Lager zwischen Oberaden und Anreppen?

Dankeschön. Aber gibt es noch genauere Zeit Angaben? Vor oder nach u.Z.
Ich glaube es zwar nicht das es genauere
Angaben gibt.
 
Die 20 Km sind ja nur die durchschnittliche Entfernung der bisherigen entdeckten
Anlagen an der Lippe +- von ein paar Kilometern. Bleibt trotzdem die Frage der Versorgung ( Treideln über der Lippe) und wie kamen die Truppen nach Anreppen.


Wo sind den Wachtürme oder Signaltürme in der Nähe von Marschlager gefunden worden?
Wer hat denn die Zeit dafür. Die Türme waren befestigt. Was für ein Aufwand. Nach drei Tagen noch nicht fertig,
aber weiter Marschieren.
Hä, ich sehe da nicht Dein Problem! Könntest Du das hier mal genauer ausführen? Welche Marschlager?

"Die Türme waren befestigt" "Was für ein Aufwand" "Nach drei Tagen noch nicht fertig" ".. aber weiter marschieren"

Wo ist da der Zusammenhang? Ich verstehe bei den Einlassungen nur "Bahnhof".
 
Ich denke, @textor meinte, die Signal- und Wachttürme ergäben bei Marschlagern keinen Sinn.
Hat ja auch keiner behauptet.

Signal- und Wachttürme gehören zu einem militärischen Ausbau, wie man ihn später z.B. am obergermanischen oder rätischen Limes hatte.
Solche Bauten sehe ich als militärische Infrastruktur auch zur "Beherrschung" einer Region, vor allem dann wenn noch keine echte "Sicherheit" gegeben ist.
 
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Nochmals. Zur Info der Abstände zwischen den Lagern und wo noch weitere fehlen können.
Holsterhausen <> Haltern ca. 19 Km.
Holsterhausen, Haltern = Nördlich der Lippe
Haltern <> Olfen ca. 14 Km.
Olfen = Nördlich der Lippe, mit Lippe Übergang !
Haltern <> Oberaden ca. 20 Km. Oberaden = Südlich der Lippe !
Immer an der Lippe entlang.
Oberaden <> Hamm ca. 17,6 Km. Marschrute am Südufer der Lippe bis Hamm Brücke über die Lippe
Hamm Brücke <> Eickelborn ca. 29,6 Km. Marschrute am Südufer der Lippe.
oder direkt:
Oberaden <> Rhynern ca. 18,4 Km. Luftlinie
Rhynern <> Eickelborn ca. 24,6 Km. Luftlinie
Bei beiden Marschruten muss nur die Ahse überquert werden. Marschrute südlich der Lippe

Eickelborn <> Hörste ca. 17,6 Km. Marschrute südlich der Lippe
Hörste <> Anreppen ca. 13.2 Km. Marschrute südlich der Lippe
Es gibt bisher keine Marschlager und auch keine Standlager zwischen Oberarden
und Anreppen. Dazu habe ich auch noch Karten mit allen bekannten Lagern an der Lippe und den ungefähren Abständen
dazwischen hier im Forum eingestellt.
 
Was sollen Marschlager mit Wacht-oder Signaltürmen? Und dann noch mit Amphoren mit Wein (Paderborn).
Nochmal: Zur Warnung der Standlager kann ich mir das gut vorstellen Warnung mit Licht oder Akustisch.
Wie beim Bund : „Vorgeschobene Beobachter“ Aber nicht für kurz belegte Marschlager.
Hedemünden: im Süden und im Norden des Marschweges jeweils eine Station mit Sichtweite.
Ein festes Lager.
Das war’s für heute. Wünsche allen eine gute Nacht!
 
Was sollen Marschlager mit Wacht-oder Signaltürmen? Und dann noch mit Amphoren mit Wein (Paderborn).
Nochmal: Zur Warnung der Standlager kann ich mir das gut vorstellen Warnung mit Licht oder Akustisch.
Wie beim Bund : „Vorgeschobene Beobachter“ Aber nicht für kurz belegte Marschlager.
Hedemünden: im Süden und im Norden des Marschweges jeweils eine Station mit Sichtweite.
Ein festes Lager.
Das war’s für heute. Wünsche allen eine gute Nacht!
Ich denke, @textor meinte, die Signal- und Wachttürme ergäben bei Marschlagern keinen Sinn.
Hat ja auch keiner behauptet.

Signal- und Wachttürme gehören zu einem militärischen Ausbau, wie man ihn später z.B. am obergermanischen oder rätischen Limes hatte.
Hierzu "Pardela_centientas" Antwort!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Wünsche gute Nacht!
 
