Sind Österreicher "Deutsche"?

Dieses Thema im Forum "Österreich | Schweiz" wurde erstellt von freierbuerger, 16. Juli 2014.

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  1. Zoki55

    Zoki55 Aktives Mitglied

    Ich weis jedenfalls, dass ius sanguinis weiterhin in halb Osteuropa gilt. Ungarn, Rumänien, Russland, Serbien, Kroatien alle haben diese Regelung.

    Winfried ehrlich gesagt ich weis nicht was du sagen wolltest, Deutsche sind doch sicher ein Volk und sollten sich Österreicher als Teil dieses Volkes fühlen sollen sie doch.

    Das muss am Ende jeder selbst wissen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. Juli 2014
  2. Wilfried

    Wilfried Aktives Mitglied

    Ich sehe die Deutschen eher als "Völkerbund" mit gemeinsamer Sprache, wobei Völkerbund sicher der falsche Ausdruck ist.
    Irgendwie hängt noch der "deutsche Bund" dem ganzen an. Ein Volk, ein Reich eine Regierung ging schon bei Karl dem Großen in die Hose, oder wenn Du willst, bei Marbod und Arminius.
    Ich kann mit dieser extremen Art des Föderalismus bequem leben. Und ganz viele meiner ehemaligen österreichischen Verbandsbrüder auch. (Deutsche Sängerschaft)

    Deutsche sind nun mal ganz sicher nicht ein Volk, dazu sind die Bayern und z.B. Westfalen und andere deutsche Völker eben zu sehr auf ihre Befindlichkeiten fokussiert.
     
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  3. freierbuerger

    freierbuerger Neues Mitglied

    Die Deutschen sind trotz ihrer zum Teil sehr unterschiedlichen Landsmannschaften heute ganz sicher ein Volk und eine Nation. Nach einer turbulenten Geschichte im 20. Jahrhundert hat sich seit der Revolution von1989, der Wiedervereinigung und Rückgewinnung der vollen Souveränität 1990 ein deutscher Staat gebildet, der allseits anerkannt ist, keine Grenzkonflikte mehr hat und sich bemerkenswert stabiler politischer und gesellschaftlicher Verhältnisse erfreut. Deutschland ist kein "Völkerbund". Deutschland war in seiner ganzen über 1000jährigen Geschichte immer ein Bundesstaat. Es ist doch bemerkenswert, dass es in Deutschland keine ernstzunehmenden separatistischen Bewegungen gibt. Selbst die Bayern fühlen sich selbstverständlich als Deutsche. Welch ein Unterschied zu Spanien, Belgien, Großbritannien, wo es starke separatistische Kräfte gibt. Nein, die Deutschen sind heute ein Volk und eine Nation.
     
  4. Wilfried

    Wilfried Aktives Mitglied

    Da muß ich aber extrem widersprechen !!!
    Die Bewohner der Bundesrepublik Deutschland und die der Bundesrepublik Österreich gehören je zu einem anerkannten Volk , das ist korrekt. Aber solane Siebenbürger Sachsen, Banater Schwaben , etliche Bewohner Namibias und andere sich als Deutsche bezeichnen, mit z.T. einem Bekenntnis zu einer anderen Nationalität und solange es in der BRD Leute gibt, die sich als "Nichtdeutsche" aber als Bürger dieses Landes fühlen und bezeichnen, kann man nicht sagen, es gäbe DAS deutsche Volk.

    Es gibt nun mal wesentlich mehr Deutsche auf der Welt als die 60-70 Millionen , die in der BRD leben. Das steht da sogar z.T. im Paß. Und die wollen nun auch nicht alle nach "Deutschland" , sondern die fühlen sich als Deutsche z.T.verdammt wohl, da wo sie wohnen.
     
  5. Wilfried

    Wilfried Aktives Mitglied

    Aber , so um Mißverständnisse abzubauen, vielleicht sollte man "Deutscher " erstmal definieren...
     
  6. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Rund 73 bis 74 Mio., wenn man von der Einwohnerzahl diejenigen ohne deutsche Staatsbürgerschaft abzieht und dadurch die Zahl der Deutschen ermittelt.
     
  7. freierbuerger

    freierbuerger Neues Mitglied

    Begriffsdefinition: Deutscher

    Es gibt eben mehrere Bedeutungen des Begriffs "Deutscher".

    1. Die Staatsangehörigkeit im Sinne "Deutscher als Bürger der Bundesrepublik Deutschland"

    2. Die Volkszugehörigkeit von Deutschen, die nicht deutsche Staatsbürger sind, sich aber im Gegensatz zu ihrer Staatsangehörigkeit auch als Deutsche bezeichnen: Südtiroler, Siebenbürger Sachsen, Banater Schwaben, die deutschen Minderheiten in Ostbelgien, Nordschleswig, Oberschlesien, Namibia, Brasilien usw. Viele dieser Gruppen genießen offiziell Minderheitenschutz als "deutsche Minderheit".

