Spielfilme angesiedelt im Mittelalter

Dieses Thema im Forum "Dokumentarfilme/Spielfilme" wurde erstellt von Legat, 22. Juli 2009.

  1. -muck-

    -muck- Aktives Mitglied

    Ach. du. liebe. Zeit. Nun, die haben sich wohl gedacht: Wir machen eine "Mittelalter"-Serie, und immerhin sehen die Kostüme nach irgendetwas zwischen 6. und 16. Jahrhundert aus.
     
    Fulcher gefällt das.
  2. Fulcher

    Fulcher Aktives Mitglied

  3. PostmodernAtheist

    PostmodernAtheist Aktives Mitglied

    Könnte interessant werden wenn man sich mit den Kostümen Mühe gibt. Hoffe man romantisiert die Türkenbekämpfung nicht zu sehr...
     
  4. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Gott bewahre! Wenn ich schon lese, dass Dornhelm Regie führt, ahne ich Schlimmes. Schmonzette meets Abklatsch...
     
  5. PostmodernAtheist

    PostmodernAtheist Aktives Mitglied

    Den kenn ich nicht, magst du mehr erzählen?
     
  6. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Stand doch in dem Artikel, dass der Regisseur zuvor "Maria Theresia" gemacht hat. Selten so ein altbackenes Zeug gesehen.

    Vielleicht schlägt die neue Produktion ja doch eher aus wie "Maximilian - Das Spiel von Macht und Liebe". Hängt einfach sehr vom Drehbuch ab.

    Ich freue mich schon auf "Medieval" - ich liebe aber auch solche Trashfilme. Ich kann dazu nur die Besprechung des Trailers durch die Archäologen von Kaptorga empfehlen. :D
     
  7. Teresa C.

    Teresa C. Aktives Mitglied

    Wie meistens habe ich da eine ganze andere Meinung als Brissotin.

    Robert Dornhelm ist vor allem ein erfolgreicher Film- und manchmal auch Theater- und Opernregisseur, der aufwändige Unterhaltung macht. Auch, wenn Historikerinnen oder Historiker an seinen Filmen mitmachen, in erster Linie geht es in seinen Filmen doch um die Unterhaltung und darum, Wohlfühlkino zu machen. Was ihn allerdings seit den 20er-Jahren des 21. Jahrhunderts nicht mehr zeitgemäß wirken lässt, ist, dass er nicht zu jenen Regisseuren gehört, die einer vergangenen Zeit nur mit Hohn, Herablassung, erhobenen Zeigefinger und der Beweihräucherung der eigenen Zeit auf Kosten der Vergangenheit begegnen.

    Ob jemand seine Filme mag oder nicht, sie sind jedenfalls nie langweilig, haben Schauwerte (wenn offensichtlich nicht eine Optik und optische Historizität, die jemanden wie Brissotin zufriedenstellen können) und oft auch gute Schauspielerinnen und Schauspieler, die sich einbringen können. Wobei anzumerken ist, dass Brissotin im Gegensatz zu mir in Bezug auf die Ausstattung eines historischen Films ein qualifizierter Fachmann ist und natürlich die Authentizität von den Schauwerten und der optischen Ausstattung viel zutreffender beurteilen kann als ich.

    Wenn Du Geschichte auch als Unterhaltung schätzt und Deine Schwerpunkte da nicht unbedingt sind, dass ein historischer Film authentisch korrekt, politisch korrekt (was sich für mich leider oft genug bei näherer Betrachtung als Scheinheiligkeit entpuppt) oder in einem Stil, dem besondere Tiefe oder Intellekt nachgesagt werden, gehalten ist, könnten Dir seine Filme sogar sehr gut gefallen.

