Sind Österreicher "Deutsche"?

Dieses Thema im Forum "Österreich | Schweiz" wurde erstellt von freierbuerger, 16. Juli 2014.

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  1. Heine

    Heine Aktives Mitglied

    Und wenn das für den einfachen Bauern auf dem Lande überhaupt keine Rolle spielte?

    Fiktive Frage: Bist du Vorarlberger oder Österreicher?

    Fiktive Antwort: Ich bin Bauer.
     
    1 Person gefällt das.
  2. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Diese Tatsache haben wir weiter oben bereits ausführlich diskutiert (Deutschösterreich, Anschlussverbot ans Deutsche Reich usw.).

    Die ursprünglichen Bindungen an Deutschland haben sich gelöst, wobei die Nazi-Ära und das Ende des Zweiten Weltkriegs sicher eine Zäsur darstellen. Und so haben wir mit der Schweiz, den Niederlanden und Österreich inzwischen drei Nationen, die durch Abspaltung von Deutschland entstanden.
     
  3. Zoki55

    Zoki55 Aktives Mitglied

    Warum sollte der Bauer sich nicht als alles vier fühlen, jedenfalls im 19. Jahrhundert, aber auch früher.
     
    Zuletzt bearbeitet: 17. Juli 2014
  4. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Dann versuche bitte eine verständliche Antwort.

    Wenn sich die Deutschweizer einerseits zu den Deutschen, andererseits zu den anderen ethnischen Gruppen in der Schweiz abgrenzen, sind sie eine ethnische Gruppe für sich.

    Verwandt sind sie sicher mit allen benachbarten Gruppen, zumindest genetisch.
    Wie man eine "ethnische Verwandtschaft" definiert, weiß ich nicht.
     
  5. Reinecke

    Reinecke Aktives Mitglied

    Das haben sich zahlreiche Protagonisten der Arbeiterbewegung innig vom Proletarier gewünscht. So richtig in Erfüllung gegangen ist der Wunsch bisher leider genau so wenig wie der des Kosmopoliten (fiktive Antwort: Ich bin Erdenbürger), oder des Humanisten (Ich bin Mensch). Das mit dem Bauern zieht doch noch am Besten, wenn man einen Städter vor sich hat, egal aus welchem Landstrich.
     
  6. freierbuerger

    freierbuerger Neues Mitglied

    Ethnische Verwandtschaft?

    Gibt es so etwas wie eine ethnische Verwandtschaft? Beim Thema dieses Stranges könnte man darauf kommen, dass es so etwas gibt. Wir haben darüber diskutiert, wie sich die Österreicher im Laufe ihrer Geschichte von der deutschen Nation lösten und sich heute nicht mehr auch als Deutsche, sondern nur noch als Österreicher fühlen. Sind sie jetzt eine eigene Ethnie? Wenn ja, dann aber doch bestimmt eng verwandt mit den Deutschen, aufgrund der langen gemeinsamen Geschichte. Das wäre dann ein Beispiel für eine "ethnische Verwandtschaft".
     
  7. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Wenn die gemeinsame Geschichte der Maßstab ist, müsste man die Schweizer zur entfernteren, die Slowenen zur näheren ethnischen Verwandtschaft der Österreicher zählen.

    Ob es so etwas wie eine ethnische Verwandtschaft "gibt", weiß ich nicht.
    Ich würde eher fragen: Wozu ist der Begriff der "ethnischen Verwandtschaft" nütze?
     
  8. michaell

    michaell Aktives Mitglied

    Ich weiß nicht, wie es in Österreich war, aber es gab z.B. in Deutschland während des Kaiserreichs und der Weimarer Republik keine deutsche Staatsangehörigkeit. Man war laut Pass Preuße, Bayer, Württemberger usw. Erst die Nazis änderten dies 1934.
     
  9. YoungArkas

    YoungArkas Neues Mitglied

    Jain, ab 1913 gab es eine einheitliche Staatsangehörigkeit und die Länderangehörigkeit existierte nur noch auf dem Papier. Es gab auch eine unmittelbare Reichsangehörigkeit für Bewohner der Kolonien und Ausländer geschaffen, die eingebürgert wurden. Geregelt wurde das alles mit dem Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz.
     
