Das Land der Dichter und Denker

Dieses Thema im Forum "Das Dritte Reich" wurde erstellt von Piotr, 24. August 2008.

  1. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Hitler hatte von Hindenburg 1932 schon mal den Auftrag zur Regierungsbildung auf parlamentarischer Basis erhalten. Was er mit der DNVP und dem Zentrum versuchte.
    Es verweigerten sich letztlich nicht die Klerikalen, die Deutschnationalen verhinderten die 1. Hitlerregierung.
    So musste Adolf den Auftrag wieder zurückgeben.
     
  2. Barbarossa

    Barbarossa Neues Mitglied

    Das ist in sofern richtig, als daß es seit Jahren nur noch Minderheitregierungen gab, die nur mit Hilfe von Notverordnungen regieren konnten. Auch das erste Kabinett von Hitler hatte keine Mehrheit im Reichstag: Deutschland: Übersicht der Reichstagswahlen 1919-1933

    NSDAP = 33,09%
    +
    DNVP = 8,66 %
    ---------------
    ges.: reicht nicht!
    :pfeif:

    Auf Grund dessen löste Hindenburg dann auch den Reichstag auf und schrieb Neuwahlen aus.
    Aber, wie ich schon schrieb, Hindenburg weigerte sich noch lange, Hitler zum Reichskanzler zu ernennen, obwohl die NSDAP bereits seit der ´32 I - Wahl, die stärste Fraktion stellte. Erst nachdem viele Leute auf ihn eingeredet hatten und Hitler sich mit Papen auf eine Regierung geeinigt hatten, wurde Hitler von Hindenburg ernannt (wurde zumindest so in einer Fernsehdoku behauptet).
    Das Thema hatten wir schon mal: http://www.geschichtsforum.de/f66/hindenburg-ernannte-hitler-21728/
     
    Zuletzt bearbeitet: 31. August 2008
  3. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Der erste Mann im Staat, hat es aber aber dann mit der Verfassung locker gesehen. Die folgenden Gesetze bzw. Maßnahmen tragen entweder Hindenburgs seine Unterschrift oder er hat es versäumt dagegen etwas zu unternehmen.

    Einschränkung der Versammlungs- und Pressefreiheit durch die Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze des Deutschen Volkes. vom 4. Februar 1933.

    22.0.2.1933 ordnet Innenminister Göring an, das SS, SS und Stahlhelmleute als Hilfspolizisten einzusetzen sind.

    Am 8.02.1933 setzt die Verordnung zum Schutze vom Volke und Staat (kurz Reichstagsbrandverordnung) wesentlich Grundrechte wie beispielsweise Post- und Fernsprechgeheimnis, Meinungsfreiheit, Presse-, Vereins- und Versammlungsfreiheit, Unverletzlichkeit von Eigentum und Wohnung außer Kraft.

    Erlass vom 13.03.1933 über die Einrichtung des Reichsministeriums für Propaganda und Volksaufklärung.

    Erlass vom 21.03.1933 zur Abwehr heimtückischer Anngriffe gegen die Regierung der nationalen Konzentration. Mit Hilfe dieses Gesetzes war es schon möglich, Menschen aufgrund mündlicher Kritik an der NSDAP zu verfolgen.

    Verordnung der Reichsregierung vom 21.03.1933 über die Bildung von Sondergerichten, wie beispielsweise der berüchtigte Volksgerichtshof.

    Der Völkische Beobachter meldet die Einrichtung des KZ Dachau.

    Gesetz zur Behebung der Not vom Volk und Reich (Ermächtigungsgesetz) vom 24.03.1933 (Ausschaltung von Reichstag und Reichsrat). Dieses Gesetz wurde 1937, 1939 und 1943 jeweils in seiner Gültigkeitsdauer verlängert.

    Einführung der Todesstrafe am 29.03.1933.

    Erste Verordnung (05.04.1933) und Zweites Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich (07.04.1933).

    02.05.1933 Zerschlagung der Gewerkschaften.

    21.05.1933 Gesetz über die Einziehung kommunistischen Vermögens.

    22.06.1933 Verbot der SPD

    14.07.1933 Gesetz gegen die Neubildung von Parteien

    14.07.1933 Gesetz über die Einziehung volks- und staatsfeindlichen Vermögens

    Ich den größten Teil dieses Beitrages aus meinen Beitrag Hiter ernannte Hindenburg hier reinkopiert.
     
