Wie Muslime einst Christen zu Sklaven machten

Dieses Thema im Forum "Der Islam und die Welt der Araber" wurde erstellt von heinz, 3. Mai 2004.

  1. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Wenn man ganz neu hier ist, sollte man erst mal gucken, wie es hier abläuft.
    Mit diesem Eingangsbeitrag, machst du dir bestimmt keine Freunde hier.
    Ich habe noch nie einem Neuling rot gegeben. Du bist der erste.
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. Januar 2009
  2. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

    Solche Sätze sind nicht gern gesehen
    Bitte lies Dir nochmal unsere Regeln durch und achte insbesondere auf folgenden Abschnitt
    Da Du noch neu bist, werde ich es bei diesem Hinweis belassen.
    Themistokles, Moderator
     
  3. rena8

    rena8 Aktives Mitglied

    Ich will die ersten Sätze mal unerwähnt lassen, dein Beitrag interessiert mich, da er den Zeitgeist und die Gefühle in den Balkanländern in bestimmten Zeiten widerspiegeln könnte.
    Dazu müßte man aber sortieren, du beziehst dich auf das Gebiet um Belgrad, welche Ereignisse meinst du?
    Warum war Pasa Mustafa (wer war das?) bei den Serben beliebt und die Dahijen bei der moslem. Bevölkerung?
    Lagen die Ursachen allein im Stadt - Land - Unterschied, den du schilderst?

    Außerdem scheint die Thematik eher in ein Balkan-Thema zu passen.
    Wenn sich doch noch eine sachliche Diskussion über die gefühlten Ursachen der Balkan-Konflikte am Beispiel der Region um Belgrad ergäbe, könnte man evtl. verschieben.
     
  4. Zoki55

    Zoki55 Aktives Mitglied

    Okay tut Leid also könnt ihr ruhig nach Balkanforum verschieben.

    Mustafa (der Pasha des Smederever Sandzaks) war der ranghöhste Vertretter des osmanischen Reiches im Smederever Sandzak (einer der wenigen Pashas dessen Wurzeln nicht am Balkan sondern in Anatholien waren). Man sagte er war zu den Serben so wie eine Mutter zu ihren Kindern also er ließ den Serben viel Platz und Raum. Sehr viele Rechte gründete die erste Freimauerloche am Balkan.

    Während er vorallem unter der armen moslemischen Bevölkerung Serbiens sehr unpopulär war vorallem da er den Serben zu viel durchgingen ließ. Die Großgrundbesitzer waren auch zufrieden mit Mustafa, denn die bekamen Regelmäßig Fermane (Tribut) von ihrer Landbevölkerung.

    Die Dahijen waren Janitscharoffiziere welche die Macht an sich rießen und von nun an die Bevölkerung terrorisierten. Nun wenn Serben von dem osmanischem Reich reden reden sie nicht von den etwas mehr als 300 Jahren herrschaft der selbigen sondern. Plünderungen, Mord und Vergewaltigungen waren an der Tagesordnung. Dank ihren Geschenken blieben die Dahijen bei den einheimischen Moslems sehr beliebt,

    Die Spahijen (Großgrundbesitzer) waren gegen die Dahijen wie der Sultan denn die Spahijen konnten nicht mehr so viel Weizen und Schaftsfleisch wie früher verlangen da die Janitscharen plünderten.

    Als Mustafa von den Dahijen ermordet wurde kämpften nun Serben und serbo-türkische Adelige (weiß wirklich nicht wie ich sie politisch Korrekt nennen soll) gegen die Dahijen und besiegten sie.

    Dannach wollten die Serben allerdings nicht das wieder Türken über sie herrschten und machten im Krieg weiter.

    Während des Krieges wurden der Smederever Sandzak (Region um Belgrad), Teile des bosnischen Pashaluks und Teile des Niser Pashaluks Türkenfrei gemacht. Die meisten flohen nach Bosnien und besiedelten Ostbosnien.

    Zu meinen harten Worten zu Brushian, es tut mir leid, bin auch ein Serbe wohne sogar mehr als die Hälfte unten bin seltener in Wien.

