Ost-West Gegensatz. Immer noch aktuell?

Dieses Thema im Forum "Die Jahre 1968 und 1989 als Schlüsseljahre für Eur" wurde erstellt von darthmaul, 1. August 2006.

  1. Tekker

    Tekker Gast


    Tja, wie schnell man doch mit Vorurteilen, die jeder so verurteilt, bei der Hand ist:


    ;)
     
  2. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Nun lass die Mutter mal in Ruhe.
    Sie weiss es ja nicht anders.
     
  3. Penseo

    Penseo Neues Mitglied

    Ja, ja freu Dich mal über meinen Fehler, die Mentalitätsunterschiede zwischen Ost und West finde ich da aber immer noch nicht.:winke:

    Danke, flo, dass Du mich nicht Mutti genannt hast!:D
     
  4. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Mutter, liebe Penseo. Mutter, nicht Mutti
    Und das mit dem Spielplatz, was natürlich nur Premiums sehen, lesen können , kriegst du auch noch hin.
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. Juni 2007
  5. Penseo

    Penseo Neues Mitglied

    Flo, lies noch mal langsam, was ich im Post vorher geschrieben habe!
    Dir ist irgendwie ein nicht entgangen!
     
  6. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Ja, hast ja Recht. Aber da fange ich ganz lagsam mit an.
    Siehe meine neue Signatur.
     
  7. Penseo

    Penseo Neues Mitglied

    So, weil mich offensichtlliche Wissenslücken doch anstacheln hier schon mal eine kleine Auswahl von Texten, die ich zum Thema Jugendweihe und Kirchenzugehörigkeit Ost und West interessant fand:

    Jugendweihe - Totgesagte leben länger
    http://www.oethak.uni-erfurt.de/1_5.pdf
    Deutschland Ost - Deutschland West
    Die Humanisten Württemberg
    Universität zu Köln - Kölner Universitätsjournal 3/2005

    Und den Artikel empfand ich auch noch als recht lehrreich, auch wenn die Mutti nicht drin vorkommt.
    Sprachliche Spuren einer 40jährigen Trennung
    dazu gibt es auch noch einen Wikipedia-Artikel
    DDR-Sprachgebrauch - Wikipedia
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. Juni 2007
  8. florian17160

    florian17160 unvergessen


    Vergiss das alles und unterhalte dich mit Wieger, Hurvinek und mir. (Habe ich noch bekennende Ossis vergessen)?

    Da hast du alles, was du brauchst.
     
  9. Penseo

    Penseo Neues Mitglied

    Nur, wenn Ihr wisst, wie hoch der Anteil der Jugendweihen bzw. Jugendfeiern in der damaligen BRD war.
    Bisher habe ich nur die Information "marginal", aber das reicht mir irgendwie nicht. Ich gebe es inzwischen aber auf, danach zu googlen und hoffe, dass jemand die Zahlen irgendwo anders herhat.
     
  10. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Allerdings; gehört aber nicht mehr direkt zum Thema... :fs:
     
  11. Reinecke

    Reinecke Aktives Mitglied

    Ich (als geborener West-Berliner) kenne im Westen der Stadt kaum jemand, der berlinert. Hängt sicher damit zusammen, dass fast alle Bekannten meines Alters, die in Berlin geboren wurden, Eltern von auswärts haben (ich auch, Thüringen und NRW).

    Geborene Ost-Berliner sind mir nur recht wenige untergekommen, aber von Freunden aus dem Umland kann ich sagen: Da scheint sich dieser "Dialekt" sehr gut gehalten zu haben, warum auch immer.


    JUGENDWEIHE IM WESTEN:

    Gab´s, hätte sie fast selber absolviert (fast...). Wurde von verschiedenen Verbänden angeboten. Einmal natürlich der DKP bzw. in West-Berlin SEW als westdeutsche Ableger der SED (zu den wollten mich meine Eltern aber denn doch nicht schicken....).
    Der größte Verband, der im Westen Jugendweihen abhält, war vor der Wedne mE der Humanistische Verband oder andere Freidenker-Vereine. Diese bieten inzwischen in Berlin auch "Religionsunterricht für Atheisten" an (also Weltanschauungsunterricht wie Religion, nur eben nicht religiös). Aber über Zahlen damals oder heute verfüge ich nicht.


    WO WAR´S AUFGEKLÄRTER

    Auch ich hab die 50er/60er Jahre nicht selbst erlebt ;), aber meines Wissens war die DDR damals in sexuellen Dingen wirklich "fortschrittlicher" als der Westen.
    Woran man das festmachen kann? Sexualkundeunterricht in der Schule (gab´s glaub ich in der DDR schon sehr früh), allgemein die bessere Situation der Frauen (im Westen der 50er konnte ein Mann für seine Frau den Job oder das Konto kündigen, er hatte in der Erziehung das letzte Wort etc.pp., eigentlich das Patriarchat in Reinkultur;)), Abtreibungsgesetzen, Verhütungsfragen (die Pille gab´s noch nicht).

    Geändert hat sich das erst mit 68 und der "sexuellen Revolution" im Westen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. Juni 2007
  12. Mercy

    Mercy unvergessen


    Zahlen sind mir jetzt auch nicht präsent, aber das ist sehr interessant:

    Jugendweihe - Wikipedia

    Mich belustigt dabei, daß Gruppen, die das Weihwasser scheuen wie der Leibhaftige, sich zur Jugendweihe bekennen.
     
