Herkunft der Kurden

Dieses Thema im Forum "Hochkulturen Mesopotamiens" wurde erstellt von Gast, 1. Mai 2007.

Schlagworte:
  1. DonEro

    DonEro Neues Mitglied

    Dafür kann ich ebenfalls garantieren! Ich kann euch auch erklären, warum man die Yeziden als .....anbeter bezeichnet.
     
  2. Maglor

    Maglor Aktives Mitglied

    Das ist wirklich sehr interessant!
    Das Jesidentum ist also kein Einzelfall. Ich glaube auch nicht, dass es eine derartige Schlüsselstellung bei der kurdischen Ethnogenese entnimmt, wie es diese jesidische Homepage behauptet.

    Anmerken möchte ich hierzu noch, dass derartige religöse Vielfalt (insbesondere winzige mit unter traditionsreiche, synkretische Religionen) im Norden des Nahen und Mittleren Osten keineswegs eine Seltenheit ist.
    Zoroastrier, Drusen, Bahai... Das Jesidentum an sich also gar nicht so ungewöhnlich wie es auf dem ersten Blick aussieht.
    Die Vielfalt der kurdischen Religionen ist also nicht so ungewöhnlich, wie es auf dem ersten Blick aussieht.

    Als ob die religiöse Vielfalt noch nicht ausreichen würde, gibt es heute auch noch rund 10000 kurdisch-sprachige also kurdische Juden.
    Viel Spass, also mit der Diskussion, ob die Kurden der legendäre 13 Stamm Israel etc sind.:rofl:
     
  3. kurdish-power

    kurdish-power Neues Mitglied


    Wie die Stellung der Yesiden oder des yesidischen Glaubens unter allen Kurden zu bewerten ist vermag ich leider nicht zu beantworten. Jedoch ist es durchaus denkbar, daß vor der Islamisierung durchaus weit mehr bis fast alle Kurden damals entweder den yezidischen Glauben oder sehr ähnliche Glauben hatten. Es betrifft aber wohl eher die religiöse Seite. Die Ethnogenese als Ganzes beinhaltet aber auch weitere Aspekte.

    Auch kann man im religiösen Sinne festhalten, daß auch der alevitische Glauben sehr ähnliche Elemente bewahren konnte aber zusätzlich auch noch islamische bzw. schiitisch, islamische Elemente integriert hat. Es gibt innerhalb der alevitischen Organisationen auch einen Streit darüber, ob der alevitische Glauben überhaupt als islamisch zu betrachten ist. Einige Glauben, daß nur die Terminologie übernommen wurde aber die eigentlich Glaubensinhalte eher un- bzw. vor-islamisch sind. Der yezidische Glauben ist jedoch völlig unbeeinflußt vom späteren islamischen Glauben geblieben. Das macht ihn auch besonders. Auch besonders für uns nichtyezidischen Kurden.



    Die Vielfalt ist tatsächlich gegeben.

    Zoroastrische Elemente sind bei den kurdischen Glauben vielfach erhalten geblieben.

    Die Bahai kann man auch hinsichtlich der alten orientalischen Glauben untersuchen jedoch sollte man auch erwähnen, daß ihr Religionsstifter Bahá'u'lláh in den Jahren 1817 bis 1892 gelebt und gewirkt hat. Es ist daher eher davon auszugehen, daß weit ältere orientalische Elemente eingeflossen sind. Desweiteren sind die Bahai völlig offen für Konvertiten, was bei den anderen orientalischen Glauben nicht so ist.

    Die Drusen sind sehr interessant. Zum einen haben sie auch viele religiöse Eigenschaften die Übereinstimmungen mit denen der alten kurdischen Glaubensrichtungen aufweisen. Auch lebt ein Großteil von ihnen in Syrien und Libanon. Innerhalb Syriens liegt auch der westlichste Teil Kurdistans. Man kann sie daher fast schon als direkte Nachbarn der Kurden betrachten. Übrigens gibt es auch eine kleine aber feine Gemeinde (Enklave) an Kurden im Libanon.


    Die jüdischen Kurden hatte ich auch schon aufgezählt. Jedoch, wenn man an die Verhältnismäßigkeit dessen denkt, daß es ca. 30-40 Millionen Kurden gibt - demgegenüber 5 Millionen Juden in Israel, vielleicht noch Paar Millionen in der Diaspora - würde ich eher sagen, daß die Juden vieleicht eher der 13. Stamm der Kurden sind.:rofl::D


    Nein Spaß, bevor meine kurdischen, sunnitischen Brüder und Schwestern und die Juden mir den Kopf einschlagen. ;)


    Es steht übrigens auch in deinem Link, was ich in meinem ersten Beitrag thematisiert hatte, wurden durch die Neo-Assyrer nicht nur viele Kurden aus Kurdistan gen Osten deportiert sondern auch viele Juden damals nach Kurdistan.

