüsselt hätte, würde die Wissenschaft diesen "Beweis" niemals anerkennen,
Schon wieder diese ominöse Wissenschaft. Das muss offensichtlich eine internationale von dunklen Mächten gelenkte Körperschaft sein.
(es wäre also nur ein Beweis für Leute mit gesundem Menschenverstand,
Wer dir folgt, verfügt demnach über gesunden Menschenverstand, und wer dir nicht folgt, eben nicht. Ist auch eine Herangehensweise.
- ich hoffe du glaubst an Wunder -
Klar, z.B. an das Wunder von Bern. An das glaube ich ganz fest. Und das Wunder von Córdoba macht mich ganz narrisch!
Wir wissen, dass Da Vinci Zugang zum Grabtuch hatte. Was wäre, wenn er in seinen Gemälden ein so geniales Bilderrätsel über das Grabtuch erschaffen hätte, dass es in den letzten 500 Jahre niemand entschlüsseln konnte.
Und da kommt Quellennixe und Bämm! Ja, an die Genialität von da Vinci muss man erst mal rankommen. Dat tut nicht jeder.
Dass er z.B. in seinem Gemälde vom Letzten Abendmahl ein Bilderrätsel versteckt hatte, darüber sind sich die Kunstexperten heute einig.
Sind sie das? Welche genau? Wie definierst du Kunstexperten? Sind das bei dir arrivierte Kunsthistoriker (quasi Vertreter der bösen Wissenschaft) oder Thrillerautoren die Songschreiben studiert haben?
Aber welches Rätsel ist es denn? Versuch dich doch mal daran, um zu erklären, warum in diesem Wandgemälde der Kelch auf dem Tisch fehlt, als zentrales Element vom Letzten Abendmahl. Wenn du diese Frage gelöst hast, wahrscheinlich weil du dich gefragt hat, ob es sein könnte, dass der Kelch mit dem Blut von Jesus nur deshalb von Da Vinci weggelassen wurde, weil das lange Tischtuch diesen Kelch verborgen als Grabtuch darstellt, das man ja auch als einen "Kelch" bezeichnen kann, weil es das Blut von Jesus aufgefangen hatte, dann hättest du es m.E. schon geschafft, einen plausiblen Gedanken in diese Richtung zu fassen.
Also haben die Jesus nach seiner Kreuzung in eine dreckige Tischdecke gewickelt? Das hältst du
wirklich für "plausibel"? Und woher wusste Leonardo das anderthalb Jahrtausende später?
Hast du dir das Bild mal genau angeschaut? (1) Da stehen 12 Weingläser auf dem Tisch. Leonardo
di Caprio da Vinci hat einfach
praktisch gedacht und sich gefragt: Sollen die
wirklich alle aus
einem Gemäß getrunken haben?
Hast du dir das Bild mal genau angeschaut? (2) Auf dem Gemälde von Leonardo da Vinci hat die Tischdecke blaue Muster. Hat das "Grabtuch" blaue Muster?
Bei diesem Gedanken wirst du erkennen, dass in der Bibel eine Szene beschrieben wird, wie damals der Auferstandene unter seine Jünger trat, die sich in einem Raum eingeschlossen hatte. Was wäre, wenn sie sich damals eingeschlossen hatten, um sich das wundersame Grabtuch ihres Herrn ungestört anschauen zu können. Ich hoffe du gibst mir recht, dass darüber, wenn es so gewesen wäre, was ja nicht ganz abwegig ist, ganz sicher nichts in den Evangelien geschrieben stehen kann.
Interessanter Move: Du beziehst dich auf eine Bibelszene als Beleg für deine These, aber weil sie das nicht belegt, schreibst du, dass das "ganz sicher nicht(s) in den Evangelien geschrieben stehen kann". Leider ersparst du uns die Begründung, warum das nicht darin stehen kann.
Weißt du, wir sind ein Geschichtsforum. Und in der Geschichtswissenschaft gilt dasselbe, wie in allen Wissenschaften: Du musst Dinge anhand von nachvollziehbaren, reproduzierbaren Daten belegen. In der Geschichtswissenschaft sind das unsere Quellen. Ohne die Quellen ist der Historiker nichts. Zu schreiben "es steht nicht in der Quelle, es könnte ja in der Quelle stehen" ist wie wenn ein Chemiker sagen würde: "Wir haben zwar keine Messdaten, aber wir könnten sie ja haben und sie könnten ja so und so aussehen". Es würde keinen Sinn ergeben mit diesen erfundenen Messdaten zu arbeiten. Und genau so ist es auch in der Geschichtswissenschaft nicht sinnvoll mit irgendwelchen Phantasiegebilden zu operieren, die ganz vielleicht in irgendwelchen Quellen stehen könnten, es aber nicht tun. Wenn dir der Installateur deiner Wasserzuleitung sagen würde: "Eigentlich reichen unsere mitgebrachten Rohrleitungen nicht aus, aber wir können uns ja vorstellen, dass sie reichen würden", würdest du ihn völlig zu Recht zum Teufel jagen. Aber genau in der Rolle dieses Installateurs befindest du dich gerade: Du hast nicht hinreichend Rohrleitungen dabei und verlangst von uns als Bauherren, dass wir uns vorstellen, du hättest genug Rohrleitungen für die Installation dabei.