Film"würdige" historische Ereignisse

Dieses Thema im Forum "Dokumentarfilme/Spielfilme" wurde erstellt von Jago, 31. Januar 2007.

  1. Jago

    Jago Neues Mitglied

    "Der Kaufmann von Rotterdam"

    Ich fände einen Film alla "Der Pate" in der frühen Neuzeit cool. Handelhäuser, die sich gegenseitig bekriegen (Intriegen, privat Armeen...) auf der anderen Seite eine Familiensage mit Hochzeitspolitik, Entehrung, Erbstreitigkeiten.
    Regisseur sollte Quentin Tarantino oder Soderbergh sein.
    Darsteller: Clint Eastwood als Oberhaupt der einen Familie
    Rutger Hauer der der anderen Familie
    weiter Rollen an: John Malkowitsch, Christopher Walken, Bill Murray, Emma Thompson, James Cromwell, Ben Shenkman, Patrick Wilson, Juliane Moore, Paul Giamatti... Okay jetzt hör ich lieber auf, das sind ja schon eigentlich zu viele. Aber mal schön so ein Fantasie-Konstrukt aufzustellen. Der Film sollte sich ,um nochmal auf die Geschichte zurückzukommen, auch nicht auf ein gesch. Ereignissen konzentrieren, sondern vielmehr die "korrekte" Sozialgeschichte als Rahmen für einen spannenden Kinofilm nutzen.
     
  2. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Deswegen bieten sich zeitgenössische Quellen wie Briefe, Akten oder Romane ja auch an. Bei der Verfilmung moderner Romane wie "Das Parfum" finde ich halt, schaut der Zuschauer durch die Brille des Romanautors, der sein 18.Jh. (resp. seine Geschichtsansichten) darstellt, der wiederum durch die Brille des Regisseurs betrachtet wird, der diesen Ansichten über die Geschichte und dann noch über den Roman sein Zeugs hinzu fügt. Wenn ein Regisseur schon alleine sich aufmacht eine historische Quelle zu verwerten kommen schon genug Reibungsverluste zu Stande. Das sieht man ja sehr schön bei "Barry Lyndon". Von Thackeray wurde ja schon ein leicht groteskes Bild vom 18.Jh. gezeichnet, man muss seine mehr als unterschwellige Kritik (siehe "Vanity Fair") an der englischen Gesellschaft mit einbeziehen in die Betrachtung, dabei wurden noch Elemente der Memoiren eines Casanova wie eines Trenck verwoben. Dieses schon recht veränderte Abbild der Zeit wurde dann von Kubrick in einem seiner Meisterwerke noch weiter überspitzt, wie ich finde. Dabei sind Roman wie Film zwei ganz großartige Stücke ihrer Genres.
     
  3. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied


    Sehr wichtiger Gedanke. Alexander hat ja drauf verzichtet und Angelina Jolie ohne BH gezeigt, aber das war auch nicht von so weit reichender Bedeutung. Königreich der Himmel hat mit seiner Botschaft "mehr Toleranz" da doch schon Probleme gehabt Historie und moderne Erwartung an die Haltung von Identifkationsfiguren unter einen Hut zu bringen.
    Ich würde mich über ein paar Biographien freuen. NAtürlich Themistokles, aber auch Alkibiades oder Xenophon (mit Schwerpunkt auf den Söldnermarsch versteht sich). Der Satsumaaufstand kann bestimmt auch besser gewürdigt werden als nur Inspirationsquelle für Last Samurai zu sein.
     
  4. Tiberius Caesar

    Tiberius Caesar Neues Mitglied

    Über das Leben des Cicero könnte man meiner Meinung nach auch einen sehr interessanten Film machen. Allerdings müsste es dem Regisseur gelingen die politischen Umstände um Cicero herum ausreichend in den Film einzubauen:

    - Aufstieg (Verresprozess)
    - Catilinische Verschwörung und Konsulat (Höhepunkt von Ciceros Macht und Popularität)
    - Caesars Aufstieg und die Auseinandersetzung während dessen Diktatur
    - Caesars Ermordung und die Wirren danach, unter denen auch der vereinsamte Cicero selbst untergeht

    Überhaupt würde mich die Verfilmungen von eher "traurigen" Personen reizen: Ich denke da auch an Agrippa oder Tiberius.

    s.d.caes.
     
  5. Gaius Marius

    Gaius Marius Neues Mitglied

    Ein Film über Tiberius und Gaius Gracchus würde mich auch reizen:yes: .
     