    Was mich übrigens seinerzeit sehr überrascht hat, war, dass der Maria Theresia-Film-Mehrteiler des "altbackenen" Robert Dornhelm im Vergleich zum Maximilian-Film des innovativen Andreas Prochaska zumindest, was die Genderdarstellung betrifft, eindeutig moderner war. Bei Prohaska gibt es zwar mit Maria und ihrer Vertrauten Johanna zwei Damen, die auf Emanzipation setzen (Maria will alleine herrschen, nicht heiraten - Johanna macht zynische Bemerkungen über Männer und darf sogar alleine zwei Reisen für Maria machen, wobei allerdings beide Male die Reisen selbst nicht gezeigt werden), aber beide richten sie damit nur enormen Schaden an, womit ihr Emanzipationstrip letztlich eine negative Wertung erhält. Letztlich muss Maria froh sein, dass Wolf (im Film der Vertraute von Maximilian) rechtzeitig eintrifft, um sie vor den bösen Franzosen zu retten und mit eilig geschlossenen Stellvertreterhochzeit (Trick) und dem Handabschlagen von Ludwigs Gesandten gleich auch zeigt, wie richtige Mannsbilder so eine Lage sofort unter Kontrolle haben. (Tja, Marias farblose Ratgeber könnten noch leben, wenn Maria im Film intelligenter gewesen wäre und auf den Emanzipationstrip - ich will alleine herrschen) verzichtet hätte. (Leider nicht das einzige Beispiel, dass Marias und Johannas vordergründige Emanzipation im Film auf der Handlung- und der symbolischen Ebene letztlich zurückgenommen und indirekt auch verurteilt.)

    Bei Dornhelm dagegen treten die richtigen Mannsbilder (Prinz Eugen, Karl V. etc.) relativ bald ab, und die Bühne gehört dann Franz Stephan von Lothringen einem moderneren Mann. (Wobei Maria Theresia in den beiden ersten Teilen mit ihrem Erzieher noch ein weiterer moderner Mann gegönnt wird. Maria Theresia, die anders als Maria nicht auf Emanzipationstrip geht, sondern eigentlich zunächst nur Mrs. Right werden wollte, selbst der geheime Unterricht ist Teil dieses Ziels, und somit zuerst den Gegenweg einer Maria von Burgund einschlägt, bietet letztlich eindeutig das modernere Frauenbild.

    Mich hat auch immer erstaunt, dass die Ehebruchgeschichte, die Maria Theresia im Film hat, von der Kritik stets negativ gesehen wird, während es offensichtlich niemanden stört, wenn der Graf von Egmond Maria zu vergewaltigen versucht, sie ihn in Notwehr tötet und dann gemeinsam mit Johanna und Stiefmutter Margarete bei Nacht und Nebel die Leiche verschwinden lässt, womit im Film diese Episode erledigt ist. Beides ist erfunden und beides wird im Film so dargestellt, dass zumindest nachvollziehbar scheint, warum diese Fiktion nicht in die Geschichtsbücher gelangt ist. Während aber der erstaunlich wenig spektakulär gestaltete Ehebruch für Maria Theresias Charakterentwicklung und die weitere Filmhandlung noch in mehrerer Hinsicht Konsequenzen hat und letztlich auch für einige spannende Wendungen sorgt, ist die Geschichte um den Grafen von Egmond für die Filmhandlung um Maria nur ein Füller, den man problemlos hätte streichen können.
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. September 2022
  8. -muck-

    -muck- Aktives Mitglied

    Hat jemand bereits die Netflix-Produktion 'Medieval' gesehen?
     
  9. PostmodernAtheist

    PostmodernAtheist Aktives Mitglied

    Ich habs mir mal angetan. War jetzt nicht so begeistert. Kostüme reichen von okay bis wirklich mies (Söldner tragen irgendwie alle dunkles Leder...) und die Handlung war dürftig. Hat jetzt auch nicht viel mit dem echten Jan Zizka zu tun...und die Action Szenen können den Film nicht retten.
     
