Von der Brutpflege zur Gesellschaftsbildung

Dieses Thema im Forum "Frühzeit des Menschen" wurde erstellt von Klaus, 1. Januar 2009.

  1. Guntbot

    Guntbot Gast

    wenn ich Hunger leide muß ich sehen wo ich was essbares finde,egal wo,da ist sesshaft sein doch eher hinderlich oder nicht?
    erst wenn ich an einem Platz genug Nahrung über das Jahr hab kann ich an dem Ort sesshaft werden und mich niederlassen
     
  2. rena8

    rena8 Aktives Mitglied

    Genau, wenn ich Hunger habe, esse ich auch Sachen, die ich zu Zeiten der Mammut-Haxe verschmäht hätte.

    Die Mesolithiker gingen nicht nur auf die Jagd, sondern haben auch gesammelt. Haselnüsse z.B und als das Großwild spärlicher wurde, blieb man vielleicht lieber in der Nähe der sicheren Nahrungsquellen, den leckeren Muscheln, Fischen, da war dann der Schritt zur völligen Seßhaftigkeit nicht mehr so groß.
     
  3. Klaus

    Klaus Neues Mitglied

    Ich bin mir nicht sicher, ob wir uns das mit der Sesshaftigkeit überhaupt richtig vorstellen. Heutige Jäger-und-Sammler-Nomadenvölker rennen nicht beliebig durch die Gegend, sondern sind durchaus ortsfest. Sie durchstreifen immer dasselbe Gebiet, aber in unterschiedlichen Richtungen von einer Basisstation aus. Sie verteidigen ihr Territorium auch gegen konkurrierende Jäger und Sammler. Damit sind sie eigentlich sesshaft, nur auf ein größeres Gebiet bezogen als Ackerbauern.
     
  4. Guntbot

    Guntbot Gast

    Früchte und Nüsse kann man nur sammeln(ernten) wenn sie reif sind,bei Früchten hab ich noch das Problem der Haltbarmachung,wenn ich Weizen anbaue dürfte die Ausbeute deutlich höher ausfallen als bei den gesammelten Nüssen,Fische ok die gibts das ganze Jahr über aber Muscheln aus Flüssen sind nicht geniessbar,wir haben als Kinder mal Süßwassermuschel gekocht und gegessen anschliessend waren wir elendig krank
     
  5. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Meeresmuscheln wurden gesammelt und ihre weggeworfenen Schalen bilden heute noch an einigen Küsten Riesenabfallhaufen.
     
  6. Guntbot

    Guntbot Gast

    damals taten sie es aber wahrscheinlich,da sie den Herden folgten,die meisten der heutigen Nomadenvölker haben Sommer-und Winterlager aber sie bauen meist keine festen Häuser sondern nehmen ihre Behausung auf der Wanderung mit und bauen sie bei Bedarf auf und wieder ab
     
  7. Guntbot

    Guntbot Gast

    Meeresmuscheln ja,aber es ging in der Docu nicht umdie Küstenbewohner sondern um Landbewohner(nicht küstennah)
     
  8. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Das heutige Nomadentum mit beweglichen Behausungen ist nicht so uralt, weil es von Haustierherden abhängt. Und scheuen Gazellen kann man schlecht hinterher rennen.
     
  9. Guntbot

    Guntbot Gast

    die Menschen damals waren Lauerjäger die den Herden folgten und aus dem Hinterhalt angriffen oder man hetzte die Tiere bis zur Erschöpfung,dazu braucht man nicht schnell sein sondern man braucht Ausdauer und der Mensch ist nach dem Wolf der beste Ausdauerläufer,mal von uns zivilisierten Weicheiern abgesehen
     
  10. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Doch nicht in deckungsloser Steppe und Tundra. Die Präriejäger entstanden auch erst nachdem sie Pferde hatten.
     
  11. rena8

    rena8 Aktives Mitglied

    So gibt das mE auch die Fundlage in Europa her, nur mit dem Unterschied, dass es durch die Temperaturschwankungen einige Veränderungen gab, die eine Verlagerung nach Süden / Norden erforderte.
    So verschwand gegen Ende der Eiszeit die Grassteppe in der Nordsee und die Jäger wurden zwangsläufig an die Küsten zurückgeworfen.
    Aus dieser Zeit gibt es einige Funde in Dänemark z.B.

