Das Land der Dichter und Denker

Dieses Thema im Forum "Das Dritte Reich" wurde erstellt von Piotr, 24. August 2008.

  1. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Das wusste der militärische Widerstand, aber es gab eben mehr als nur diesen.

    Piotr sprach von den Widerständlern, auch hier wird alles in den gleichen Topf geworfen. Man muss eben differenzieren, auch beim Widerstand.
     
  2. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied


    Möglicherweise verstehe ich dich falsch, aber wo war ich undifferenziert bzw. alles in den gleichen Topf geworfen.
     
  3. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Die Angehörigen der SPD Mitglieder, der KPD Mitglieder usw. hatten von Anfang an Angst. Da wurden Väter vom Mittagstisch direkt ins KZ gebracht, wenn sie entlassen wurden, waren nicht wenige gebrochen - seelisch und körperlich.

    Es verschwanden immer wieder Menschen, nicht nur jüdische, die Gestapo war gefrüchtet und wer einen Angehörigen in der Prinz Albrechtstrasse hatte, wusste das dort kein Ferienlager war, sondern die Folterer der Gestapo.

    Ein totalitäres System funktioniert nun eben mit dem Terror auch gegen die eigene Bevölkerung.

    Ich rate dir echt mal dich eingehend mit Literatur über das Dritte Reich einzudecken, wichtig ist aber schon dass du dich auch in die Weimarer Republik einliest.

    Einstiegsliteraur:

    Weimarer Republik - Informationen zur politischen Bildung (Heft 261)

    Nationalsozialismus I - Informationen zur politischen Bildung (Heft 251)

    Nationalsozialismus II - Informationen zur politischen Bildung (Heft 266)

    Ursachen des Nationalsozialismus - Der Untergang der Weimarer Republik

    Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg - Dossier

    Amazon.de: Geschichte des Dritten Reiches. Sonderausgabe: Wolfgang Benz: Bücher

    Amazon.de: Das Dritte Reich: Klaus Hildebrand: Bücher

    Amazon.de: Aufstieg und Untergang der Republik von Weimar 1918 - 1933: Hans Mommsen: Bücher

    Amazon.de: Nationalsozialismus: Ursprünge, Anfänge, Aufstieg und Fall (Uni-Taschenbücher M): Ursprünge, Anfänge, Aufstieg und Fall: Kurt Bauer: Bücher
     
  4. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Meine Frage bezog sich auf dies:

    Es gibt eben nicht nur die Widerständler, es gibt eben nicht nur den militärischen Widerstand, es gibt eben verschiedene differnzierte Formen des Widerstandes. Es wird eben auch in dieser Frage alles in den gleichen Topf geworfen.

    Deine Antwort bezog sich auf den militärischen Widerstand und das ist eben nicht der einzige den es im Dritten Reich gab.
     
  5. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Das ist mir durchaus bewußt, aber des ändert aber doch nichts an der sachlichen Korrektheit meines Beitrages.
     
  6. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Es geht nicht um deinen Beitrag. Willst du es nicht verstehen :confused:

    Also noch einmal. Deine Antwort bezog sich auf den militärischen Widerstand und ist korrekt. Meine Frage bezog sich auf die Beiträge von Piotr, der auch den Widerstand, wie die Schuldfrage, in den gleichen Topf wirft. Es geht nicht um dich und deinen Beitrag Turgot, sondern das man eben alles differnziert anschauen muss. was ich in den Beiträgen von Piotr vermisse.

    Ich glaube ich hab es nun genug erklärt, wenn es dir immer noch unklar ist was ich genau meine, dann kannst du mir ja eine PN senden. :fs:
     
  7. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Ich stehe heute Morgen wohl etwas arg auf der Leitung.:rotwerd:


    Es lag nicht in meiner Absicht dich zu nerven und eine PN ist wohl auch nicht mehr nötig, denn ich habs gerafft.
     
  8. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Geht mir an Montagen manchmal auch so :bussi:

    :friends:
     
  9. hyokkose

    hyokkose Gast

    Das ist falsch, Hitler hat es erst gar nicht versucht. Wie ich in Deinem Link lese, lehnte er es "ab, eine parlamentarische Regierung zu bilden und zu diesem Zweck mit den Parteien über die Herstellung einer Mehrheitsregierung im Reichstag zu verhandeln. Dieses Riskio war ihm zu groß. Am Ende, wenn seine Verhandlungen scheiterten, stand er womöglich als der Blamierte vor der Öffentlichkeit. Darauf ließ er sich nicht ein. Er bestand darauf, zuerst Reichskanzler in einem Präsidialkabinett zu werden. Erst danach wollte er sich um eine Mehrheit im Parlament bemühen.