Über die drei Türme aus dem Alpenfeldzug hatten wir schon öfters gesprochen.
Die Römer waren doch gelassen und voller Selbstvertrauen. In Südtirol, dem Aufmarschgebiet gegen die Raeter, und am Walensee sieht man die Gestaltung ihrer Offensiven. Mit einer Wegsperre am Kerenzer Berg bei Filzbach, mit einer Art Schiffslände bei Strahlegg und einem befestigten Signalberg zur Linthebene hin war eine ganze riesige Region zwischen Rhein und Zürisee zu kontrollieren.
An den Pässen und Talüberschreitungen sieht man dass die Römer zur Zeit des Drusus zum einen einen klaren strategischen Blick hatten, zum anderen nicht im geringsten durch Wälder, Sumpf, Seen und steile Hänge zu schrecken waren.

Nördlich der Alpen haben das Außerfern und die Gegend zwischen Kempten, Füssen, Murnau und Augsburg nichts Liebliches, nur Sumpf, Geröll, Muren- und Hochwasser-gefährdetes Terrain. Hat die Römer auch nicht abgeschreckt.

Und dann soll zur Zeit von Tiberius und Germanicus Germanien feindlich, naturgewaltig und erfolgreich gegenüber den 3 Legionen des Varus, den 4 + 4 Legionen des Germanicus gewesen sein?
Ich glaube es nicht. Punktum.

Was ich aber glaube: Der Feldzug des Germanicus war die größte strategische und taktische Fehlleistung des römischen Militärs.

Ein Beispiel: den Weg durch über die Pontes longi hätte kein Militärstratege empfohlen.
Im Sumpf, im Tal, den Römern zur Qual, auf schmaler Bohlenspur, und fröhlich trunken feiernde germanische Stämme auf den Hängen oberhalb?
Was haben sich Germanicus und Caecina davon versprochen? Wie gerät man entgegen aller römischer Militärdoktrin da hin? Und wie da wieder heraus?

Wer ein ideales Aufmarschgebiet der Römer sehen will, braucht sich nur die Höhenwege entlang Lahn (Weinstraße) und Ohm (Balderscheidweg) anschauen, dem Einfallstor von Mainz und Wetterau aus in das Gebiet der Marser und das westliche Thüringen. Jahrtausende alte baum- und sumpfarme Handelswege auf breiten Bergrücken, mit weitem Blick über die Siedlungskammern. Da gab's keine Engstellen und keine Möglichkeit für einen Hinterhalt.

Sie waren aber nicht nur einfache Beobachtungstürme, sondern tatsächlich auch massiv befestigte Sperrbauwerke in strategisch optimaler Lage:
  • Der Turm in Filzbach, hoch über dem Südufer des Walensees, kontrollierte jede Bewegung über den Kerenzer Berg. Die Schweizer Autofahrer hatten bis zum Bau der Walenseeautobahn nur die völlig überlastete Passstraße über den Kerenzer Berg, um vom Zürisee nach Chur oder ins Oberengadin zu gelangen.
  • Die Burg Strahlegg liegt am nordwestlichen Ufer des Walensees, und da der Wasserspiegel des Walensees damals höher lag, kann sie sehr wohl auch die Funktion einer Schiffslände gehabt haben.
  • Der Turm am Biberlikopf liegt auf einer Bergkuppe genau zwischen Zürisee und Walensee. So gut gelegen, dass er leider vom Schweizer Militär verbunkert und umgebaut wurde.

Alle drei Türme kontrollierten später den Warenverkehr, machten zur Zeit der Erbauung aber jede Gegenwehr der Räter unmöglich.
Die Türme sind in Sichtweite zueinander, massiv ausgebaut, und sie waren für die Räter praktisch nicht zu erobern.

Die Türme in Filzbach und Strahlegg sind hervorragend erhalten und einen kurzen Umweg wert.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Türme sind in Sichtweite zueinander, massiv ausgebaut, und sie waren für die Räter praktisch nicht zu erobern.

Wobei sich die Türme auf der helvetischen Seite des Walensees befinden, die schon seit dem Gallischen Krieg unter römischer Kontrolle stand. Aber wie du schon geschrieben hattest, jeder Vorstoß von Rätien in Richtung Westen, sei es per Boot über den Walensee oder zu Fuß über den Kerenzerberg, wäre von diesen Türmen bemerkt und in Richtung Turicum signalisiert worden.

Aber die Frage stellt sich doch, ob wir ausschließen können, dass nicht wenige Jahre nach dem Alpenfeldzug auch in Westfalen steinerne Türme errichtet wurden? Die Walenseetürme wurden lange für mittelalterlich gehalten, und nicht nur in Westfalen, auch in Niedersachsen, Hessen und Thüringen finden sich viele alte (Wehr-)Kirchtürme, deren Grundriss sehr ähnlich ist.
 
Die Walenseetürme wurden lange für mittelalterlich gehalten, und nicht nur in Westfalen, auch in Niedersachsen, Hessen und Thüringen finden sich viele alte (Wehr-)Kirchtürme, deren Grundriss sehr ähnlich ist.
Aber nicht deren Mauerwerk. Und in ganz (Ost-)Westfalen, Niedersachsen, Thüringen und Nordhessen kein einziger Kirchtum, bei dem jemals römisches Mauerwerk und römische Funde nachgewiesen wurden.


Als ich Burg Strahlegg etwa 1996 zum ersten Mal gesehen hatte, war ich über die Fehleinschätzung von Ferdinand Keller 1861 überrascht.

