DDR-BRD Unterschiede im Leben

Dieses Thema im Forum "BRD | DDR" wurde erstellt von Gast, 10. Juni 2006.

  1. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Musst du nicht. Ich kann sehr gut zwischen den Zeilen lesen.
     
  2. Wieger

    Wieger Gesperrt

    Ich spar mir die Antwort.
     
  3. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    Hi,
    ich habe gestern bei artour im MDR eine interessante Studie vorgestellt bekommen, die ganz gut in diesen Thread gepasst hätte, um zu begründen, warum die Historie in Ost und West unterschiedlich wahrgenommen wird.
    Da der "Warum wollten sie keine Wiedervereinigung?"-Thread inzwischen geschlossen wurde, denke ich, dass die Literaturempfehlung ganz gut auch hierhin passt, da die Längsschnittstudie vor und nach der Vereinigung durchgeführt wurde:

    Einheitslust und Einheitsfrust
    Junge Ostdeutsche auf dem Weg vom DDR- zum Bundesbürger. Eine sozialwissenschaftliche Längsschnittstudie von 1987-2006



    Verlagsinfo und Rezensionen

    zusammengefasster Inhalt der Studie aus dem Deutschlandfunk

    Hier die Internetseite der Studie mit den Ergebnissen im Überblick, ausgewählten Downloads und so weiter. Sehr interessant.

    Nun haben wir mal ein wenig einen Überblick über die Befindlichkeiten im Osten der Republik, jenseits von einzelnen Erfahrungen.

    Schönes Sonnenbad noch.
    Servus, LG lynxxx

    PS: Könnte ggf nach weiterem Rezensionsstudium ja auch in die Buchempfehlung eingearbeitet werden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. April 2007
  4. Hamburger

    Hamburger Gesperrt

    Interessante Studie und für gelernte DDR Bürger sicher ein Spiegel von sich selbst. Aber interessieren wird es an den wichtigen Stellen keinen, um richtige Schlüsse daraus zu ziehen. :(
     
  5. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    Es ist vielleicht ein bißchen off topic, aber beim überlesen von einem Beitrag von Saxo, mußte ich stutzen. Ich glaube, es war in dem Thread, in dem Saxo für einen Monat gesperrt wurde und den Hyokkose vorläufig in die Ewigen Jagdgründe geschickt hat.

    Saxo schrieb in einem seiner Beiträge, in der BRD sei die Prügelstrafe noch in den Siebzigern üblich gewesen. Ich habe dazu nichts geschrieben, weil ich Saxos Schlußfolgerungen haltlos fand.

    Er hatte aber nicht so ganz Unrecht. In Bayern wurde die Prügelstrafe an Schulen de iure 1970 und in Baden- Württemberg erst 1976 beseitigt. Ich mußte dabei an einen Vorfall aus meiner Schulzeit in Fellbach denken. Eine reichlich überspannte Lehrerin hatte meinem Schulfreund eine geklatscht. Hätte er zu Hause nichts erzählt, es wäre wohl nichts passiert. Seine Eltern waren allerdings beide Lehrer an einem Cannstatter Gymnasium, und seine Mutter eine wahre Löwin, wenn es um Kinderrechte ging. Es gab eine Beschwerde, der Elternbeirat trat zusammen und die Gemüter waren ohnehin erhitzt. Dann aber tat diese Dame etwas, was sie niemals hätte tun dürfen. Hätte sie ihren Fehler, ihre Überforderung eingeräumt, man hätte ihr verziehen, sie aber berief sich auf das gesetzliche Züchtigungsrecht. Der Rektor hatte ein Harmoniebedürfnis und hätte die peinliche Angelegenheit gerne auf sich beruhen lassen. Das Ganze ging bis ans Kultusministerium und die Dame wurde schließlich in die Schwäbische Alp versetzt. Das muß so etwa 1975-76 gewesen sein.

    Ich gebe aber gerne zu, daß das Ganze sicher folgenlos gewesen wäre, wenn es sich um ein Kind aus "bildungsferneren Schichten" gehandelt hätte.
     