    Auch sollen eine oder mehrere Herrscherdynastien im historischen Adiabene (zur parthischen Zeit), in der Region Kurdistans zum jüdischen Glauben gewechselt haben. Was ein Hinweis darauf sein könnte, daß es dort Juden gab und sie damit religiösen Einfluß auf die Herrscherdynastien ausgeübt haben könnten.
     
    2 Person(en) gefällt das.
  4. Alecokur

    Alecokur Neues Mitglied

    Hat zwar nicht direkt mit dem Thema zu tun, aber:
    Dass im Alevitentum ein Endogamiegebot herrscht, bezweifle ich. Es ist nirgends festgelegt (meines Wissens weder schriftlich noch mündlich), es ist lediglich Brauch. Ist ja auch klar, wenn man bedenkt in welche Religionsstreitigkeiten die Aleviten und Sunniten gerieten. Ausserdem werden die Aleviten mit einer gewissen Ablehnung der Sunniten erzogen. Wenn man also schon so erzogen wird, dass man misstrauisch ist gegenüber Sunniten, ist es klar, dass es jahrhunderte lang praktisch keine Ehen zweischen Aleviten und Sunniten gab. Aber dass ein explizites Gebot herrscht, ist mir neu. Man kann es als empfohlen betrachten. Denn schliesslich würde widerspräche dieses Gebot auch der alevitischen Philosophie (was nicht zwangsläufig heisst, dass kein Endogamiegebot herrscht).
     
  5. mervan

    mervan Neues Mitglied


    laut quran lebte abraham in zeiten vom tyran (könig) nemrud wessen stadt das heutige urfa ist man geht davon aus das abraham da in der nähe geboren ist da er bis zu einem bestimmtem alter nicht seriöse strecken gereist ist.

    urfa liegt sehr wohl in THE AREA OF KURDISTAN (anatolien)
     
  6. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Der Qur'ān, wenn man mal davon ausgeht, dass er nicht auf göttliche Inspiration zurückgeht, denn das tun und können nur Muslime, ist keine gute Quelle für das Leben Abrahams (so ein Hirte dieses Namens denn je existierte). Schon die biblischen Texte, die von Abraham berichten, wurden 900 Jahre vor Christus und 1520 Jahre vor der Hiǧra verfasst, sie sind keine zeitegnössischen Berichte und vertrauenswürdigen Quellen und auf den Qur'ān (der im Übrigen immer wieder Kenntnis biblischer Geschichten voraussetzt, weil er sie nur zitiert, aber nicht erzählt) trifft das dann dreimal zu. Abraham lebte - wenn der denn überhaupt lebte - etwa 2000 vor Chr. oder 2620 vor der Hiǧra (in Sonnenjahren)
    Laut Bibel wurde Abraham nicht in Urfa in der heutigen Türkei, sondern in Ur im heutigen Süd-Iraq geboren, arabisch اور. Der Qur'ān kennt keinen Herkunftsort von Abraham.
     
  7. rena8

    rena8 Aktives Mitglied

    Urfa ist eine sehr alte Stadt, über die es viele Mythen und Legenden gibt. http://www.geschichtsforum.de/f22/g-bekli-tepe-2728/index5.html etwa ab Beitrag 80.

    Nur muß man sich entscheiden, ob man seine Identität vom Ort ableitet, da hättest du mit der Gegend um Urfa locker Jahrtausende Vorsprung.

    Oder vom Volk der Kurden, dass objektiv erst sehr viel später durch die kurdische Sprache nachweisbar ist.
     
  8. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    Ja, ich habe nur schon manchmal in diversen Threads gesehen, dass einige völlig abstruse Thesen von offensichtlichen Greenhorns, die mal was in "Astro-Heute" gelesen haben, einige Antworten provozierten, dass sich gar die langjährigen Member seitenweise darüber amüsierten, was dazu führte, dass solche Threads gewissermaßen "gekidnapped" wurden, und in den Smalltalk verschoben wurden. Manchmal konnte Hyokkose, oder andere, auch ich, die Mods dazu bewegen, lieber die Offtopic Posts zu löschen/verschieben, um den Thread wieder allen zugänglich zu halten. Manchmal gelang dieses nicht, und all die mühselige Recherche zur Widerlegung von blödsinnigen Thesen war für die Katz (bzw. nur noch für Mitglieder sichtbar). Das war schade, denn diese Threads mit den stundenlangen Recherchebemühungen konnte ich in externen Diskussionen immer wieder gut gebrauchen, z.b. in der Wiki, wo ebenfalls diverse unzähliche Thesen immer wieder auftauchen. Gäbe es nur einige wenige Post, wäre eine Verschiebung zu verschmerzen, aber ansonsten wollte ich nur darauf aufmerksam machen, dass viele hier mit Schweiß und Ernst versuchen Schwachmaten die Stirn zu bieten.

