Der Slawenaufstand 983

Dieses Thema im Forum "Das Heilige Römische Reich" wurde erstellt von balticbirdy, 23. August 2010.

  1. Melchior

    Melchior Neues Mitglied


    Nöh, mit § 175 war da nix, ich habe im Staatsarchiv in Schwerin die einschlägigen Akten eingesehen. Insbesondere auch die Akten der persönlichen Finanzverwaltung und Verfahrensakten zur "Entschädigung" der "Geliebten" nach Ende des I. WK in der Weimarer Republik. Ich muß mal kramen, um die Findbuchnummern einzustellen bzw. der Konvolutsnummern.

    M. :winke:
     
  2. Silli

    Silli Neues Mitglied

    Die Quelle ist nicht problematisch. Das von mir beschriebene Szenario wurde den Akten und Urkunden (um 1750) im ehem. Schloßarchiv definitiv entnommen und in der von mir momentan nicht reproduzierbaren Heimatschrift veröffentlich. So hieß es für die Küchenplanung, daß die auf dem Kietz wohnenden Wenden eine gewisse Anzahl an Fisch pro Jahr unentgeldlich zur Verfügung zu stellen hatten. Andere (Wenden) mußten festgelegte Mengen Holz und sogar Töpferware an den markgräflichen Hof liefern, ohne dafür entlohnt zu werden. Im Budget wurden aber gleichfalls wohl bezahlte ähnliche Dienste "deutscher" Stadtbewohner verrechnet, sodaß man dem unterschiedlichen Umgang durchaus folgen konnte.
    In der gleichen Schrift wurde von einem Bewohner der Stadt berichtet, der auf Grund von Anfeindungen, da er eine auf dem Kietz vor der Stadt lebende Wendin ehelichen wollte, vor dem Markgrafen vorstellig geworden war. Der Markgraf entschied, daß er die Wendin heiraten könne, dann aber vor die Stadtmauer in den Kietz ziehen sollte und seine Bürgerrechte verlustig wären. Das Paar zog anschließend fort. In diesem Zusammenhang verweist der Autor auf früheres extremeres Vorgehen in ähnlichen Fällen bis hin zu Prügel und Anschlägen sogar mit Todesfällen. Wobei dies die Ausnahme gewesen sein dürfte.
     
    Zuletzt bearbeitet: 16. September 2010
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  3. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Quellenorientierte Argumentation ist ja eine gute Sache. Aber verrate mir mal, wo um 1750 noch eine "Wendin" hergekommen sein soll? Wendisch bzw. Elbslawisch war seit dem späten Mittelalter ausgestorben - abgesehen von einigen wenigen wendisch sprechenden Menschen im Hannoverschen Wendland, deren nahezu ausgestorbene Sprache Mitte des 18. Jh. ein Pastor aufzeichnete.

    Das Gebiet dieser Bevölkerungsgruppe zählte allerdings zum Herzogtum Braunschweig-Lüneburg und war kein markgräfliches Territorium. Vielleicht sind aber auch Sorben aus der Lausitz gemeint, doch gehörte diese in der fraglichen Zeit zu Kursachsen.
     
  4. Wilfried

    Wilfried Aktives Mitglied

    Nun ja, das Gebiet der hannöverschen Wenden erstreckt sich auch auf die Altmark. Und Uelzern war es nicht erlaubt, eine Frau aus dem Wendland zu heiraten, sie verloren sonst die Rechte als Stadtbürger.
    Man muß ja nicht windisch sprechen, um als Wende angesehen zu werden, Herkunft reicht.
     
  5. R.A.

    R.A. Neues Mitglied

    Das Beispiel war aber aus Schedt/Oder - also dem ganz anderen Ende der Altmark.
    Wie Repo und Dieter bin ich etwas skeptisch gegenüber dieser Quelle - jedenfalls was ihre Verwendung für unser Thema betrifft.

    Die unterschiedlichen Abgabepflichten scheinen wohl etwas mit dem Rechtsstatus zu tun zu haben - also Stadtbürger vs. Vorstadtbewohner. Und ansonsten sehe ich hier die typischen Rivalitäten zwischen verschiedenen Stadtvierteln mit unterschiedlichem sozialen Status.
     
  6. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Vielleicht erzählt uns Silli ja, wo die gute Frau herkam.

    Wer nicht mehr wendisch sprach und seine slawische Identität abgelegt hatte, war auch kein "Wende" mehr. Die Leute, die um 1900 von Polen ins Ruhrgebiet strömten, und dort bei den Stahlkochern oder im Bergbau eine Arbeit fanden (noch heute die vielen Familiennamen Majewsky, Podstafski usw.), sind demzufolge heute auch keine Polen mehr. :D
     
  7. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Die gesamte Westkurve auf Schalke...
     