    3. Die Zugehörigkeit zum deutschen Sprach- und Kulturraum. Hier gibt es Gruppen, die sich selbst als "Deutsche" bezeichnen, wie die meisten Minderheiten, aber auch die "Deutsch"schweizer. Anders die meisten Österreicher, die sich nicht mehr als "Deutsche" bezeichnen, sondern als deutschsprachig.

    Siehe auch: Deutsche ? Wikipedia
     
  8. Wilfried

    Wilfried Aktives Mitglied

    DAS, Silesia, ist Definitionssache
     
  9. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Nicht so kompliziert: es ist schlicht Weltanschauung.:winke:

    Siehste, wie einfach ich mir das mache:
    Ich halte mich einfach ans Grundgesetz, wo steht, wer Deutscher ist. Dem schließe ich mich an.
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Juli 2014
  10. Wilfried

    Wilfried Aktives Mitglied

    Das sind Deutsche im sinne des Grundgesetzes.
    Danach sind die Deutschen in Belgien , Dänemark und Italien sowie Polen, Rußland und anderswo keine Deutschen. Und die Deutschen in Namibia auch nicht.

    Und einige Deutsche im Sinne des GG nähmen dir das ziemlich Übel, wenn Du ihnen, weil sie Deutsche sind, die Minderheitenrechte absprichst.

    Aber Recht hast Du in sofern, als das Österreicher keine Deutschen im Sinne des Grundgesetzes sind
     
  11. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Ich habe durch Subtraktion von 80 minus 6 bis 7 von den 73 oder 74 Millionen Deutschen in der BRD geredet, die erstmal Deutsche sind.

    Das hat mit Minderheitsrechten in anderen Ländern und weiteren, die sich als Deutsche sehen, nichts zu tun.
     
  12. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

    Zunächst möchte ich zwischen der Staatsangehörigkeit und der ethnischen Zugehörigkeit unterscheiden. Deutscher Staatsangehöriger ist derjenige, der einen deutschen Pass hat (unabhängig davon, ob er in Deutschland, Österreich, Belgien, Brasilien oder sonstwo auf diesem Planeten lebt).

    Die ethnische Zugehörigkeit mag jeder selbst für sich definieren. So steht es jedem deutschsprachigen Staatsbürger Österreichs frei, sich als ethnischer Österreicher und/oder ethnischer Deutscher zu sehen.

    Die deutschen/deutschsprachigen Gemeinschaften außerhalb der Bundesrepublik definieren sich z. B. in Belgien als deutschsprachige Gemeinschaft, in Dänemark (Nordschleswig), Italien (Südtirol), Polen (Masuren und Oberschlesien) als deutsche Minderheit. Deutschsprachige Franzosen (Elsaß und Deutschlothringen) mögen sich als französische Staatsbürger und als ethnische Franzosen, Elsässer bzw. Lothringer oder möglicherweise sogar als ethnische Deutsche fühlen. Luxemburger (aus dem Großherzogtum) - zumeist französisch-, deutsch und letzeburgischsprachig - mögen wohl auch zwischen diesen drei ethnischen Kategorien auswählen.

    Der Begriffe Deutsch und Deutschland haben sich im Laufe der Geschichte gewandelt. Bis zur frühen Neuzeit könnte man wohl die zusammenhängenden Gebiete als Deutschland annehmen, in denen Deutsch in all seinen verschiedenen Dialekten gesprochen worden ist. Das würde für diesen Zeitraum auch die heutigen Niederlande, Flandern, deutschsprachige Schweiz. Das Niederländische (eigentlich der Dialekt Hollands) wurde m. W. noch bis ins 19. Jhdt. von den Niederländern selber als "Nederduits" (Niederdeutsch) bezeichnet.

    Zurück zu den Österreichern: es gibt auch in Österreich authochtone, nationale Minderheiten. Die Slowenen in Kärnten: de.wikipedia.org/wiki/Kärntner_Slowenen
     
  13. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Der Begriff "deutscher Kulturraum" wurde von den Nationalsozialisten instrumentalisiert. Bei Wiki fand ich dazu:

    "Durch die nationalsozialistische Instrumentalisierung des Begriffs während der Zeit der Hitler-Diktatur (1933-1945) im sogenannten Dritten Reich war die Kulturraumforschung derart in Misskredit geraten, dass sie nach dem Zweiten Weltkrieg in bescheidenerem Rahmen betrieben wurde. Heinrich L. Cox, Gerda Grober-Glück und insbesondere Günter Wiegelmann schenkten ihr größere Aufmerksamkeit."