    Falls man mit Ironie die Stirn bieten möchte (was ja spaßig und legitim ist, lache gerne auch mit...) könnte man ggf. einen neuen Thread im Smalltalk eröffnen, und dort alle Theorien zu dem Koreaner Adam aufzählen, die einem einfallen... :rofl:

    Just my 4 Dollars... ;)
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 31. August 2009
    1 Person gefällt das.
  9. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Lieber lynxxx,

    ich habe dir schon mal gesagt, dass wir hier Geschichte betreiben und nicht missionieren. Derlei funktioniert nicht, da die entsprechend zu missionierenden Personen ein festgefahrenes Weltbild haben. Die wollen gar nicht der geschichtlichen Wahrheit näher kommen, sondern sie wollen Geschichte als politische Manövriermasse gebrauchen. "Wir waren hier schon immer", "der hat aber angefangen", "der wohnt in unserem Land". Dabei ist die Argumentation häufig absolut unstringent: Da wird das Recht auf ein Land mit der erfolgreichen Eroberung begründet, spätere Eroberer sind aber feindliche Invasoren, die immer nur Böses wollten.
    Ein Ex-Mitglied des Forums, mit dem gerade Du Dich immer wieder auseinandergesetzt hast, musste sich immer wieder Deiner Argumentation geschlagen geben, fing aber immer wieder mit diesem Thema an und seine in Landessprache gehaltenen Signaturen verherrlichten immer wieder in nationalistischen Tönen irgendwelche Militärs. Dieses Ex-Mitglied hast Du von seinem nationalistischen Geschichtsbild nicht geheilt, obwohl Du die besseren Argumente hattest. Mission not accomplished!
    Es gibt auch ein relativ junges Beispiel dafür, wie wenig manche einfach wissen wollen:
    http://www.geschichtsforum.de/f26/perseus-und-persephone-18744/
    Ergebnis: Die Widerlegung nationalistischer Mythen wird von ihren Anhängern einfach ignoriert. Damit ist jeder Beitrag, der Geschichte nicht um ihrer selbst Willen betreibt, sondern missbraucht und beugt, erfolgreiche Propaganda hier im Forum, wenn er stehen gelassen wird.
     
  10. Hans forscht

    Hans forscht Aktives Mitglied

    @quijote: Ich persönlich mache mir immer wieder die Mühe mit Leuten zu diskutieren, die Meinungen vertreten, die ich falsch oder gar dämlich und gefährlich finde. Viele Leute meinen, das lohne nicht der Mühe. Ich sehe das anders. Ich denke, daß es sehr viel verlangt wäre, daß jemand mit einer faschistoiden Einstellung auf Grund guter Argumente gleich einlenkt und seinen bisher geäußerten Positionen abschwört. Mir genügt es, wenn er später im stillen Kämmerlein nachdenkt, und dann gilt das Prinzip "steter Tropfen hölt den Stein". Irgendwann macht es dann vielleicht doch mal Klick.
     
  11. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Das Problem ist bloß, dass der stete Tropfen meist eher das Umfeld ist, in dem sich die Extremposition erst herausgebildet hat, nicht die historische richtige Argumentation, die vielleicht auch noch viel zu differenziert daher kommt. Nationalchauvinisten denken in simplen Schwarz-Weißbildern, Freund-Feind oder gut-böse.
     
  12. rena8

    rena8 Aktives Mitglied

    @Hans, so halte ich es auch im wirklichen Leben und möchte es hier auch so machen.

    El Q., vielleicht ist es in vielen Fällen "vergebliche Liebesmüh", es gibt aber durchaus Beispiele, wo "zwischen den Zeilen" ein gewisser Umdenkungsprozess zu erkennen ist und das am Ende einer Diskussion jemand sagt "du hast recht und ich habe unrecht", passiert auch im wirklichen Leben höchst selten und wenn wäre es nicht ehrlich.
     