    Zuletzt bearbeitet: 31. August 2008
  4. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    In Deutschland gab es eine Menge mutiger Frauen und Männer die Widerstand unter Einsatz ihrers Lebens geleistet haben. Ich empfehle dazu einmal das Studium folgender Literatur:

    Ein kurzer Überblick:

    Informationen zur politischen Bildung Heft 243 "Deutscher Widerstand 1933 - 1945"

    Ausführlicher bei:

    Joachim Fest, "Staatstreich" und

    Peter Hoffman, "Widerstand Staatstreich Attentat. Der Kampf der Opposition gegen Hitler"
     
  5. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Mit Reden muss man erst mal die Menschen erreichen. Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es praktisch keine technischen Hilfsmittel, um Reden zu übertragen. Das Radio entwickelte sich erst im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts und die Nazis waren eigentlich die ersten, die es wirklich breitenwirksam nutzten. Eine Gewöhnung also an den Redestil der Nazis würde ich zunächst mal ausschließen wollen.
     
  6. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Warum schreibst du "leider"? Wenn das so war, warum haben sich nicht noch mehr geweigert?

    Reichen denn 12 Jahre Idiologieeinpaukung aus, um aus einem Menschen ein Tier zu machen? Ich habe das nie verstanden.
     
  7. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Goldhagen ist ja auch nicht ganz unumstritten.
     
  8. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Es ist aber Fakt mit der versuchten Regierungsbildung, die an der DNVP scheiterte.

    Viel ist immer die Rede vom Sündenfall Ermächtigungsgesetz. Das Zentrum hat aber schon zuvor einen gehabt.
     
  9. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ich denke, Piotr meint auch die sechs Jahre, bevor Hitler Polen überfiel.

    Das Partisanenproblem war ein von Deutschland selbst generiertes Problem. und ich meine gar nicht mal das offensichtliche "wenn Deutschland den Krieg nicht begonnen hätte, hätte es auch keine Partisanen gegeben". Nachdem Deutschland 1941 in die SU einmarschiert war, wurden die Deutschen vielfach von Weißrussen und Ukrainern als Befreier vom stalinistischen Regime gesehen. Es bestand also zunächst eine deutschfreundliche Haltung. Das Verhalten der Deutschen als Besatzungsmacht (z.B. die Rekrutierung von Zwangsarbeitern, als 'Vergeltungsmaßnahmen' verklausulierte Kriegsverbrechen, Lebensmittelknappheit durch Requirierung der Lebensmittel durch Wehrmacht, Ordnungspolizei und SS) hat dann aber schließlich zu dem Partisanenproblem überhaupt erst geführt. Das sind dann aber noch keine jederzeit zu erwarteten Maschinengewehrsalven aus dem Wald. Die Partisanen waren meist eher mit veralteten Jagdwaffen ausgerüstet und es gab Gebiete mit mehr und mit weniger Aktivität von Partisanen, die den Deutschen natürlich auch bekannt waren. Die Partisanen lebten im Wald unter relativ katastrophalen Lebensbedingungen und militärische Relevanz erreichten sie erst relativ spät.
     
  10. hyokkose

    hyokkose Gast

    Ich kenne es so, daß sich sowohl Zentrum als auch DNVP verweigerten:

    http://www.dhm.de/lemo/html/1932/index.html
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 31. August 2008
  11. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Lies mal den von mir abgetippten Arendt Text.

    Abgesehen davon, ist noch nie eine Hinrichtung am fehlenden Henker gescheitert.
    Ich verweise hier mal auf die "Drei Musketiere"
     
  12. Piotr

    Piotr Mitglied

    Richtig, meinte die sechs Jahre vor dem Krieg.

    Wann hatte den die Deutsche Bevoelkerung richtig Angst um ihre Familienangehoerigen und sich selbst wenn sie etwas nicht so machten wie man es von ihnen verlangte??
    Denn am Anfang von Hitlers Karriere denk ich mal bestanden keine Zweifel an seinen rechtlichen Handlungen. Was war ausschlaggebend das die Leute eingeschuechternd wurden?? Oder war das einfach eine Situation die sich einfach mit der Zeit aufbaute, ohne das jetzt etwas spezielles passieren musste?
     