Filzbach wiederum ist eindeutig römisch und auch wie Biberlikopf und Strahlegg von Anfang an als römisch betrachtet worden:

"Im Jahre 1938 stieß ich im glarnerischen Band «Das Gemälde der Schweiz» (1846) auf Seite 263 in dem von Prof. Dr. Oswald Heer verfaßten Abschnitt «Altertümer» auf folgende Notiz:

«Auf dem Biberlikopf war ein fester römischer Turm .; ihm gegenüber auf der andern Seite des Tales vor dem Britterwald¹ (im sog. Forewald²) war wahrscheinlich eine andere Warte. Altes Gemäuer, das dort zu Ende des vorigen Jahrhunderts weggeräumt wurde und einige römische Münzen enthielt, dürfte wenigstens dafür sprechen.»

Zitat aus:

Ein frührömischer Wachtposten bei Filzbach auf dem Kerenzerberg
Jahrbuch des Historischen Vereins des Kantons Glarus, 1960


Andere Literaturangaben:
Neue Sicht auf "die Walenseetürme"
Jahrbuch der Schweizerischen Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte, 2004

Filzbach-Vordemwald (GL) revisited
Collegum Beatus Rhenanus Newsletter 25/2022

¹ Britterwald am Kerenzerberg, am Südufer des Walensees: Dort ist sowohl ein Bergsattel als auch eine topographische Engstelle.
² Voremwald ist der Ortsteil mit dem Turm von Filzbach.


Zu den Baumassnahmen, mit denen ich nicht glücklich bin:

 
Zuletzt bearbeitet:
Wobei sich die Türme auf der helvetischen Seite des Walensees befinden, die schon seit dem Gallischen Krieg unter römischer Kontrolle stand.

Biberlikopf und Strahlegg ja, Filzbach nicht. Alle drei Türme gehen jedoch auf eine einheitliche Planung im Rahmen des Alpenfeldzuges zurück und wurden zur selben Zeit erbaut:
"Der Typus des turmartigen Wachthauses mit einseitig angelehnter, ovaler Hofmauer war bei uns bis jetzt überhaupt
nicht bekannt. In Voremwald fand er sich zum erstenmal; auf dem Biberlikopf scheint er nach Ferdinand Kellers Aufnahme ebenfalls vorzuliegen; auf der Strahlegg zeichnet sich im Gelände etwas Aehnliches ab."
Die Funde von Filzbach / Vorenberg werden überwiegend dem Oberaden-Horizont zugeordnet.
Einige der Legionen, die den Alpenfeldzug durchführten, waren ja später auch unter Drusus an der Lippe und in der Germania inferior und superior.

Aber: Die Eroberung des östlichen Helvetiens erfolgte erst unter Augustus, 15 v. Chr.
Verwaltungstechnisch gehörten die eroberten Gebiete zuerst zur Gallia belgica, später erst zur Raetia prima.



 
Zuletzt bearbeitet:
Aber nicht deren Mauerwerk.

Aber vielleicht das Fundament? Römische Fundamente wurden schließlich gern für neue Konstruktionen genutzt. Die frühmittelalterliche Kirche auf dem Fundament eines römischen Gutshofs findet man links des Rheins allerorten, wie auch mittelalterliche Burgen über römischen Türmen (z.B. Habsburg/Wülpelsberg oder die Burg Nürburg in der Eifel).

(Ist ja nur so eine Idee, angesichts der vielen fehlenden römischen Stützpunkte rechts des Rheins.)

Biberlikopf und Strahlegg ja, Filzbach nicht.

Was meinst du damit? Filzbach liegt doch ebenfalls westlich des Sees und des Passes, und somit auf helvetischer Seite.

Aber: Die Eroberung des östlichen Helvetiens erfolgte erst unter Augustus, 15 v. Chr.

Für mich zählt Turicum und der Zürisee zum östlichen Helvetien, und dort ist römische Präsenz schon lange vor dem Alpenfeldzug nachgewiesen.
 
Folgende Korrekturen:
  • Filzbach ist südlich des Walensees.
  • Der Zürisee kam erst 15 v. Chr. unter römische Kontrolle. Mit den Funden der letzten Jahre in Graubünden lässt sich der Alpenfeldzug jetzt auch archäologisch deutlich besser belegen.
  • Das Fundmaterial ist (früh-)augusteisch.
 
Einige der Legionen, die den Alpenfeldzug durchführten, waren ja später auch unter Drusus an der Lippe und in der Germania inferior und superior.

Ja eben, darum erwähnte ich die Walenseetürme in einem Thema, in dem es primär um Westfalen geht.

Filzbach ist südlich des Walensees.

Es ist hier doch die West-Ost verlaufende Länge des Sees, nicht seine Breite, welche die natürliche Grenze bildete. Alle drei Walenseetürme liegen auf der westlichen Seite.

Das Fundmaterial ist (früh-)augusteisch.

Wie auch in Oberaden, Rödgen und Hedemünden.
 
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