  13. Agirparez

    Agirparez Neues Mitglied

    Es ist zwar sehr lange her was hier geschrieben wurde, aber ich kann das so nicht stehen lassen. Die Kurden sind einer der ältesten Völker im nahen Osten. Jetzt würde man sagen ja woher will er das wissen oder wie kommt er auf sowas. Ich habe mich sehr mit kurdischer Geschichte und Vergangenheit beschäftigt.

    Man muss nicht direkt auf die Benennung der Kurden gehen, sondern auf die kurdische Sprache selber. Die Kurden wurden damals je nach Machthaber anders genannt. Auch heute werden die Kurden im arabischen nicht Kurden, sondern Krad genannt. Auch gleich zu setzen, dass Deutschland in der Welt nicht als Deutschland, sondern entweder Germany oder Alemania genannt.

    Die deutschen stammen von den Germanen, aber nennen sich heute Deutsche. Warum? Weil sie zu einer Nation wurden und sich vereint haben. Genau das Problem liegt auch zur Zeit bei den Kurden. Ich definiere euch erstmal das Wort Kurde.

    Kurd - ist Altkurdisch und kommt bedeutet im jetzigen kurdisch Xurt. Das man "d" und "t" fast gleich ausspricht spielt keine Rolle. Es hat sich also eigentlich nur der erste Buchstabe verändert. Wie alle Sprachen der Welt veränderte sich auch kurdisch. Daher Wurde Kurd zu Xurt. "Xurt" wiederum bedeutet auf kurdisch "Stark". ZUsammen gesetzt mit i-stan bedeutet es Land-der-starken. Kurd-i-stan. Dieses Beispeil sieht man auch bei Afghanistan, Pakistan... Da die Kurden in der indogermanischen-/ europäischen Sprache sind bedeutet "stan" Land. Auch Heute wenn man einen Kurden aus einer Stadt benennt Berlin würde man sagen : Mustafa Berlin-i auf deutsch übersetzt Mustafa aus/von Berlin.
    Daher ist der Pronomen "du" im kurdischen immer am Ende mi "i". Tu zanay-i, tu hejay-i und so weiter.

    So zu der Herkunft der Kurden.
    Die Kurden kommen ursprünglich aus dem Zagros-Gebirge. Das Wort Zagros hat im kurdischen eine wichtige Bedeutung. "Za" wird oft im kurdischen benutzt. Ähnlich wie Saint als heillig, wird "Za" als eine Art heilig, besonders oder positiv genannt. Z.B. Zar / Zarok auf deutsch Kinder (Kinder sind etwas besonderes) Zayin auf deutsch übersetzt Geburt (auch etwas positives/ besonderes) Zana auf deutsch übersetzt Waise, Klug, Gebildet (auch positiv). Daher "Zag" als Geburt und "ros" als Tag. "ros" ist gleich zusetzen wie Newroz, dass Neujahrsfest. auf deutsch heisst Newroz neuer Tag, aber die Bedeutung ist das neu Jahr. Direkt übersetzt würde Zagros auf deutsch Geburtstag heissen. Aber die Bedeutung würde auf deutsch als Anfang (der Menschheit) zu definieren. Man kennt das bei den Übersetzungen. Viele Sätze kann man nicht direkt übersetzen, deswegen hört es sich auf deutsch komisch an.

    Das erste Volk von Zagros nannte sich Gudi / Gudäer. Natürlich ist wieder die Frage wie haben damals die Menschen ihrer Sprache dieses Volk genannt? Einige nannten sie Guti, andere wiederum Quti. So ergab sich dieses Erkenntnis. Gudi - Guti- Quti-Qurti-Qurdi-Kurdi. Alle Wörter sidn dei selben, aber wurden von Machthabern damals je nach Volk bißchen anders genannt. Man weiß das in Mesopotamien viele Völker geherscht und auch niedergegangen sind. Das Wort Gudi ist wiederum ein indogermanisches Wort. Auch im deutschen oder im englischen gleich zu setzten mit dem Wort Gut, Gott, good, God. Da die Gudäer einen Menschen (den Oberhaupt) als Gott sahen, nannten sich sie das Volk Gudi. Nicht zu vergessen das Gudi und Kurdi gleichzusetzen ist und "stark" bedeutet. Gott ist stark. Gott ist stark und Gut. Daher der Oberhaupt war Waise, stark und ein guter Mensch. Erst später kam die Sonnenreligion. Daher benutzen die deutschen das Wort Gott bis Heute noch als Gott. Was eigentlich ja auch vom Gut kommt. Gut und Gott ist das gleiche Wort nur ist Gut ein Gefühlswort im Gegensatz zu Gott. Das man auch das medische Reich als die Vorfahren der Kurden bezeichnet ist auch nicht falsch. Da das Wort "med" / "merd" ebenfalls stark bedeutet. Merdan heisst zum Beispiel Hammer. Hammer ist eine Eigenschaft für stärke. Aber die Kurden stammen von den Gudäern ab.