  13. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Der Faschismus beginnt ja nicht plötzlich am 30. Januar '33. Die meisten Jahre der Weimarer Republik hatte es in den größeren Städten immer wieder Aufmärsche uniformierter Gruppierungen gegeben. Insbesondere die SA liebte es, mit Aufmärschen durch Arbeiterwohngebiete Straßenschlachten zu provozieren (insbesondere Roter Frontkämpferbund und seit Ende 1931 auch die SPD-nahe Eiserne Front waren die Gegner). Und keinen Monat nach der Machtergreifung wurde diese Parteiorganisation der NSDAP vom Innenminister (Hermann Göring) mit Schusswaffen ausgerüstet und offiziell der Polizei beigestellt. Man kann also sagen, dass schon zu Zeiten, als die Nazis noch gar nicht an der Macht waren, ein großer Teil auch Angst vor ihnen hatte.

    Die Nazis gingen sehr selbstbewusst vor:
     
  14. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Zuletzt bearbeitet: 31. August 2008
  15. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Nach dem empörenden Vorgang in Potempa hat Hitler, durch seine öffentlich Solidaritätsadresse an die Mörder, doch wohl deutlich demonstriert, wie er zur brutalen Gewaltanwendung steht.
     
  16. rena8

    rena8 Aktives Mitglied

    Ich meine den Redestil der 20er, eine politisch aktive und kontroverse Zeit.
    Wie sprachen die Kommunisten z.B. Rosa Luxemburg, die Sozialisten, gab es eine Kultur von einpeitschenden Schrei-Reden unterstützt durch Lautsprecher schon in der Weimarer Republik?
    Diese Volksempfänger gab es für breite Bevölkerungsschichten erst in den 30ern, die sollten bestimmte Programme empfangen. Volksempfänger ? Wikipedia
    Die Röhrenradios, die es bei einigen schon vorher gab, wurden versteckt, weil diese besonders geeignet waren, Auslandssender zu empfangen. Das Bedürfnis nach anderer Information muß also in Teilen der Bevölkerung vorhanden gewesen sein.
     
  17. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Hindenburg wollte Hitler nicht, im Gegensatz zu Brüning und Papen, die präsidale Macht in Form des Artikel 48 und auch der Auflösung des Reichstagasauflösung nicht zur Verfügung stellen. Des Weitern behielt sich Hindenburg vor, ggf. einzelne von Hitler vorgeschlagene potentielle Kabinettsmitglieder abzulehnen. Für die Besetzung des AA und Reichswehrministeriums bestand Hindenburg auf das alleinige Entscheidungsrecht.

    Ich bin mir nicht so sicher, ob Hindenburg Hitler nur verhindern wollte, weil dieser einfach eine schlimme Figur war oder ob nicht auch persönliche Gründe eine Rolle spielten.

    So hielt er der NSDAP vor, dass sie "gegen ihn persönlich [....] überwiegend verneinend eingestellt sei. "(1)

    Hitler selbst - "doch eigentlich auch ein patriotisch und famoser Kerl sei." (2)

    (1) Pyta, Hindenburg. S.758, München 2007

    (2) Hindenburg zu Admiral Raeder am 21.11.32, mit dem er unmittelbar nach der Unterredung mit Hitler gesprochen hat, hier zitiert nach Pyta, Hindenbuerg,. S 758
     
    Zuletzt bearbeitet: 31. August 2008
  18. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Auf welchem Zeitpunkt beziehst du dich?
     
  19. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Zum Beispiel den genauen Angriffstermin für den Westfeldzug, den Oster immer wieder seinen Freund, den Belgier Oberst Sas, mitgeteilt hat.
     
  20. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Die Instrumente des Terrorstaates, der SD, die SS und die Gestapo, haben sehr effektiv gearbeitet. Es gab ein sehr breit angelegtes Spitzelwesen, so das ein Volksaufstand wohl bereist in Keime erstickt worden wäre.

    Dann ist auch die systematische Deinformation des Volkes durch die Medien, die durch Goebbels Propagandamnisteriums gesteuert worden sind, noch zu erwähnen.

    Und trotzdem ist sicher noch so einiges durchgesickert, sei es auch nur duch Soldaten auf Heimaturlaub. Die Angst war aber sicher allgegewärtig.
     

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