Marschmusik

Dieses Thema im Forum "Sonstiges in der Neuzeit" wurde erstellt von Sachsenross, 31. Januar 2009.

  1. Sachsenross

    Sachsenross Neues Mitglied

    Mich interessiert, ob zu Zeiten von Friedrich II. und Napoleon, während des Marschieren in Kolonne tatsächlich durchgehend Marschmusik mit Trommel und Pfeife gespielt wurde?
    Und wenn ja, waren die gespielten Stücke Werke berühmter Komponisten oder eher weitgehend Unbekannter?
    Wäre nett wenn eventuell auch ein paar Musiktitel genannt werden könnten.

    MfG
     
  2. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Damals wie heute wurde nicht durchmarschiert. Marschmusik war damals als Signal zu verstehen. Sei es in Schlachtformation geordnet vorzurücken oder in Nähe von Städten (bzw. in Städten) positive Aufmerksamkeit zu erregen.

    Was man zu Friedrichs Zeiten spielte, weiss der Himmel. Bei Napoleons Armee wird das sicherlich recherchierbar sein.
     
  3. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

  4. Hulda

    Hulda Gast

    Zu Friedrichs Zeit hatte die Marschmusik die Trommel bereits abgelöst.
    Mir fällt zu Friedrich dem Großen nur der Hohenfriedberger Marsch ein.
    Es gibt Parademärsche, Sturmmärsche etc.

    Edit.: bb war schneller!
     
  5. Sachsenross

    Sachsenross Neues Mitglied

    Wurde der Hohenfriedberger nicht sogar von Friedrich selbst komponiert?
    Kann mir jemand vielleicht ein paar Sturmmärsche nennen, denn vorallem solche Märsche sind mir unbekannt.

    MfG
     
  6. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Das ist nicht sicher...
     
  7. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Stimmt Hurvi

    Kein Mensch kann durchgehend im Gleichschritt marschieren.
    Die Musik war wohl eher etwas für Paraden.
     
  8. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Hmm, zum Marschieren waren sie nicht geeignet, es sei denn, das Heer war sehr musikalisch und wechselte ständig den Marschschritt-Takt. Ich glaub die Parade-Italiener bei Militärmusikfestivals haben so was noch drauf.
     
  9. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Der Dessauer ist ein Reitermarsch, da ist der Takt logischerweise anders.
     
  10. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Wenn der Marsch für die Reiter ist - was ist dann für die Pferde?:clown2:
     
  11. Legat

    Legat Aktives Mitglied

    Wikopedia sagt:
    Also die beiden verlinkten Militärmärsche sind wohl eher Parademärsche.
    Kennt jemand Beispiele für Geschwind- und Sturmmärsche?
     
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  12. Josephine

    Josephine Neues Mitglied

    Guten Morgen,

    wahrscheinlich ist es OT, aber bei Marschmusik fällt mir immer ein Ausspruch ein - leider weiß ich nicht von wem er ist und ich bringe ihn auch nicht mehr wortgetreu zusammen, aber er ging in etwa so:

    "Mir hat die Marschmusik immer ausnehmend gut gefallen, bis mir klar wurde, dass damit die Soldaten in den Tod getrieben werden - seither klingt mir diese Musik hohl in den Ohren"

    Liebe sonntägliche Grüße.......
     
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  13. Eber

    Eber Gesperrt

    Die Millitärmusk spielte im 18.Jahrhundert vor einem Angriff,und zum Angriff gingen nur noch Trommler vorran.Da es verboten war sich bei dem Angriff um Verwundete zu kümmern,um keinen Vorwand zu haben um bei dem Angriff zurück zu bleiben,kümmerten sich die Musiker um die Verwundeten.Das Millitärmusiker als Sanitäter ausgebildet werden hat in vielen europäischen Armeen noch Heute Tradition.Musiker spielten früher auch bei Paraden auf und bei sonstigen Präsentationen.Auch spielte die Millitärmusik eine Rolle bei dem Werben von Freiwilligen in den Städten.
     
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  14. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Bist du dir sicher? Auf dem Schlachtfeld vor dem Angriff spielte eine Kapelle zur Unterhaltung der Soldaten auf? Trommler verstehe ich ja.
     
  15. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    vielleicht noch von Interesse?