    Es gibt viele Wörter im kurdischen die im deutschen eigentlich noch fast identisch sind. Zum Beispiel das Wort "Scharm". Im kurdischen heisst es "Sherm". Ich schäme mich - ez sherm dikim.

    Das sind einige kleinere Beispiele von vielen. Jetzt zum Thema Pronomen.

    Im kurdischen gibt es diese Pronomen : Ich – Ez, Du-Tu, Er/Sie/Es- Ew, Wir-Em, Ihr-Hun und Sie-Ew.
    Auch im deutschen gibt es zwei Pronomen die gleich auszusprechen sind, aber eine andere Bedeutung haben. Auch im englischen gibt es nur ein bestimmter Artikel und zwar nur The. Aber weiderum he, she, it. Im kurdischen ist es auch so. „ew“ bdeutet er, sie, es aber wenn man den Satz konkreter ausspricht erkennt man dann die Geschlechter. Auch im englischen ist es so. The wird einem erst am Satzende bekannt um welches Geschlecht es sich handelt. Im kurdischen war das Wort „ew“ eigentlich als „es“ bezeichnet. Denn es gibt diesen Satz : EW wi nexwest – Er wollte ES nicht oder EW ne raste – DAS ist nicht richtig. Also ist eigentlich das Wort „ew“ neutral. Das Ew in der Pluralform von Sie erkennt man auch wenn man die Pluralform ausspricht. Zum Beispiel: EW nehatin – SIE kamen nicht. Auch im deutschen ist es so. Also gibt es im kurdischen sehrwohl Geschlechter, aber sie sind erst mal als das Wort „ew“ was neutral ist und auf deutsch „es“ bedeutet bezeichnet. Genau wie im englischen „the“.
    ZU den kurdsichen Dialekten. Zazaki / Dimilki / kirmancki. Kurmanci und sorani sind kurdisch und sind sehr engmiteiander verknüpft. Es sind halt Dialekte wie sie es überall auf der Welt stattfinden. In Niedersachsen geboren und in Bayern zu leben ist schwer die Bayern zu verstehen. Aber dennoch sind die Bayern deutsche. Also nicht eine ganz andere Sprache, sondern ein anderer Dialekt. Genauso wie es verschiedene Mundarten gibt. Eine Gegenseitige Verständigung ist sehr wohl möglich, aber man muss bedenken das den Kurden ihre Sprache verboten wurden. Viel türkische und arabische Wörter haben sich eingeprägt so das ein sorani Sprechender kaum einen zazaki / dimilki / kirmancki verstehen kann.
    Es liegt also nicht am Dialekt, sondern an den Fremdwörtern.

    Zum Thema Religionen:

    Das Yezidentum gilt als eine alte Religion und beziehts ich aus dem kurdischen Ezda – Gott.
    Die Kurden haben 2 Wörter für Gott, dass eine wie im persischen Xweda und das Wort Ezda.
    Xweda – Der der sich selbst geschöpft hat und Ezda – der der mich erschöpft hat. Den Engel-Pfau Tawisemelek sehen sie als Erlöser. Tierkult sieht man sehr oft in alten Religion wie zum Beispiel im Hinduismus die Kuh. Auch in der Zeit von Moses hat man die Kuh angebetet oder als Gott anerkannt.
    Zwar wird Tawisemelek nicht als Gott gesehen, aber als Engel. Im Yezidentum ist der Erzengel Tawisemelek von Gott in die Hölle verbannt sein, weil er sich Gott gleichstellen wollte. Da aber Tawisemelek die Hölle mit den Tränen ausgelöscht hat und Gott um Verzeihung bat, verzieh ihm Gott. So wurde Tawisemelek als Bewundernswert dargestellt. Weil Tawisemelek seine Fehler erkannt hat und gesehen hat nichts ist gleichzustellen mit Gott. Da nach den abrahamischen Religionen (Judentum, Christentum und der Islam) der Erzengel Lutzifar / Teufel von Gott abgesand wurde und in die Hölle geschickt wurde auch dort blieb, bezeichnet man die Yeziden als Teufelsanbeter. Im Yezidentum kam der verbannte Engel zurück, aber im abrahamische Religionen bliebt der Erzengel in der Hölle und wurde zum Bösen gekennzeichnet. Im Yezidentum wiederum gibt es kein Böses und neben Gott gibt es keine andere Macht.
    Das es jüdische und christliche Kurden gibt ist gesagt worden. Aber ich will zum Thema Aleviten.
    Aleviten kommen ursprünglich aus dem heutigen kurdischen im Iran. Aleviten werden mit Schiiten gleichgesetzt, aber andere Rituale haben. Nach meinen Erkenntnissen sind Aleviten keine Moslems.
    Sie sind eher mit den Yeziden verwandt und gelten eigentlich als viel ältere Religion. Die Perser nannten sie Alevi. Alev bedeutet auf iranisch Feuer / Flamm. Da damals die Sonnenreligion sehr verbreitet war nannte man auch viele Kurden Agirparez – Feuer-/Sonnenanbeter. Das Licht ( Sonne, Feuer) bedeutet Leben. Feuer ist auch heute noch sehr wichtig für Menschen. Ein Leben ohne Feuer kann man sich gar nicht vorstellen. Die Alevi haben sich entschieden sich als Moslems bezeichnet damit nicht alles untergeht. Als der Islam verbreitet wurde kam es zu Brutalitäten so wollte man sich schützen. Auch Heute sieht man viele Ähnlichkeiten mit dem Yezidentum als mit dem Islam. Das Wort Alevi stammt nicht von Hz. Ali, sondern vom iranischen Alev – Feuer / Flamme.