    Und wenn Brushian einen Käse zusamennzählt schäme ich mich sogar für ihn. =)
     
  5. Mike Hammer

    Mike Hammer Neues Mitglied

    Zoki, das Thema und deine Infos sind interessant.
    Mache es bitte nicht kaputt durch persönliche Äußerungen und Anfeindungen.
    Wäre schade wenn du fliegen würdest, nur weil du die normalen Regeln nicht einhälst :winke:

    Danke und Gruß
     
  6. Zoki55

    Zoki55 Aktives Mitglied

    Noch was wenn man am Balkan zu dieser Zeit von Türken redet sind fast immer slawischsprechende Moslems und Albaner gemeint nie Türken die man in Kreuzberg und so sieht.

    Wenn ich meine türkenfrei gemacht meine ich Moslemfrei.

    Es gibt so einen Spruch.

    Bei den Bosniaken ist das so wenn du ihrem Urgroßvater gesagt hättest er sei kein Türke hätte er dir den Kopf abeschlagen. Bei den heutigen ist es genau umgekehrt.

    Aber jemand sollte das wirklich in das Südeuropa Forum reinkopieren.

    Es passt echt nicht hinein
     
  7. rena8

    rena8 Aktives Mitglied

    Weil mir der geschichtliche Kontext fehlt, unter Vorbehalt http://de.wikipedia.org/wiki/Karađorđe @zoki, vielleicht könntest du sagen, ob du die geschilderten Gruppierungen, christliche Landbevölkerung als Unterschicht, moslemisierte stadtnahe Mittel- und Grundbesitzerschicht und einen osmanischen Statthalter, der viele Freiheiten läßt, darin wiedererkennst.

    Ich wollte mir einen kurzen Überblick verschaffen, um den Beitrag von @zoki55 einordnen zu können.
     
  8. Zoki55

    Zoki55 Aktives Mitglied

    Karadjordje und Mustafa Pasha waren Mitglieder einer Freimaurer Loze. Karadjordje kämpfte für Mustafa Pasha es steht auch im Wiki Artikel. Mustafa gab viele Privilegien auf und lies die Serben viele Handelstätigkeiten machen, er erlaubte die Schweinezucht und so ziemlich jeder Bauer stieg auf Schwein um da es den Moslems verboten war auser Zöllen für den Export nach Österreich Steuern zu nehmen.

    Entehrt füllten sich auch viele Moslems weil Pasha sich häufig mit Serben zeigte. Das alles führte dazu das die Janitscharen welche sich am meisten entehrt fühlten den Pasha gefangen nahmen und dann ermordeten, gemeinsam mit der Ermordung der Volksknezen war das der Grund für den Bauernaufstand der schon damals den Charakter eines serbischen Annahm.

    Karadjordje wollte auch die bosnischen Serben zu den Waffen bringen aber das Misslang da in Bosnien keine Schreckensherrschaft der Janitscharen bestand.

    Okay wie sollte man sich Serbien, Bosnien, Makedonien im Osmanischen Reich vorstellen und das am Ende des 18 Jahrhunderts.

    Die Aufteilung war die Folgende 20 %- 30 % Moslems welche obwohl sie keine türkische Sprache sprachen sich als Türken fühlten. Die Christen nannten sie Türken (zur Info Kroaten und vorallem Serben nennen die Bosniaken häufig noch immer "turci" Türken).

    Der Rest Christen.

    Nun wie sah es so aus mit der Verteilung.

    Belgrad hatte um die 60 000 Einwohner zu dieser Zeit um die 10-20 % Christen und Juden vorallem Griechen, Armenier Cincaren (romanischsprechendes Volk) und Aramäer welche sich später mit den Serben assimilieren.

    Da ich die meiste Zeit in Serbien verbringe kann ich dir sagen das die Stadtbevölkerung Serbiens dunkelhäutiger als die landbevölkerung ist. Das ist auf diese eher dunkelhäutigen Volksschaften zurückzuführen welche sich dann mit den einsiedelten Serben vermischten. Vorallem da der gemeinsame orthodoxe Glaube hat woll dazu geführt das sie sich so schnell assimielierten in wenigen Generationen.