    Auch nachdem Hindenburg am 21. November 1932 Hitler förmlich beauftragt hatte, ein parlamentarisches Mehrheits-Kabinett zu bilden, blieb Hitler stur:
    Aber Hitler ließ sich darauf nicht ein. Er forderte erneut ein von ihm vorgeschlagenes und von ihm geführtes Präsidialkabinett, lehnte also vorhergehende Verhandlungen zur Regierungsbildung wiederum ab.

    Den online verfügbaren Akten der Reichskanzlei ist das im Originalwortlaut zu entnehmen.

    Staatssekretär Meissner im Auftrag Hindenburgs an Adolf Hitler; 22. November 1932:
    "Akten der Reichskanzlei. Weimarer Republik" Online "Nr. 225 Staatssekretär Meissner an Adolf Hitle..." (1.96:)


    Adolf Hitler an Staatssekretär Meissner, 23. November 1932:
    "Akten der Reichskanzlei. Weimarer Republik" Online "Nr. 226 Adolf Hitler an Staatssekretär Meissne..." (1.97:)


    Staatssekretär Meissner an Adolf Hitler, 24. November 1932:
    Während Hindenburg, zumindest offiziell, eine Mehrheitskoalition unter Einschluß von Zentrum, BVP und NSDAP für möglich gehalten hatte, sollen nach der Darstellung der NSDAP Verhandlungen mit Zentrum und BVP von vornherein aussichtslos gewesen sein.

    Bericht über den Pressevortrag Hermann Görings im Hotel Kaiserhof am 24. November 1932, 17 Uhr:
    "Akten der Reichskanzlei. Weimarer Republik" Online "Nr. 228 Bericht über den Pressevortrag Hermann..." (1.99:)
     
  10. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Zentner schreibt aaO Seite 121
    "Hindenburg empfängt Hitler am 19. November....Hindenburg beauftragt Hitler mit der Bildung der Reichsregierung - und Hitler nimmt den Auftrag an!
    Zwei Tage später (also am 21.11.) muss Hitler den Auftrag an Hindenburg zurückgeben. Es ist ihm nicht gelungen mit Zentrum und und Deutschnationalen eine arbeitsfähige Mehrheit zusammenzubringen. Das Zentrum hat sich bereit erklärt in eine Regierung unter Hitler einzutreten, aber ....."
    Die übrigen Ausführungen Zentners decken sich mit Deinen Quellen. Der Punkt wird in den 2 Tagen 19-21.11.1932 liegen.
    Ab 21. versuchte Hitler Hindenburg zu bewegen ihn zum "Präsidialreichskanzler" zu ernennen, und Hindenburg versuchte Hitler zum Eintritt als Vizekanzler in ein Präsidialkabinett Papen zu bewegen.
    Um dann schließlich Papen am 1. Dezember für einen Tag zum Reichskanzler zu ernennen.
     
  11. hyokkose

    hyokkose Gast

    Zentner ist hier im Irrtum, das zeigen ja schon die von mir zitierten Schriftstücke. Noch einmal in aller Kürze:

    - Am 19. November hat Hindenburg zwar Hitler empfangen, ihm aber noch keinen Auftrag zur Regierungsbildung erteilt.

    - Diesen Auftrag hat er ihm bei der zweiten Besprechung, am 21. November erteilt.

    - Am 22. November stellte Staatssekretär Meissner im Auftrag Hindenburgs noch einmal unmißverständlich klar, daß "nur um die Bildung eines parlamentarischen Mehrheits-Kabinetts" gehen könne.

    - Tags darauf, sobald Hitler zur Kenntnis genommen hatte, daß nichts anderes als eine "hundertprozentig parlamentarische Lösung" zur Debatte stand, kam Hitlers Absage.

    Nicht nur die Daten Zentners stimmen nicht, auch der Satz "Es ist ihm nicht gelungen..." ist irreführend. Hitler hat schon den Versuch verweigert, eine parlamentarische Mehrheit zusammenzubringen.
     