    @Mervan nein der Prophet Abraham ist nicht in der Stadt Urfa geboren, sondern lediglich gestorben. Seine Heimatstadt war Ur und liegt im Süden des jetzigen Iraks. Als er in Urfa gestorben ist hat man den Ort nach seiner Heimatstadt Ur benannt. Dazu kam dann Urfa. Das trägt dazu bei, dass beide Städte nähe dem Fluss Eurphrat liegen.

    Ich hoffe ich habe euch damit etwas geholfen.
     
  14. Arsacides

    Arsacides Neues Mitglied


    Ausgehend von dieser Passage muss ich doch widersprechen. Der geographische sowie der zeitliche Ursprung der alevitischen Konfession gilt als unbekannt, auch wenn gemeinhin Haci Bektas Veli als eine zentrale Figur gilt, der aus dem iranischen Gebiet nach Anatolien eingewandert ist. Die Aleviten sind eine Konfession innerhalb des Islam, die dem schiitischen Zweig angehört, aber viele Elemente aus anderen Religionen angenommen hat (z.B. die Bedeutung der Elemente aus dem Zoroastrismus, und womöglich einige Aspekte aus "ketzerisch" - christlichen Bewegungen). Wie du jedoch darauf kommst, dass mehr Gemeinsamkeiten mit den Yeziden vorhanden wären, ist mir schleierhaft - denn diese galten seit jeher als verschlossen und dulden auch heute noch keine Aussenstehende. Fraglich, ob die Aleviten irgendeinen Zugang zu dieser Gemeinschaft hatten, erst recht wenn man bedenkt, das sie schon seit Jahrtausenden besteht (die alevitische Richtung hingegen schätzt man hingegen auf allerhöchstens 700 - 800 Jahre). Rein gar nichts zu tun hatte und hat man mit den Alawiten aus dem arabischen Raum - hierzulande werden die Begriffe gerne verwechselt, in der Türkei weiterhin gar für eins gehalten - brisant, wenn man bedenkt, dass mit Assad derzeit einer nicht gerade für positive Schlagzeilen sorgt.

    Die Mehrheit sieht sich aber als Moslems, wobei es eine "radikale" Fraktion gibt, die darauf beharrt, eine eigenständige Religion zu sein. Ich führe dieses Phänomen auf die politische Entwicklung der letzten Jahrzehnte zurück und den damit einhergehenden Verdächtigungen gegen den Islam, v.a. unter Eindruck der Moslems, die in Deutschland oder Österreich leben. Jedenfalls war diese Streitfrage der Hauptgrund, mit Pogromen gegen die Aleviten vorzugehen - übrigens sind diese in der Türkei auch heute noch nicht als Glaubensgemeinschaft anerkannt und somit Religionsunterricht ausgeschlossen, im Gegensatz zu etwa Österreich, wo die Anerkennung Ende 2010 durchgesetzt wurde.

    Grundsätzlich gilt: Wer das Glaubensbekenntnis ausgesprochen hat (zu dem die Aleviten nunmal stehen), ist Moslem. Der Rest sind dogmatische Streitigkeiten. Die Scharia, die fünf Säulen etc. sind alles Dinge, die ein Moslem einhalten sollte, aber keine Voraussetzung, um ein solcher zu sein. DAS ist ein fundamentaler Denkfehler, der schon oft zu Konflikten geführt hat.