    Kulturraum ? Wikipedia

    Der Begriff "deutsche Kulturnation" umfasst heute nur noch den Bereich der Bundesrepublik Deutschland. Im Parteiprogramm der CDU heißt es z.B.:

    "Deutschland ist eine europäische Kulturnation, geprägt vor allem durch die christlichjüdische Tradition und die Aufklärung. Kunst und Kultur formen nicht nur die Identität des Einzelnen, sondern auch die unserer ganzen Nation. Wir wollen das reiche kulturelle Erbe unseres Landes bewahren, das geprägt ist durch die Vielfalt seiner Länder und Regionen."
     
  14. freierbuerger

    freierbuerger Neues Mitglied

    Die Begriffe: Deutsche Kulturnation / Deutsches Volk

    Wie alle diese Begriffe ist auch der Begriff "Deutsche Kulturnation" schillernd und hat seine Bedeutung im Laufe der Zeit verändert. Ich denke auch heute noch kann man die "deutsche Kulturnation" nicht nur auf die Bundesrepublik Deutschland begrenzen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich z.B. die deutschen Südtiroler als zur deutschen Kulturnation gehörig fühlen. Ähnlich schillernd ist auch der Begriff "Deutsches Volk". Um bei diesem Beispiel zu bleiben: ich nehme an, dass sich die meisten deutschen Südtiroler als zum deutschen Volk gehörig bezeichnen.


    Leider sind diese Begriffe etwas kontaminiert durch den Missbrauch in der nationalsozialistischen Diktatur. Das sollte aber heute, nach 70 Jahren, nicht dazu führen all diese Begriffe auf die politisch-korrekte Goldwaage zu legen. Eine klare Sprache auf deutsch kann nicht schaden. Die unterschiedlichen Deutungen bleiben sicher erhalten und hängen auch von der jeweiligen politischen Position ab. Damit muss man leben in einer freien Gesellschaft.
     
  15. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Doch. Das kann man und das muss man. Ich glaube kaum, dass sich Schweizer oder Österreicher zur "deutschen Kulturnation" zählen.

    Es ist unsinnig, jetzt entlegene Beispiele für deutsche Zugehörigkeiten zu suchen. Fakt ist: Mit "deutscher Kulturnation" wird heutzutage nur noch das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland bezeichnet (sofern überhaupt noch jemand solche Begrifflichkeiten im Köcher hat). Niemand - oder nur einige wenige - dehnen diesen Begriff noch auf unsere deutschsprachigen Nachbarn aus.
     
  16. freierbuerger

    freierbuerger Neues Mitglied

    Das habe ich auch nicht behauptet. Mein Beispiel waren die deutschen Südtiroler.

    Diese bezeichnen sich selbst als "Deutsche" im Gegensatz zu den Österreichern, die das heute in ihrer großen Mehrheit nicht mehr tun.

    Ich habe versucht, ein paar Fakten über das Selbstverständnis der Südtiroler zu finden, habe aber bis jetzt noch nichts gefunden. Lassen wir es also bei unseren unterschiedlichen Bewertungen und Definitionen.
     
  17. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

    Wie wäre es mit deutsch(-sprachiger) Kultur(-gemeinschaft)?
     
  18. freierbuerger

    freierbuerger Neues Mitglied

    Das klingt ein wenig nach politisch-korrekter Sprachregelung. Aber ich bin immer für ein klares Deutsch. In diesem Sinne habe ich auch nichts gegen das schöne Wort Gemeinschaft. :winke:
     
  19. rena8

    rena8 Aktives Mitglied

    Irgendwo klingen in meinem Ohr "die deutschen Lande", mit der Mehrzahl kann ich leben und wahrscheinlich trifft es auch das Gefühl der Vergangenheit.
    Es gibt und gab nicht nur ein deutsches Land sondern viele Länder, in denen teilweise u.a. deutsch gesprochen wurde.
     
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  20. Wilfried

    Wilfried Aktives Mitglied

    Dieses Verbiegen immer....
    Deutscher ist, wer sich selbst oder von seinen Nachbarn so bezeichnet wird.
    Damit sind für mich die meisten Österreicher "auch Deutsche", obwohl ich sie nie von mir aus so bezeichnen würde, denn sie sind erstmal Österreicher, eine eigenständige Nation mittlerweile.
    Ich bin als Ostfale Niedersachse und als solcher auch Deutscher, staatsrechtlich bin ich Deutscher im Sinne des GG. Mein Freund Achmed ist als geflüchteter Araber Niedersachse und wegen seines Passes Deutscher im Sinne des GG.
    Auch Deutscher will der nicht werden, denn er ist nun mal von Geburt Araber, da verzichtet der nie drauf.
    Was ist jetzt daran so schlimm?
     
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