  6. amicus

    amicus Gast

    Diese Erfahrungen kann ich nur bestätigen. In der 5.Klasse, es war das Jahr 1972, hat meine damalige Klassenlehrerin einen Schüler eine "geknallt". Der war nun nicht gerade zart besaitet, stand auf und hat ihr ebenfalls eine Ohrfeige verabreicht. Da war was los in der Schule; es ging jedenfalls hoch her. Im Endeffekt jedenfalls war die Dame nach Ablauf des Schuljahres nicht mehr an dieser Schule gesehen worden. Dem Schüler ist m.W. nichts geschehen. In Hamburg wurde die Erlaubnis zum "Schlagen" in der Schule schon früher einkassiert, also vor 1972 aufgehoben, worden. Ich kann mich noch gut an meine Grundschulzeit erinnern, wo ich von meiner "lieben" Lehrerin eine gewatscht bekommen habe.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 2. Mai 2007
  7. Mercy

    Mercy unvergessen

    Eine Diskussion über das Züchtigungs(un)recht der Lehrer wollen wir hier aber nicht weiterführen.
     
  8. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Ich habe mir eben mal vom Anfangsbeitrag bis jetzt alles durchgelesen. Irgendwie gerät das jetzt aus den Fugen.
     
  9. Dieter

    Dieter Premiummitglied


    So hat sich das - und zwar vorhersehbar - bei allen Threads entwickelt, die das Verhältnis Bundesrepublik-DDR, den Ost-West-Konflikt oder den Kalten Krieg thematisieren.

    Das kann nicht überraschen, da hier starke Emotionen und auch persönliche Betroffenheit mitschwingen. :fechtduell:
     
  10. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Dieter. Wundern tu ich mich nur, das hier ganz viele User über so ein Thema schreiben, die das alles nur vom hörensagen kennen.
    Wundern ist eigentlich das falsche Wort. Ich frage mich, wie in den Schulen mit diesem Thema umgegangen wird?
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. Juni 2007
  11. Barbarossa

    Barbarossa Neues Mitglied



    Das würde mich allerdings auch mal interessieren - hier vor allem die Schulen in den östlichen Bundesländern.
    :grübel:
     
  12. Dieter

    Dieter Premiummitglied


    Noch einige Jahrzehnte und die DDR wird ein von Legenden umwobener Mythos sein! Die Ansätze dafür sind bereits jetzt sichtbar, und schlagen sich in Filmen, Augenzeugenberichten und der Literatur nieder!
     
  13. Dieter

    Dieter Premiummitglied


    Die Lehrpläne der Bundesländer sind in Ost und West ziemlich einheitlich und sehen eine ganz normale Abarbeitung des Themas vor. Da steht dann z.B. in den Lehrplänen für Baden-Württemberg:


    Ähnlich gehen auch die anderen Bundesländer vor und das finde ich erfrischend unspektakulär!
     
  14. Tekker

    Tekker Gast


    Naja, Papier is geduldig, es kommt wohl mehr darauf an, wie der Stoff vermittelt wird (gilt natürlich auch für andere Themen)... :fs:
     
  15. R.A.

    R.A. Neues Mitglied

    Lehrpläne sind nur ein trockener Rahmen.
    Dagegen ist die Realität im Unterricht sehr unterschiedlich, je nachdem welche Erfahrungen Lehrer und Schüler mit hinein bringen.

    In manchen Gegenden im Westen (vor allem so weitab wie BaWü) wird das Thema manchen Klassen so fremd sein wie der 30-jährige Krieg: Man nimmt die Fakten pflichtgemäß durch, aber keiner hat irgendeine persönliche Beziehung dazu.

    Umgekehrt wird es im Osten immer wieder Klassen geben, wo der Lehrer und je nach Elternhaus viele Schüler große Distanz zur offiziell freudigen Sicht auf die Wiedervereinigung etc. haben - da wird das pflichtgemäße Durchkauen der Fakten schon mal eingefärbt sein.

    Und dann gibt es viele Klassen (z. B. in den ehemaligen Zonenrandgebieten des Westens, oder in Berlin, oder wenn der Lehrer oder einige Schüler starke Beziehungen in den jeweils anderen Teil haben), da kann das eine sehr interessante Diskussion mit vielen persönlichen Eindrücken geben.
     