    Übrigens ist auch der Ursprung der Kurden nicht geklärt und das Zazaki eine eigenständige nordwestiranische Sprache, die Zaza somit ein eigenes Volk. Zu behaupten, die Unterschiede wären lediglich in Form von fremden Lehnwörtern enthalten, ist allein deshalb schon unsinnig, weil sowohl Zaza als auch Türken und Kurden dieselben Lehnwörter annahmen - aus dem arabischen, dem persischen, später dem französischen. Alles in allem also nicht nur sehr unbedachte, sondern gefährliche Aussagen, die du hier tätigst.

    Aber das ist wieder ein anderes Thema.
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. Oktober 2011
  15. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Moment ... Dass Abraham aus Ur stammte, stimmt. Aber gestorben ist er wohl in der Nähe von Hebron.
     
    1 Person gefällt das.
  16. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Liebe/r Agirparez,

    einige Fragen, die du stellst, beantwortest du nur sehr unbefriedigend (etwa, warum die Deutschen sich Deutsche nennen), aber das ist hier irrelevant.

    Was du zu gewissen wortgeschichtlichen Sachverhalten schreibst, ist zwar phantasievoll, aber leider auch nur das.

    Wenn ich richtig informiert bin, ist das Wort kurdî im gegenwärtigen Kurdischen existent. Wenn gleichzeitig noch das Wort xurt besteht (hat das etwas mit 'Leistung' zu tun?), dann bedarf es einer ausführlicheren Erklärung, als deiner. Der Morphologie der indoeuropäischen Sprachen sind solche Konsonantenwechsel jedenfalls nicht entsprechend. Außer bei Auslautverhärtung, die automatisch passiert.
    Im Augenblick jedenfalls erscheint mir dein Kurd = xurt = 'stark' mehr eine Wunschetymologie zu sein, als wissenschaftlich "valide".


    Auch dies scheint mir eine Pseudoetymologie zu sein. I.d.R. wird der Name des Gebirges mit zagreus, 'stürmisch' gleichgesetzt. Wieso sollte ein Gebirge auch 'Geburtstag" heißen? Und um dem Gebirge einen Namen zu geben, der den 'Ursprung' der eigenen Identität kennzeichnen soll - so verstehe ich deine Ausführungen - müsste man doch a) ein solches Identitätsbewusstsein haben und b) wissen, dass das Gebirge in sehr viel späterer Zukunft nur noch ein Teil des Siedlungsgebietes ist, das würde alos hellseherische Fertigkeiten voraussetzen.
    Deine Herleitung za, 'heilig' zu zarok, 'Kind' ist sehr aufschlussreich, was deine "Methode" angeht. Ich würde dir daher empfehlen, dich eingehender mit der Morphologie zu beschäftigen.

    Die Morphologie ist die Lehre von den kleinsten bedeutungstragenden Teilchen in der Sprache, man unterscheidet in Lexeme (lexikalische, d.h. bedeutungstragende Morpheme) und gebundene oder grammatische Morpheme.

    Nach deiner "Methode", hätte der Baum etwas mit dem Bau zu tun, denn Bau als Lexem steckt ja in Baum drin. Dir wird sofort klar sein, dass das nicht stimmen kann, denn der Baum ist ein eigenständiges Lexem.
    So scheint es mir auch mit za und zarok zu sein.

    Und was sind jetzt grammatische Morpheme? Z.B. Flexions-Endungen:
    der Baum-ø
    des Baum-es
    dem Baum-ø/e
    den Baum-ø
    (Das <ø> ist dabei kein skandinavisches /ö/ sondern ein Nullmorphem, weil man an dieser Stelle keine Flexions-Endung hören kann.

    Ich will gar nicht ausschließen, dass die Gudi Vorfahren der Kurden sind. Jedoch erlaube ich mir den von dir skizzierten Lautwandel mit Argwohn zu betrachten. Auch hier scheint mir eher der Wunsch der Vater des Gedankens zu sein. Und woher kommt plötzlich das <r>?


    In dieser Passage werden deine vom Wunsch geleiteten etymologischen Überlegungen ganz besonders deutlich: Du nimmst einfach Xurt, das ist 'stark' und gudi, was du aus deiner Kenntnis der germanischen Sprachen als 'gut' übersetzt und plötzlich bedeutet Kurde 'stark' und 'gut'. Das ist phantasievoll und kreativ, aber nicht sprachwissenschaftlich.
    Auch hat das germanische Wort Gott/god/Guð etc. nichts mit gut/good/goed etc. zu tun, sondern hat eine ganz andere Etymologie. Vor der Christianisierung Europas war die Vorstellung, dass ein Gott einfach gut sei, im germanischen Raum nicht so sehr verbreitet. Tatsächlich hat das germanische Gott etwas mit anrufen zu tun.