  8. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Sawitzki, Libuda, Szymaniak, Kuzorra, Szepan, Tilkowski, Podolski,

    vermutlich 1.000Länderspiele für Deutschland
     
  9. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    ...und meine Großtante Zibulka aus Herne.
     
  10. Ostpreuße

    Ostpreuße Neues Mitglied

    Kleiner Hinweis am Rande: zwischen Altmark und Schwedt (also zwischen Elbe und Oder) liegen ungefähr 170 km.

    [Klugschei...modus off]
     
  11. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Mein Gott, dass wissen wir doch alle.
     
  12. Wilfried

    Wilfried Aktives Mitglied

    Danke für den Hinweis, denn 170 km ist nun wirklich nicht viel.
    Dresden Rostock ~ 420 km
    Also ein ziemlich schmaler Schlauch fürs Obotriten Reich
    zum Vergleich:
    Bad Sachsa Kiel sind 370 km
    Magdeburg Dortmund ~ 350 km so mal GANZ grob sächsisches Kernland.
    Ich denke, DAS erklärt mit, warum aus einem Obotriten-Staat nix geworden ist. Klingt arrogant, weiß ich. Aber dieser Staat wäre schon fast "überschaubar" gewesen.
     
  13. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Dieser "überschaubare" Staat hätte lediglich Ostholstein-Westmecklenburg umfasst. Dabei waren die Obotriten nicht so bissige Heiden wie die Lutizen.
     
  14. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Es ist zweifellos OT:
    Aber, DDR? eigentlich ja genau dieses Gebiet.
    Schweiz, Belgien, Österreich, Niederlande, Dänemark, Estland, Lettland

    ist doch alles überschaubar
     
  15. Melchior

    Melchior Neues Mitglied

    Eingehend auf #73

    Also ich habe seinerzeit folgende Akten eingesehen, Landeshauptarchiv Schwerin, Recherche Schwerpunkt, Adolf Friedrich VI.

    Meckl.-Strelitz Bestand:

    Min. des Inneren, Staatsministerium, Gesandschaft Berlin:
    Signaturen, beginnend ab 117 bis 877

    Fürstliches Haus: I 215 bis I 795, allerdings mit einigen Lücken.

    Der Bursche war m.E. nicht schwul. Vielmehr hat er eine Masse von Hotel- und Bewirtungsrechnugen hinterlassen, viele aus Ahrenshoop, clever, clever, war ja auch schon Preußen und nicht das Ghzm. seines Oheims.

    Danach gab es zivilrechtliche Auseinandersetzungen zwischen dem "Fürstlichen Haus" und der früheren Geliebten bzw. deren Familie, die sich bis in die 1930'er Jahre hinzogen.

    M.
     
  16. Wilfried

    Wilfried Aktives Mitglied

    na, bis auf die Schweiz und Dänemark müssen die anderen erstmal die 200 Jahre Eigenstaatlichkeit schaffen. Und das wird auch ohne begehrliche Nachbarn schwer.
    Die DDR hat´s ja schon ~40 Jahre nach der Gründung zerlegt.
    Und wenn Heinrich der Löwe nicht die Wenden als Ausrede für nen Kreuzzug gebraucht hätte, wäre es wohl doch noch was geworden
     
  17. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Vielen Dank.
    Ist ja sehr interessant.

    WIKI zB will das wissen:
    Ich nehme mal an, daher habe ich auch mein Falschwissen.
     
  18. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Tucholsky schreibt in Militaria wie an einem Tag im Herbst 1917 eine Info vom Großherzog in der Tageszeitung erschien, unterzeichnet "Adolf Friedrich im Felde"
    Tucholsky hat dann die Speisekarte jenes Tages von Oberost, wo sich kgl. Hoheit aufhielt, daneben gesetzt.
    Wahnsinn

    Aber OK, kapp 1.000 Jahre später :cry:sorry
     
  19. Ostpreuße

    Ostpreuße Neues Mitglied

    Hängt das mit meinen erst 6 Beiträgen zusammen, daß Du so reagierst, oder hast du einfach nur schlecht geschlafen? Geht's vielleicht auch ein bisschen freundlicher? Danke.
     
  20. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Jetzt nehme ich die Finger
    OK bei Belgien fehlen 20Jahre, Österreich, seit den Babenbergern brutto für netto 900 Jahre, Niederlande lässig 500 bei den Letten können wir das Herzogtum Kurland als Vorgängerstaat nehmen.

    Ergo Du bis auf dem Holzweg lediglich DDR
     

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