    Die türkische Stadtbevölkerung stellten Begs (Landbesitzer), Händler, Handwerker, Bettler und Soldaten dar. Moslemische Bauern bekamen sehr gute posizionen zur Produktion von Milch und Eiern zum Beispiel die man nicht so lange lagern konnte und deswegen schnell in die Stadt mussten.

    Außerhalb der urbanen Gebiete lebten die Serben welche entweder auf den Landbesitzungen der Begs arbeiteten die von Verwaltern kontroliert wurden oder man lebte in Bergdörfern welche von Volksknezen (Volksfürsten geführt wurden).

    Jene Fürsten samelten die Steuern einer von ihnen war Karadjordje welcher aus dem heutigen Montenegro damals Ostherzegovina stammte und mit Teilen seines Stammes (Vasilevic es gibt sogar Wiki Artikel zu denen) die Mittelserbische Stadt Topola gründete.

    Die Knezen und die Popen regierten jene Dörfer frei auserhalb von irgendeinem osmanischem Recht. Hauptsache die Steuern und die Fermane an die Begs kommen an.

    Dannach kamen die Janitscharenverbände metzelten die Knezen nieder und raubten die Höffe und Dörfer aus.

    Das war gegen die Serben und Landbesitzer gerichtet.

    Vorallem die ärmeren moslemischen Schichten sahen das anders da die Janitscharen nach Plünderzügen Nahrung an die sie verteilten.

    Außerdem hatten die Janitscharen wieder gezeigt wer der Boss in dem Smederever Pashaluk ist.

    Dannach kämpften türkische Begs, das osmanische Reich und serbische Freischärler gegen die Dahijen und besiegten sie wobei die Serben als Rache fast alle männlichen Moslems köpften und ihre Familien vertrieben was das verhöltniss zum OR sehr erschwerte.

    Als das OR das alte System in Serbien einführen wollte kämpfte Karadjordje weiter.


    Ich bitte das diese meine Ausführungen jemand in ein eigenen Thread packt.

    Danke im Vorraus.
     
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  9. Alagoano

    Alagoano Neues Mitglied

    Auch, wenn der Artikel nun aelter als 5 Jahre ist und niemand mehr hier postet:
    1500 waren die Menschenjagden im Mittelmeer schon 700 Jahre im Gange. 827 landeten die Piraten auf Sizilien. Fragt man sich, wie 1500 als Zaesur beim Spiegel zustandekam. Meines Erachtens durch das Auftauchen der Brueder Horudsch und Chaireddin Barbarossa.
     
  10. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Fragt sich, wie Du auf das Jahr 827 als Stichjahr kommst. Sklaven wurden im Mittelalter seit der frühsten Antike gefangen und gehandelt. Ob auf Ägyptischen Wandbildern, in der Bibel, in den griechischen Erzählungen von Homer bis Xenophon, den Römern und ihr gigantisches Sklavensystem ganz zu schweigen. Das christliche spätrömische Reich, Byzanz, sogar der Vatikan im Mittelalter hielten Sklaven, auch wenn sie zu diesem Zeitpunkt nicht mehr die wirtschaftliche Rolle wie in der Antike hatten.

    In dem im Artikel beschriebenen Zeitraum wurden in Europa auch noch Sklaven gehalten und gehalten: Malta war zeitweilig der größte Sklavenmarkt der Christenheit, bis er von den Westafrikanischen und Karibischen Zentren abgelöst wurde.
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. Juli 2009
  11. Alagoano

    Alagoano Neues Mitglied

    Das ist sicher alles richtig. Aber in dem Spiegel-Artikel ging es um die muslimische Sklavenjagd im Mittelmeer, und die hat nun mal nicht 1500 eingesetzt. Um dies zu illustrieren, habe ich ein Ereignis aus dem Jahr 827 angefuehrt, kein Stichjahr.
    Warum Du nun die verschiedenen sklavenhaltenden Gesellschaften erwaehnst, ist mir ein Raetsel. Ein Artikel, der sich mit muslimischer Sklavenhaltung beschaeftigt, muss sich zwangslaeufig auf den Zeitraum ca 610 bis heute beschraenken und ein Artikel, der sich mit muslimischer Sklavenjagd im Mittelmeer beschaeftigt, kann nicht erst mit 1500 einsetzen.
     