    Es gibt im Deutschen zwar das Wort Scham, dies hat allerings nichts mit dem im Deutschen ebenfalls gebräuchlichen französischen Charme zu tun.
    Dass das deutsche Scham mit dem kurdischen sherm nicht zusammenhängt, hättest du merken können, als du das Verb gebildet hast: Wo ist das <r> da abgeblieben?
    Mich würde an dieser Stelle interessieren, woher das kurdische sherm kommt. Das deutsche Schämen hat eine ursprünglich sexuelle Konnotierung. Man schämt sich, weil man nackt gesehen wurde. Dieses Gefühl des sich Schämens hat man dann aber semantisch erweitert. Man schämt sich z.B. weil man jemanden vorschnell verurteilt hat oder man schämt sich, weil man eine Matheaufgabe falsch gerechnet hat, oder man schämt sich, weil man beim Diebstahl erwischt wurde. Man schämt sich seiner Kinder, wenn die etwas angestellt haben, was den Erziehungsprinzipien widerspricht, man schämt sich seiner Eltern, wenn die mal wieder die Funktionen des i-Phone nicht begreifen. Seit wenigen Jahren gibt es sogar das Fremdschämen, was früher das "peinlich berührt sein" war, wenn man etwas mitbekam, woran man eigentlich überhaupt keinen Anteil und schon gar keine Schuld hatte.

    Und was sagt uns das?
     
    4 Person(en) gefällt das.
  17. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Kurden werden erstmals im 7. Jh. n. Chr. urkundlich erwähnt und zählen somit zu den jüngeren Völkern Vorderasiens. Nach der schriftlichen Überlieferung sind Perser, Armenier, Georgier oder Juden erheblich älter. Wegen der ungünstigen Quellenlage lassen sich zur Entstehung des kurdischen Volkes nur Hypothesen und Spekulationen aufstellen. Die älteste schriftliche Überlieferung des Kurdischen setzt sogar erst mit dem 17. Jh. ein.

    Die Bedeutung des Namens "Kurden" ist bis heute umstritten und nicht eindeutig geklärt.

    Als die Kurden nach der Zeitenwende erstmals in die Geschichte eintraten, saßen sie dort, wo sie auch heute noch sitzen: in Ostanatolien, der Region um den Urmia- und Van-See. und im Bergland des westlichen Iran. Die Bewohner des Zagros-Gebirges sind aus sumerischen und akkadischen Quellen bekannt und somit aus einer voriranischen Zeit, als an Kurden noch längst nicht zu denken war

    Sprache und ethnische Identität der 2100 v. Chr. in Mesopotamien auftauchenden Guttäer sind völlig unbekannt und sie haben keinerlei Schriftdokumente hinterlassen. Insofern ist eine Identität mit Kurden irrelevant, ganz abgesehen davon, dass vor über 4000 Jahren (!) von Kurden noch keine Rede sein kann.

    Die Hypothese von der Abstamung der Kurden von den Medern ist ebenso wenig bewiesen, wie die Verwandtschaft der kurdischen Sprache mit dem Medischen. Da die Meder ihre Sprache nicht aufzeichneten, sind wir nur durch einige Namen und Lehnwörter in anderen vorderasiatischen Sprachen über sie informiert, sodass ein Zusammenhang mit den Kurden reine Spekulation ist.
     
    1 Person gefällt das.
  18. bonito

    bonito Neues Mitglied

    Komisch, dass diese dann keinem _wirklich_ alten Volk aufgefallen ist.
     
  19. Arsacides

    Arsacides Neues Mitglied


    Wo wir schonmal bei Medern sind: Warum gibt es keine schriftlichen Aufzeichnungen von ihnen? Gab es eine solche Schriftkultur nicht, oder muss man davon ausgehen, dass die Perser nach der Eroberung ihres Reiches "saubergemacht" haben?
     
  20. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Dass die Perser "saubergemacht" haben, halte ich für unwahrscheinlich, da die Perser die Meder nicht als Unterworfene behandelten, sondern als zweites Staatsvolk neben sich selbst. In der Antike gab es auch durchaus so etwas wie medische Literatur, die noch nach dem Untergang des Mederreiches existiert zu haben scheint.
     

Diese Seite empfehlen