  10. Naresuan

    Naresuan Aktives Mitglied

    Die 2 Stunden waren lang und konnten mich nicht begeistern. Immerhin regt der Film dazu an, sich für einmal mit einem mir wenig bekannten Teil der Geschichte zu beschäftigen.
    Bis auf Katherine, die Verlobte des Heinrichs von Rosenberg und Nichte des französischen Königs, gab es die Hauptfiguren damals. Sie werden einem in den ersten 5 Minuten auch gleich alle präsentiert, zusammen mit der halben europäischen Geschichte. Viel zu schnell, um als Zuschauer darauf aufbauen zu können.
    Man erfährt im Detail, wie es zur einseitigen Erblindung Žižkas kam, bzw. bekommt eine gruselige mögliche Version davon vorgesetzt.
    Die Figur der Katherine ist sehr merkwürdig und doch dreht sich der Film eigentlich um sie. Als angebliche Nichte des französischen Königs gefallen ihr die Predigten des Jan Hus, reitet sie im Spreizsitz und trägt unter dem Rock Hosen, was ich mir für die Zeit nicht mehr vorstellen kann, aber vielleicht waren die Sitten in Böhmen anders.
    Sie kennt sich scheinbar auch aus, wie man eine Augenverletzung mittels Madentherapie behandelt und ich wundere mich, wie eine französische Adlige zu diesen Kenntnissen kam.
    Ich kenne mich nicht mit der Ausrüstung und Bewaffnung in dieser Gegend und Zeit aus. Einige der Waffen und Helme kamen mir aber sehr exotisch vor.
    Die kurzen Sequenzen mit Bildern des alten Prags gefielen mir ebenso wie die Landschaftsaufnahmen.
    Die unkonventionelle Kriegstaktik Žižkas mittels Wagenburgen wird vorgestellt. Wie authentisch das ist, kann ich nicht beurteilen.
    Etwas zum Lachen brachte mich der misslungene Versuch, dem dunkelhaarigen Schauspieler Matthew Goode die roten Haare König Sigismunds zu verpassen.
    Die Schauspieler machen das, was das Drehbuch hergibt, ganz ordentlich und das ist vor allem gegenseitiges Anstarren und bedeutungsvolle Phrasen schwingen.
    Mir blieben in Erinnerung:
    "Sie ist die Nichte des französischen Königs!" und alle im Film wussten ohne Erklärung sofort, was das zu bedeuten hat, nur ich nicht.
    "Könige mögen zwar von Gott ausgewählt sein, machen aber trotzdem die Fehler von Menschen" war der einzige Satz, der mich noch zum Denken bewegen konnte.
    Wer gerne blutige Action sehen will, dem mag das gefallen. Ich bin wahrscheinlich zu alt dafür.
     
  11. Teresa C.

    Teresa C. Aktives Mitglied

    Hi Naresuan, nur eine Frage - wie wird in der Serie die Figur von Sigismunds Bruder Wenzel dargestellt? Oder haben sie denn weggelassen?
     
  12. Naresuan

    Naresuan Aktives Mitglied

    Nein, der darf natürlich nicht fehlen. Wenn jemand fehlt, dann Ruprecht von der Pfalz.
    Die Geschichte spielt im Jahr 1402. Es wird im Film so vermittelt, als ob Wenzel unbedingt zwecks Kaiserkrönung nach Rom reisen müsste, um das Abendland damit zu stabilisieren, und das Ganze nur noch von der Reisefinanzierung durch Rosenberg und von einem Geleitbrief von Boresch (von Riesenburg?) abhinge. Dass Wenzel zu der Zeit im HRR bereits entmachtet war, habe ich entweder verpasst oder es ist im Film kein Thema. Mal zeigt er sich wild entschlossen, diese Reise anzutreten, mal hat er überhaupt keine Lust dazu: "Dann fahre ich eben im nächsten Frühling".
    Sigismund wird richtig als König von Ungarn bezeichnet. Im Film sind seine Truppen in Böhmen eingefallen und wüten auch gegen die Landbevölkerung, was ich mit meinem spärlichen Wissen so nicht nachvollziehen kann.
     