    Einflüsse osmanischer Militärmusik:

    "Deren [abendländische] Instrumentierung glich man an türkische Vorbilder an, etwa durch Verstärkung der Blechbläser. Die wichtigste Neuerung bestand darin, dass man die von jeher üblichen Blasinstrumente nun um Rhythmus- und Schlaginstrumente, z.B. Trommeln, Pauken, Becken und Triangeln, ergänzte. Diese gaben nun beim Marschieren Rhythmus und Takt vor."

    "Beim Angriff marschierten und ritten die [osmanischen] Musiker oft an vorderster Front auf prächtig geschmückten Pferden hinter den Fahnen. Die Trommel- und Paukenspieler saßen auf Kamelen, die weniger schreckhaft waren und konnten daher besonders lautstark musizieren. Das Verstummen der Musik in der Schlacht war das Signal zum Abbruch des Kampfes angesichts einer drohenden Niederlage."

    aus:
    Karlsruher Türkenbeute :: Die Musik der Osmanen
     
  16. jschmidt

    jschmidt Neues Mitglied

  17. Eber

    Eber Gesperrt

    Ja wenn die Regimenter Aufstellung nahmen zur Schlacht.
     
  18. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Angeblich war es üblich, dass man "Marlbrough s'en va-t-en guerre" bei den Napoleonischen Truppen am Anfang der Schlacht spielte. Markov erwähnt das, glaube ich, in: "Grand Empire. Sitten und Unsitten der Napoleonzeit". Ob es stimmt? Ich müsste mal v.a. in zeitgenössischen Schlachtberichten schauen. Zur Anfeuerung der Soldaten oder weil es halt dazu gehört, kann ich mir das schon vorstellen. Wozu wurde die Militärmusik auch sonst auf den Feldzug mitgenommen? Auf dem Marsch selbst wurde sicherlich wenig gespielt, für Signale etc. hatte man maximal Trommler (das ist richtig @ Hurvinek), Trompeter oder Hornisten (bei der leichten Infanterie mancher Staaten) nötig.
    Die Regel muss das mit der Marschmusik nicht gewesen sein. Hatte man eine Überraschung des Feindes vor, wie in vielen Schlachten, wird man keinen Heidenlärm gemacht haben. Und die Überfallenen spielten sicher nicht auch noch schnell einen Marsch, weil es sich so gehört, sondern hatten besseres zu tun.

    Der primäre Gedanke der Militärmusik war sicherlich das Repräsentieren anlässlich von Manöverlagern, großen Truppenschauen, Vorbeimarsch an den Bühnen mit den Beobachtern aus nah und fern. Aber auch diese Manöver waren unterschiedlich ausgeprägt. August der Starke zeigte sein Zeithainer Lustlager internationalen hohen Gästen wie seinem Geheimgegner Friedrich Wilhelm I., während dieser zuvor seine Kerls vorgeführt hatte. Friedrich II. in Preußen hingegen hielt die regelmäßigen Manöver und größeren Exerzierübungen vor Fremden weitesgehend geheim, abgesehen von ganz kurzen Ausnahmen.

    Zur Zeit von Napi gab es eine Reihe von bedeutenden Komponisten, die sich auch an Märsche wagten. Da sollte man sich wohl unter den berühmten französischen Komponisten dieser Zeit Méhul, Gossec und so weiter umsehen. Z.B.: http://de.wikipedia.org/wiki/Fran%C3%A7ois-Joseph_Gossec
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. Februar 2009
  19. duxalamannorum

    duxalamannorum Mitglied

    Meines Wissens war es bei den schottischen Infanterieregimentern üblich ( bis in WK1), daß Dudelsackbläser vor den Linien marschierten, um die Truppen mit ihrem
    Spiel anzufeuern.
    ( Wenn man boshaft ist, kann man auch sagen, daß sich die Truppen dann aus Verzweiflung in den Kampf stürzten)
     
  20. Eber

    Eber Gesperrt

    Die eintreffenden Regimenter die zum Schlachtfeld kamen wurden eingewiesen wo sie Aufstellung nehmen sollten,und an dem Musik Geräuch konnten sie sich orientieren,wenn das entsprechende Regiment Aufstellung bezogen hatte dann spielte diese Regimentskappelle für das nächste eintreffende Regiment.Die Regimenter die zum Schlachtfeld kamen wurden von Einweisern empfangen.
     

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