    In Südengland hat man auch riesige Haselnußschalenabfallhaufen gefunden. Nüsse eignen sich gut zur Vorratshaltung.

    Holzäpfel + Wildbirnen, auch Beeren + Pilze kann man auf der Darre trocknen. Solche wertvollen Vorräte schleppt man nicht herum, man macht Ablagen z.B. im Winterlager und läßt mind. Wächter zurück, wenn man ins Jagdlager zieht.
     
  12. Guntbot

    Guntbot Gast

    auch in der Steppe müssen Tier an Wasserlöcher um zu trinken da kan man ihnen auflauern,man kann eine Herde auch mit einem Teil der Gruppe umgehen und sich regunslos in Gras legen während der Rest der Gruppe die Herde auf einen zutreibt,wir dürfen die körperliche Leistungsfähigkeit der damaligen Menschen nicht mit derUnseren vergleichen,wenn dann eher mit der von trainierten Langstreckenläufern.Der Mensch ist von seinem Körperbau her kein Sprinter sondern ein Dauerläufer und Hetzer.Ein Marathonläufer ist in der lage ein Pferd oder Hirsch so zu hetzen das es er letztendlich keine Chance hat zu entkommen
     
  13. rena8

    rena8 Aktives Mitglied

    Mit dem Ausdauerläufer hast du ja recht.
    Wenn wir aber von Europa sprechen, da machte sich der Wald breit und die großen Steppentiere verschwanden. Wo nicht genug Wild ist, kann auch der beste Hetzer und Jäger nicht genug Nahrung heranschaffen.
     
  14. Guntbot

    Guntbot Gast

    eben und dann muß er sehen wie er an Nahrung kommt,durch die Klimaänderung und den damit verbundenen Überschuß an fruchtbaren Land wurde die landwirtschaft möglich und man ging dazu über Getreide(Gräser)anzubauen und Tiere zu bevorraten(Tierhaltung)beides Ackerbau und Tierhaltung wurden durch den Klimawandel erst möglich und nötig,Tierhaltung ist auch als Nomade möglich aber zum erfolgreichen Ackerbau muß ich zwangsläufig sesshaft werden,Klimawandel erste Anfänge von Tierhaltung ,Ackerbau und Siedlungsbau fallen alle in einen ziemlich gleichen Zeitraum
     
  15. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Aber bestimmt nicht von einem Jahr auf das nächste. Der Prozess wird Generationen gedauert haben.
     
  16. Guntbot

    Guntbot Gast

    dass das ein langwäriger Prozess war ist denke ich unstrittig,nur vondem Moment an wo ich Ackerbau betreibe muß ich zwangsläufig sesshaft werden um meine Pflanzung gegen andere Menschen und vor allem gegen Fressfeinde zu verteidigen,vorher macht Sesshahtigkeit keinen wirklichen Sinn da sie meinen Wirkungskreis einschränkt
     
  17. rena8

    rena8 Aktives Mitglied

    Diesen Überschuß an fruchtbarem Land sehe ich nicht, der da plötzlich auftaucht, eher das Gegenteil, durch das Schmelzen der Gletscher stieg der Meeresspiegel.

    Und wenn du die Flusstäler meinst, die Natur nimmt das Land sofort innerhalb 3 -4 Jahren in Besitz, so schnell kamen die Europäer aber nicht an Saatgut, denn die Getreideurformen gab es in Europa nicht.
     
  18. Guntbot

    Guntbot Gast

    aber es wurde wärmer und es entstanden Aueflächen die regelmäßig überschwemmt wurden und somit feucht genug waren um Getreide anzubauen,auserdem dürfte e durch den Temperaturanstieg öfters geregnet haben
     
  19. rena8

    rena8 Aktives Mitglied

    Von welcher Region wurde in der Docu denn gesprochen?
     
  20. Tekker

    Tekker Gast

    Das ist hier ja alles sehr interessant, scheint mir aber recht viel Spekulatius zu sein... :grübel:
     

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