Franken und Türken

Dieses Thema im Forum "Die Franken" wurde erstellt von tela, 5. November 2019.

  1. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Dieses Spalter-T-Shirt findet sich bis heute in ostdeutschen Souvenirläden.
     
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  2. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

    Aber noch mal zurück zu den türkischen bzw. germanischen Runen: von den Zeichen beider Schriftsystemen sind nur wenige Zeichen gleich oder sehr ähnlich. Und bei diesen Zeichen gibt es nur einige mit einem gleichen oder ähnlichen Lautwert.

    In der ersten Zeile ist das Orchon-Alphabet, in der zweiten das Futhark.

    In dem von Sepiola eingestellten Vergleich Orchon/Futhark-Alphabet hat das erste Zeichen einen ähnlichen Lautwert in beiden System (a bzw. ae), das dritte c2 bzw. z. Tja, und da hört es eigentlich auf.

    Laut Wiki hat das erste Zeichen einen Lautwert zwischen e und i, möglicherweise ein Diphtong wie in "Hey".
    https://de.wikipedia.org/wiki/Ihwa

    Das dritte Zeichen ist die https://de.wikipedia.org/wiki/Elhaz mit dem Lautwert *z (was immer das heißen mag). Ist das wie ein Z in Zunge oder ist damit das stimmhafte s wie in Sonne gemeint?

    Und wie wird das entsprechende alttürkische Zeichen c2 ausgesprochen???


    Die Herkunft beider Schriftsysteme liegt im historischen Dunkel. Es gibt nur Vermutungen, dass die germanischen Runen aus norditalienischen Schriftsystemen abgeleitet sein könnten. Damit wären sie auch letztendlich über das griechische vom phönizischen Alphabet abgeleitet. Einige Zeiche mögen auch vom lateinischen Alphabet abgeleitet sein.

    Leider konnte ich aus den Wiki-Artikeln nichts darüber finden, aus welchen Vorgängerzeichen sich die o. g. germanischen Runen entwickelt haben könnten.

    Bei den türkischen Runen gibt es nur Spekulationen über deren Ursprung. Es könnte auf das aramäische Alphabet zurückgehen und damit letztendlich auf das phönizische.

    Ich halte also die Ähnlichkeiten bei einigen Zeichen für Zufall.
     
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  3. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Das ist das stimmhafte s wie in Sonne. Zum Teil ist das germanische z zu einem R geworden:
    Rhotazismus – Wikipedia

    Wie das tsch in Quatsch.
     
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  4. Franky

    Franky Neues Mitglied

    Gibt´s nicht ein Troya auch in Frankreich? Nicht unweit von Reims?....Im 5./6. Jhd. wurde dies die neugewonnene Gegend der Franken. Ein Schmelztiegel von Romanogalliern und Franken.
    Andererseits führen Ursprungslegenden immer sagenhafe Bezüge mit sich und werden oft auf Götter oder Helden gestützt. Bei den Langobarden sollen es zB. die Viniler sein.. Man möchte gleich an Wien, Windobona,.. denken)). Oder die Weser? Oder sind Namen nur Schall und Rauch und meist Zufall?
     
  5. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    gentem Torcorum
    Der bekannteste Ortsname der in Frankreich in Richtung "Troja" verweist, dürfte Troyes sein (wegen Chrétien von Troyes, einem bekannten Dichter altfranzösischer Versepen, die z.T. von Wolfram von Eschenbach und anderen deutschen Dichtern aufgegriffen und zitiert und/oder übersetzt wurden).
    Troyes stammt vom Stamm der Tricasser, war die Civitas Tricassium. Der Ausfall des intervokalischen [k] ist seit dem 13. Jhdt, (1230) belegt, zuvor eine Lenisierung zu Trece/Treche (wohl ['tret⁠ʃə⁠].

    Da die Franken das spätere Troyes noch mit dem intervokalischen -k- kennenlernten, hatte das keinerlei Relevanz für den Troja-Mythos. Der war eher bei der Colonia Ulpia Traiana anwendbar.

    In diesem Thread geht es aber nicht um den Troia-Mythos, sondern um eine konkrete Quellenstelle, in der gentem Torcorum erwähnt werden.
     
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  6. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Meinst Du Troyes?
    Die hieß in der Antike (Augustobona) Tricassium, im 5. Jahrhundert dürfte sich der Kurzname Treca(e) eingebürgert haben. Da sind wir noch weit von einem Gleichklang mit "Troja" entfernt.

    "Schall und Rauch" stimmt natürlich nicht, man kann manchmal die Geschichte eines Namens weit zurückverfolgen und der Bedeutung auf die Spur kommen.

    Namensähnlichkeiten sind allerdings tatsächlich meist Zufall.
     
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