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  12. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Also nicht nur im Mittelmeer. Was ich nicht verstehe: Warum schaute man dem Treiben bis ins 19. Jahrhundert scheinbar unberührt zu? Militärisch wäre Europa doch schon viel früher in der Lage gewesen, die Korsarennester Algier und Tunis auszuräuchern. Verhinderten Rivalitäten unter den Europäern (Spanien, Frankreich, England, Holland) ein konsequentes Vorgehen?
     
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  13. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    Vielleicht war es schwieriger, dem Herr zu werden, wie man so denkt? (Selbst heute gibt es trotz Radar, usw. in Indonesien und Somalia sehr großes Piratentum...)

    Schau mal in meine Posts, irgendwo dort habe ich einen englischen Text aus einer Enzyklopädie kopiert, der vielleicht genau diese Frage beantwortet. Stichwort z.B. "mediterranean"
     
  14. querdenkerSZ2

    querdenkerSZ2 Aktives Mitglied

    Der Unterschied war doch damals wurden die Schiffe der piraten , wenn sie erwischt wurden versenkt , wer nicht getötet wurde wurde gehängt oder kam jahrelang in ein Gefängnis .
    Piratenstützpunkte wurde zerstört wie Tunis durch die Briten oder Tripolis im Barbareskenkrieg 1805 durch die Amerikaner .
     
  15. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Erstaunlich genug, dass europäische Potentaten sich sogar erdreisteten, gemeinsame Sache mit Korsaren zu machen. Frankreich und Venedig waren zeitweise als die "Hure der Hohen Pforte" verschrieen.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Belagerung_von_Nizza
     
  16. querdenkerSZ2

    querdenkerSZ2 Aktives Mitglied

    Tja, ein altes und leider immer noch beliebtes politisches manöver ; " Der Feind meines Feindes ....."
    Mittlerweile sollten die Leute wissen das der "Feind meines Feindes " ,auch ihr Feind sein kann .
     
  17. Rurik

    Rurik Aktives Mitglied

    Hier bei mir um die Ecke an der Elbe, sind im 17. Jahrhundert auch hin und wieder algerische Kosaren aufgetaucht. Sie gingen an Land, überfielen die Dörfer und nahmen sich Leute mit, die sie daheim als Sklaven verkauften.
     
  18. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    @Rurik, das ist mir neu. Kannst du das genauer darlegen und vielleicht eine Quelle nennen.

    Vielleicht noch eine interessante Quelle zu Thema:
    http://books.google.de/books?id=Q6Q...1u2KBA&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=1
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. Juli 2009
  19. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    Gut ich mache es schon selber... :p

    Abgesehen davon, dass wir in ein anderes Thema seit geraumer Zeit abgleiten, welches schon spezieller in einem anderen Thread erörtert wurde - hier habe ich einiges zum Thema gepostet:

    http://www.geschichtsforum.de/f76/der-kaperkrieg-im-mittelmeer-24398/#post374731

    Siehe dazu auch den Anhang in dem Post.

    Wer es mit Englisch und hiermit Text und Web - Google bersetzer nicht so hat, kann gerne nachfragen, hier gibt es viele, die Antworten auf Fragen übersetzen könnten.

    :winke:
     
  20. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Hark Olufs von der Insel Amrum wurde versklavt, stieg auf und kam als gemachter Mann nach Amrum zurück, sein Grabstein erzählt seine Geschichte: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/56/Hark_Olufs_Grabstein.jpg
    Außerdem hat er sie selbst in ausführlicher Form auf Dänisch herausgegeben: Hark Olufs
     

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