  16. Dieter

    Dieter Premiummitglied


    Natürlich bieten die Lehrpläne nur einen Rahmen, den die Lehrer und Lehrerinnen methodisch-didaktisch ausfüllen müssen. Allerdings hat es in allen Bundesländern nach dem Pisa-Schock neue Pläne gegeben, die es den Lehrern zur Pflicht machen, bestimmte Kompetenzen zu vermitteln, die dann auch geprüft werden müssen.

    Insofern ist der Eindruck falsch, jeder Lehrer könne im Geschichtsunterricht machen, was er wolle. Auch ist es gefährlich, politisch extreme Richtungen zu vertreten, da dann Eltern auf die Barrikaden gehen und gebenenfalls Beschwerden bei den Schulämtern einreichen. Da das die Lehrer wissen, hüten sie sich vor solchen Praktiken.

    Abgesehen davon kenne ich zahlreiche Geschichtslehrer und die sind in der Regel sehr verantwortungsbewusst und gestalten ihren Unterricht so objektiv wie irgend möglich..
     
  17. Josephine

    Josephine Neues Mitglied

    Hallo alle miteinander,

    manche mögen es zwar erfrischend unspektakulär finden, wie in der Schule über die Wiedereinigung gelehrt wird, aber

    hallo, die Sache damals war nicht unspektakulär und kann wohl auch heute noch nicht, wahrscheinlich nie, so gesehen werden.
    Es war eine Besonderheit der Deutschen Geschichte und der Mauerfall war der Glücksfall der Geschichte und alles ohne Blutvergießen, also das sollte man doch nie vergessen, auch wenn es heute gerne viele vergessen möchten.

    Und es hat wahrlich nichts damit zu tun, gefährliche politisch extreme Richtungen zu vertreten.
     
  18. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Ich wiederhole mich gerne, der Eiserne Vorhang und somit auch die Mauer in der DDR fielen bereits in Ungarn Sommer 1989. Das DDR-Regime stand nun vor der Entscheidung eine Mauer auch nach Polen und CSSR zu errichten oder es so weiterlaufen zu lassen, wie sie es dann getan haben. Beide Möglichkeiten aber schlossen den Erhalt des bisherigen DDR-Regime aus. Deshalb die "Rette-was-zu-retten-ist"-Tänze ab Oktober 1989 bis März 1990 (Krenz, Modrow).
     
  19. Dieter

    Dieter Premiummitglied


    Die Gefahr, dass Lehrer ein extremes politisches Weltbild im Unterricht vermitteln, besteht seit jeher. Zum Glück sind solche Fälle in den letzten Jahrzehnten selten geworden, doch hat es sie nach 1945 durchaus häufiger gegeben - damals waren es noch stark dem Gedankengut des Nationalsozialismus verhaftete Lehrer.

    Nach der Wende bestand diese Gefahr wiederum, vor allem beim Geschichts- und Politikunterricht an ostdeutschen Schulen, wo man den Einfluss kommunistischer bzw. leninistisch-marxistischer Sichtweisen fürchtete. Aus diesem Grund wurden alle (oder doch die meisten) politisch vorbelasteten Lehrer und Lehrerinnen, die zu Zeiten der DDR diese Fächer unterrichtet hatten, aus dem Unterricht entfernt.
     
  20. Josephine

    Josephine Neues Mitglied

    Hallo Dieter,

    leider, muß ich Dir recht geben, leider, nicht deshalb, weil ich Dir nicht recht geben möchte, sondern leider wegen der Sache, denn es stimmt, dass vorallem Geschichtslehrer, die zumeist auch noch Gemeinschaftskunde(heißt das überhaupt heute noch so)lehrer sind, tendenziös hauptsächliche ihre eigene Sicht der Dinge, den Schülern lehren und auch keine andere Sichtweise gelten lassen. Und das sind nicht nur ehemalige DDR-Lehrer.

    @ hurvinek, es stimmt, der Eiserne Vorhang wurde bereits im Sommer 1989 duchlässig, als die Ungarn ihre Grenze nach Westen öffneten. Die Auswanderung der Menschen war natürlich auch voraussehbar, aber ob alles hätte so kommen müssen, wie es letztendlich gekommen ist, kann keiner wissen...
     

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