  10. freierbuerger

    freierbuerger Neues Mitglied

    Ob der Begriff der "ethnischen Verwandtschaft" zu etwas nütze ist, weiß ich nicht. Aber das ist wohl bei vielen Definitionen so. Ihr Beispiel mit den Slowenen hinkt aber. Das Gebiet des heutigen Sloweniens gehörte zwar seit 1000 Jahren bis 1918 zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und dann zu Österreich, aber in diesem Gebiet lebten zwar bis 1945 auch viele Deutsche, aber die Mehrheit war slawisch-slowenisch. Also ist das mit der ethnischen Verwandtschaft so eine Sache.
     
  11. Zoki55

    Zoki55 Aktives Mitglied

    Wenn man von einem deutschen Bewusstsein der Österreicher im 19 und 20 Jahrhundert reden sollte, müsst das im Zuge der Theorie der Kulturnation geschehen und da spielt die Existenz oder Nichtexistenz eines deutschen Nationalstaates für die Selbstidentifikation eine untergeordnete Rolle.
     
  12. freierbuerger

    freierbuerger Neues Mitglied

    Die "deutsche Kulturnation" im Sinne des gemeinsamen deutschen Kulturraumes gibt es nach meiner Meinung auch heute noch und sie schließt auch die Österreicher ein. Im kulturellen Bereich gibt es keine Grenzen im deutschsprachigen Raum. Von vielen "deutschen" Künstlern wissen wir nicht, ob sie deutsche oder österreichische Staatsbürger sind.

    Etwas anderes ist das Gefühl der Zugehörigkeit zu einem gemeinsamen Volk, oder einer gemeinsamen Nation. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges fühlten sich die meisten Österreicher zum deutschen Volk zugehörig (unabhängig von der Staatsangehörigkeit). Das änderte sich erst nach dem Krieg. Erst dann bildete sich ein österreichisches Nationalgefühl in Abgrenzung zum deutschen heraus.
    Aber das haben wir ja schon zur Genüge hier in diesem Strang diktiert.
     
  13. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Jedenfalls scheint gemeinsame Geschichte doch nicht der Maßstab für "ethnische Verwandtschaft" zu sein.
     
  14. freierbuerger

    freierbuerger Neues Mitglied

    Man beachte die Definition von Ethnie. Sie ist etwas anderes als nur eine gemeinsame Geschichte.

    Ethnie ? Wikipedia
     
  15. Zoki55

    Zoki55 Aktives Mitglied

    Es gibt keinen objektiven Maßstab, es hängt davon ab wie sich die Leute fühlen.
     
  16. freierbuerger

    freierbuerger Neues Mitglied

    ...und dieses Gefühl wir auch von den politischen Umständen geprägt.
     
  17. Zoki55

    Zoki55 Aktives Mitglied

    Alles was mit Gesellschaft zu tun hat ist Politik wenn man es genau betrachtet.

    Es ist schwierig, würde ich sagen ich wäre Chinese und Teil des chinesischen Volkes würde man mich auslachen, andererseits gibt es keine wirklich objektiven Kriterien die nicht irgendwo irgendwie gebrochen werden.
     
  18. michaell

    michaell Aktives Mitglied

    "Jain" insofern als das Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz vom 22.Juli 1913 "Deutsche" als solche definierte, welche die Staatsangehörigkeit eines deutschen Bundesstaats besitzen, sowie Personen, die im Besitz der unmittelbaren deutschen Staatsangehörigkeit waren. Letztere hatten solche Personen, welche im dritten Abschnitt des Gesetzes definiert wurden; ihre Zahl dürfte überschaubar gewesen sein. Nun weiß ich aber nicht, wie das in der Praxis gehandhabt wurde.
     
  19. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Wie man "Ethnie" definiert, ist doch klar.

    Aber woran macht man Verwandtschaft zwischen verschiedenen Ethnien fest?

    Du hattest sie am deutsch-österreichischen Beispiel an der "langen gemeinsamen Geschichte" festgemacht.
     
  20. freierbuerger

    freierbuerger Neues Mitglied

    Ja, aber nicht nur an der gemeinsamen Geschichte, sondern auch an der Ähnlichkeit. Wir hatten auch mit den Polen und Franzosen eine lange gemeinsame Geschichte und dennoch trennt uns vieles. Das ist der Unterschied. Nochmal: Hier die Definition von Ethnie: Ethnie ? Wikipedia
     
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