  12. hyokkose

    hyokkose Gast

    Dazu noch einmal O-Ton aus den Akten der Reichskanzlei:

    Hindenburg hatte versucht, Hitler zur Mitarbeit in einer Koalitionsregierung zu bewegen. Hitler hatte hingegen einen Führungsanspruch erhoben. So weit wollte Hindenburg (noch) nicht gehen:

    Hitler dachte nicht daran, mit anderen Parteien Fühlung aufzunehmen, signalisierte jedoch, im Falle eines Auftrags zur Regierungsbildung in Verhandlungen mit den anderen Parteien eintreten zu wollen:

    "Akten der Reichskanzlei. Weimarer Republik" Online "Nr. 222 Aufzeichnung des Staatssekretärs Meiss..." (1.93:)

    Schon damals war Hitler auf ein Ermächtigungsgesetz aus. Am 21. November gab er Hindenburg schriftlich, daß er beabsichtigte, das parlamentarische System zugunsten eines autoritären (jedoch im angeblichen Einklang mit dem "Volkswillen" handelnden) nationalsozialistischen Regimes zu beseitigen:

    "Akten der Reichskanzlei. Weimarer Republik" Online "Nr. 224 Aufzeichnung des Staatssekretärs Meiss..." (1.95:)
     
  13. Repo

    Repo Neues Mitglied

    OT: Die Links sind klasse. Danke!

    Aber so falsch liegt Zentner doch gar nicht:
    Da
    lese ich dies
    DNVP sagt nein, NSDAP "jetzt nicht mehr", Zentrum bedauert dies, und bringt gleich noch Gründe warum Nazis jetzt nicht mehr.

    Es ist wohl zu pauschal was da Zentner schreibt, aber die Grundaussage: Zentrum wollte mit den Nazis, DNVP wollte nicht, stimmt.
     
  14. hyokkose

    hyokkose Gast


    Unzutreffend sind allerdings folgende Aussagen:

    Unzutreffend ist allerdings auch die von mir verlinkte Darstellung des DHM:


    Tatsache ist, daß die Vertreter der für eine Regierungskoalition in Frage kommenden Parteien vor dem 21. November in den Unterredungen mit Hindenburg mehr oder weniger deutliche Bedenken gegen Hitler als Reichskanzler geäußert hatten, ohne sich auf eine kategorische Ablehnung festzulegen.

    Der Unterschied zwischen DNVP einerseits und BVP, DVP und Zentrum andererseits lag lediglich darin, daß die drei letztgenannten Parteien es für erstrebenswert hielten, eine parlamentarische Mehrheit für die neue Regierung zusammenzubekommen, während Hugenberg sich von vornherein nicht um parlamentarische Mehrheiten scherte, sondern so weitermachen wollte wie bisher, was auf ein (DNVP-nahes) Präsidialkabinette ohne parlamentarische Basis hinauslief - so kam es ja dann auch. Im Unterschied zu den anderen Parteichefs sah Hugenberg keine akute Krise, sondern meinte, die Krise sei von Zentrum und Nazis herbeigeredet.
     
  15. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Für das Thema dieses Threads am wichtigsten finde ich diese Aussage Hitlers:
    Quintessenz:
    Die Demokratie ist schon lange tot. (November 1932)
    Und Hitler warnt Hindenburg vor der Neubelebung!

    Immer wieder liest man, wie peinlich Hindenburg "sich an die Verfassung gehalten hätte".
    Ja ............... Pfeifendeckel.
    Und die Demokraten von DVP bis SPD haben sich ab 1930 ähnlich bescheuert verhalten wie der Österreicher Renner (der hat die Republik im Alleingang dem Dollfuss ausgeliefert).
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. September 2008
  16. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Hindenburg hat vor allem peinlich "auf seinen Ruf" geachtet.
     
  17. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Die monarchisten nannten ihn "Alter Verräter"
     
  18. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Wir hatten das schon mal anderswo andiskutiert. War Hindenburg 1932/33 nicht schon etwas arg senil? Es wird behauptet, dass er beim Fackelaufmarsch von Stahlhelm und brauner SA die letzteren für gefangenen Russen gehalten haben soll.
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. September 2008
  19. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Nicht ganz ohne Grund, wenn man seine Rolle bei Wilhelms Abgang in die Niederlande berücksichtigt.
     
  20. hyokkose

    hyokkose Gast

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