  13. Teresa C.

    Teresa C. Aktives Mitglied

    Danke für die Auskunft.
    Dass Wenzel zu dieser Zeit eigentlich dank Sigismund Gefangener im heutigen Oberösterreich und dann in Wien war, haben sie also weggelassen. Vielleicht haben sich die Filmemacher daselbst nicht ausgekannt. (Allerdings ist das Jahr 1402/03 im Leben von König Wenzel bisher recht schlecht erforscht und stark von Legenden umwoben, was damit zusammenhängen dürfte, dass Sigismund die Gefangenschaft seines Bruders und seinen Versuch, sich das böhmische Königreich unter den Nagel zu reißen, geheim zu halten versuchte. Er soll nämlich auch noch den Plan gehabt haben, seinen Bruder trotzdem in Rom zum Kaiser in Rom krönen zu lassen, um auf diesem Weg "römischer" König zu werden. Letztlich gelang es Wenzel aus Wien zu flüchten, während Sigismund sich gerade mit im Königreich Ungarn aufhielt. Darauf übernahm er wieder die Herrschaft über Böhmen selbst.)

    Ich frage mich allerdings, warum ein Rosenberger eine Nichte des französischen Königs heiraten will. Die Rosenberger waren zwar eine bedeutende böhmische Adelsfamilie und haben im 14. und 15. Jahrhundert durch Urkundenfälschungen versucht, ihre Bedeutung und die ihrer Besitzungen noch zu vermehren, aber ihre Ehefrauen holten sie sich noch immer aus dem böhmischen Königreich oder aus den österreichischen Herzogtümern. (Besagter Heinrich dürfte übrigens ein besonders aktiver Urkundenfälscher gewesen sein.)
     
  14. Naresuan

    Naresuan Aktives Mitglied

    Was ich oben geschrieben habe, wird in den ersten 15 Minuten des Films dargelegt. Was sonst noch im Jahr 1402 und im Film geschieht, soll spannend bleiben.

    Man hat wohl bewusst das Jahr 1402 gewählt, weil es sowohl bezüglich Žižka, als auch bezüglich der Vorgänge um Wenzel noch etwas im Dunkeln liegt. Möglicherweise ist aber die tschechische Geschichtsforschung weiter und konnte den Film um neue Erkenntnisse bereichern.
    Dass Sigismund noch 1402 in geheimen Plänen eine Kaiserkrönung Wenzels anstrebte, wusste ich nicht. Im Film wird dieser Plan vor allem dem Adligen Boreš (Michael Caine) zugeschrieben.
     
  15. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Der Film muss ein Flop gewesen sein. Eine Weile stand er bei den Kinostarts für September dann Oktober 2022 drin. Dann habe ich irgendwo gelesen, dass er in Tschechien gefloppt sei und er kam direct-to-DVD oder wie man heute sagt direkt auf die Streaming-Plattform. Manchmal kommen ja Filme auch ins Kino damit sie bei Filmfestivals Preise berücksichtigt werden wie das scheinbar bei den Oscars der Fall ist. Einige US-Produktionen haben, glaube ich, auch nur eine begrenzte Veröffentlichung in einer Handvoll Kinos in den USA und kommen dann gleich auf die Streaming-Plattform. Die Idee dahinter ist, dass Filme, die direkt auf Stream erscheinen (oder fast direkt) kein wirtschaftliches Risiko bedeuten, da Flops ja auch Termine im Kino belegen an denen man erfolgreichere Filme unterbringen kann und obendrein eine extra Vermarktung (Pappaufsteller, Flyer etc.) für die Veröffentlichung in Kinos stattfindet. Dagegen entfällt die früher aufwendige Verteilung der Filmrollen etc.. Ich glaube, dass die letzten historischen Stoffe, die so vor 1800 angesiedelt waren, alle nicht besonders erfolgreich waren bzw. wie bei "The last duel" ein Schlag ins Wasser (was bei Ridley Scott sogar zu Rumgepöbel führte, was ich sonst gegen das Publikum weniger kenne). Ich kann mich an "Henri 4" erinnern, was damals auch bei uns nur eine oder zwei Wochen lief und gleich abgesetzt wurde. Hatte aber auch negative Kritiken.
    Ich hätte "Medieval" gern gesehen und finde, dass auch ein schlechterer Film auf der Leinwand in den meisten Fällen besser wirkt als auf dem Bildschirm/Fernseher.
    Bei Medieval fand ich es faszinierend wie man wieder das alte Vehikel versucht hat durch einen Oldstar des Kinos eine Produktion aufzuwerten. Mich erinnert das Rezept an so eine europäische Produktion mit Rudger Hauer in der Hauptrolle als Herrscher. Schon der Titel war ja herrlich plakativ. :cool:

    @Teresa C.
    Ich konnte dem Mehrteiler von Dornhelm immerhin was abgewinnen. Meine bessere Hälfte hat keine 20 Minuten überstanden. Aber heute ist es auch nicht mehr der Kampf um die Hoheit am Fernsehbildschirm, weil man sowas in der Arte-Mediathek noch lange nach Ausstrahlung angucken kann.
    Für mich war es ein faszinierendes Erlebnis. Ich wäre nie auf die Ideen des Drehbuchs gekommen, dass ein ungarischer Adliger die Kaisertochter beim Kaiser anschwärzen kann. Unglaublich!:D
     
    Traklson gefällt das.
  16. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    "The hour of the pig"
    UK, F 1993 (Regie: Leslie Megahey)


    Handlung: Der von beständigen Albträumen heimgesuchte Anwalt Richard Courtois (Colin Firth) verlässt mit seinem Assistenten Mathieu (Jim Carter) Paris um auf dem Lande Ruhe zu finden. Doch weit gefehlt. Gleich einer seiner ersten Fälle, der wegen Hexerei angeklagten Jeannine (Harriet Walter) mündet in eine Niederlage und der Hinrichtung der Beschuldigten. Trotz der Leitung durch den der Wollust verfallenen Priester Albertus (Ian Holm), der ihn aus mancher kniffeligen Situation rettet, verstrickt sich Courtois immer mehr in die Fallstricke seiner ambitionierten Pläne. Denn er will sich häuslich niederlassen. Aber auch der Herr der nahen Burg, Seigneur d'Auferre (Nicol Williamson), und dessen auf ihn ganz versessene Tochter Filette (Lysette Anthony) setzen ihm zu. Unwissend, dass er sich im örtlichen Bordell einquartiert hat, hält er den Umgang mit Maria (Sophie Dix) für eine Liebesbeziehung, verliebt sich aber auch in die durchziehende Ägypterin Samira (Amina Annabi), die ihn anfleht ihr Schwein vor Gericht zu vertreten, das des Mordes an einem jüdischen Jungen angeklagt ist. Erst allmählich kommt Courtois hinter die wahren Hintergründe, freilich ohne sich durchsetzen zu können in einer Welt in welcher der lokale Feudalherr regelrecht allmächtig ist und wo sein schön in Paris erlerntes Recht ihm wenig nützt, da man in der Provinz eigene Gesetze hat...

    Der Film präsentiert uns das 15. Jahrhundert als eine freizügige Epoche voller Nacktheit und Frivolität. Da sieht man eine nackte Prostituierte auf dem Bankett des Landadeligen. Kaum etwas bis auf den Krieg wird an Aspekten der Epoche ausgelassen. Es wird getrunken, über theologische Themen diskutiert, Ketzerei, Hexerei und selbst die Templer angesprochen. Während ich manchmal dachte, 'oh je, welch ein Stuss', gab es dann wieder versöhnliche Momente so etwa wenn es zwar scheint, dass der Seigneur d'Auferre den kleinen Anwalt vernichten könnte, dann aber den Ausgleich sucht. Manche Episoden wie aus Courtois Träumen scheinen Visionen, die aus der zeitgenössischen Kunst entstiegen sind. Das Kostümbild ist so ein Mix. Manche Fans des 15. Jh. sagen, dass sich hier wenigstens einmal bemüht wurde die Kleidung der Zeit zu zeigen. Dafür sind dann einige Statisten auch wunderlich anzusehen wie diese rostbraunen Harnische der Burgwachen. Was mir gefiel war, dass der Film zwischen Gerichtskrimi, Thriller und Erotik eine gewisse Balance hält und selbst komische Momente beinhaltet. Insgesamt besser als die ganzen "Mittelalterfilme" der letzte 10-15 Jahre auch wenn ich viel an Details zu nörgeln hätte wie die Klischees etc..

    7 von 10 durchge********* Betten.
     
    Fulcher, Ugh Valencia und dekumatland gefällt das.

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