  13. Penseo

    Penseo Neues Mitglied

    Auch hartnäckiges Suchen ergibt leider keine Zahlen für den Westen.
    Dünne Ausbeute sind nur folgende Aussagen:
    1. es gab Jugendweihen in Westdeutschland, die auch als
    Jugendfeiern bezeichnet wurden, angeblich zwecks Abgrenzung zur
    DDR-Jugendweihe;
    2. im Westen war die Zahl der Konfessionslosen relativ gering, jedoch mit
    steigender Tendenz;
    3. Konfessionslosigkeit heisst aber auch nicht unbedingt, dass an einer
    Jugenfeier teilgenommen wurde.

    Ich ziehe daraus den Schluss, dass die Beteiligung an den westdeutschen Jugendfeiern in der Tat gering war, die Neigung von Jugendweihe zu sprechen noch ein wenig geringer.
    Aber vielleicht gibt es ja doch noch jemanden, der zu diesem Thema eine Arbeit verfasst hat und mir mit präzisen Zahlen weiterhelfen kann.
     
  14. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Ähnliche Feiern gab es doch auch schon vor DDR/BRD.
    Sich daran jetzt aufzuhängen, gehört doch nicht mehr zum Thema.
     
  15. Penseo

    Penseo Neues Mitglied

    Das ist doch geklärt, dass es die Feiern schon vorher gab.
    Aber wieso gehört das nicht zum Thema?
    Kannst Du mir aber auch per PN schreiben. Ich bin mir nämlich nicht ganz sicher, ob Diskussionen darüber, ob etwas zum Thema gehört, zum Thema gehören.
    Ich jedenfalls sehe in der anzahlmässigen Verteilung der Jugendweihefeiern in Ost und West einen zur Zeit der Teilung bestehenden und auch noch fortbestehenden Unterschied.
    Aber wenn das nicht hierhin gehört, dann verschiebt es doch bitte ein Moderator!
     
  16. Anish

    Anish Aktives Mitglied

    Mich, lieber Flo.
    Thema Jugendweihe: steht bei uns im nächsten Frühjahr an und eine erste Informationsveranstaltung gab es dazu schon für interessierte Eltern und Kinder an der Schule meines Sohnes.

    Landesverband Sachsen-Anhalt der Interessenvereinigung Jugendweihe e.V.
    die Webseite derer, die unsere Feier vorbereiten und ausrichten wird.
    Die Jugendweihe geht auf eine über 150jährige Tradition zurück und zelebriert die feierliche Aufnahme junger Menschen in den Kreis der Erwachsenen. Und da diese Feier eben etwas älter ist, finde ich den Ausdruck Weihe garnicht so unpassend. Denn diesen Begriff hat bestimmt die Kirche nicht allein gepachtet.
    Und um mal Zahlen zu nennen: aus der Klasse meines Sohnes nimmt ungefähr die Hälfte der Noch-Kinder teil.

    Ergänzend zu Penseo: ähnliche Landesverbände gibt es auch in den westlichen Bundesländer, vielleicht veröffentlichen diese auch Teilnehmerzahlen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. Juni 2007
  17. Penseo

    Penseo Neues Mitglied

    Um noch mehr Zahlen zu nennen:

    1931 nahmen 20% der Schulabgänger an der Jugendweihe teil. Das ist der Rekord für Gesamtdeutschland.
    In der DDR nahmen ab den siebziger Jahren 90 % und mehr Jugendliche an der Jugendweihe teil.
    Ich weiss nicht verlässlich, wie es heute in den neuen Bundesländern aussieht, aber 50 % käme mit den eigenen Erfahrungen aus den Schulen meiner Kinder hin.
     
  18. Anish

    Anish Aktives Mitglied

    In Wiktionary gefunden: Weihe: Heiligung, Aufwertung einer Person oder Sache durch eine Zeremonie
    Die Wiki-Seite zu Jugendweihen finde ich - gelinde gesagt - unmöglich.
    Schon der erste Absatz treibt mich in den ...

    So ist die Jugendweihe kein einmaliger Akt, bei dem irgendwas überreicht wird und gefeiert, sondern die Kinder können ein ganzes Jahr an verschiedenen Veranstaltungen und Fahrten teilnehmen, sich mit der Problematik des Erwachsenwerdens auseinander setzen. Außerdem denke ich, sind auch die Eltern und Erwachsenen aus dem Umfeld gefragt und in der Pflicht, ihrem Kind diesen Weg als etwas Besonderes im Leben erleben zu lassen. Die Tradition geht übrigens auf die Freidenker zurück und die Jugendweihevereine und -verbände wurden von den Nazis verboten!
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. Juni 2007
  19. florian17160

    florian17160 unvergessen

    In einer internen Diskussion mit einem Mitglied, sind mir diese Sätze rausgerutscht

    Der weiss das nicht besser. Für uns war das doch das grösste. Ich weiss noch, wie wir wochenlang den Einmarsch geübt haben. Ich war glücklich in meiner Kindheit und Stolz in den Erwachsenenkreis aufgenommen zu werden. So hiess das damals.

    Vieleicht gibt das ja einen Einblick in meine Gedankenwelt, die ich mich hier nie trauen würde, offenzulegen.
     
  20. Penseo

    Penseo Neues Mitglied

    Ich weiss auch nicht, ob das jetzt angebracht ist, aber dass die Jugendweihe das Grossereignis für Jugendliche in der DDR war, bestreitet doch keiner.
    Aber das die Erwähnung der Jugendweihe wieder eine Defensivhaltung auslöst, das ist schon irgendwie kennzeichnend.
     

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