  6. Joinville

    Joinville Aktives Mitglied

    Gerade das Mittelalter bittet doch reichlich Stoff für spannende Kinounterhaltung.

    z.B.:
    *ein Film über Robert Guiscard - Sein Aufstieg vom mittellosen Strauchdieb zum Begründer eines mächtigen Mittelmeerreiches. Dabei stelle ich mir die Filmfigur wunderbar verschlagen und skrupellos vor. Und Sinn für schwarzen Humor muss sie haben. Dazu gibt es für die Actionfans mit Civitate noch eine spektakuläre Schlacht.

    oder:

    *ein Film über den IV. Kreuzzug - Mit Conon de Béthune als Hauptfigur der von Jeremie Irons dargestellt wird. Aus seiner Sicht soll die Eroberung Konstantinopels beschrieben werden. Natürlich begleitet ihn dabei ein Scharr Hollywoodgrößen als Rittersleut.

    oder auch:

    *das Leben der Bertrada de Montfort - Ein Mittelalterdrama mit ein bisserl Erotik. Angelina Jolie als Titelfigur welche sich mit viel Intrigen und (Körper)Einsatz :schau: bis an die Seite des Königs hocharbeitet und dann nach dem Leben des Kronprinzen trachtet.
     
  7. Freund07

    Freund07 Mitglied

    Also ich fände die folgenen Themen, cineastisch verarbeitet, sehr spannend:

    Kampf Germanen gegen die Römer, die Kreuzzüge, die Mongoleneinfälle, der Dreißigjährige Krieg, der Siebenjährige Krieg und die Napoleonischen Kriege.

    Keines dieser Themen wurde bisher, so finde ich jedenfalls, umfänglich und historisch korrekt abgefilmt. Auf Grund der langen Zeiträume, die diese historischen Ereignisse kennzeichnen, könnten wohl nur mehrteilige Kinoproduktionen halbwegs das wiedergeben, was zur korrekten Darstellung notwendig wäre.
     
  8. hyokkose

    hyokkose Gast


    Mit einem Wort: Mord und Totschlag im großen Stil.
     
  9. Freund07

    Freund07 Mitglied

    Hallo hyokkose,
    so war das nicht gemeint. Das diese für Europa, teilweise sogar für die ganze Welt, wichtigen Zeitabschnitte, immer mit einem Krieg zusammenhängen, ist nun mal einfach so. Der Fokus entsprechender Kinoproduktionen muß aber deshalb nicht zwangsläufig auf das Kriegsgeschehen gerichtet sein. Das man den Krieg, in all seinen schrecklichen Facetten nicht völlig ausblenden kann, versteht sich aber von selbst, er ist nun mal ein wichtiges Kennzeichen dieser Epochen. Ich stelle mir Filme vor die aus unterschiedlichen Blickwinkeln die entsprechende Zeit beleuchten. Das Leben bzw. Elend einer friedlichen Bauernfamilie gehört genauso dazu, wie die Gedankenwelt eines ambitionierten Herrführers. Auch die Frage nach dem warum (Hintergründe) muß behandelt werden. Warum gab es z. B. Kreuzzüge, warum haben z. B. die Söldenerheere im Dreißigjährigen Krieg so gewütet, usw. Also hyokkose, wie Du siehst geht es mir nicht um die Darstellung von Mord und Todschlag im großen Stil, sondern um eine historisch korrekte, cineastische Darstellung, dieser wichtigen Zeitabschnitte.
     
  10. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Wenn die Frau Jolie nicht wieder so nervt wie beim "Alexander". :help:
    Ich fand Uma Thurman in der einen 90er Verfilmung des Robin-Hood-Stoffes eigentlich ganz gut. Sie bringt das mittelalterliche Schönheitsideal irgendwie gut rüber, das kann ich mir bei Frau Jolie irgendwie nicht so vorstellen, dafür wirkt sie etwas zu künstlich.
    Lucy Russel wäre auch nicht schlecht, wenn jetzt vielleicht nicht die Hollywoodschönheit (vielleicht auch zum Glück) fand ich sie als Grace Elliott ganz gut. http://www.cineclubdecaen.com/realisat/rohmer/anglaiseetduc.htm (Sie entspricht aber schon sehr dem Ideal einer Dame des späten 18.Jh., man denke an Lady Georgiana, die Herzogin von Devonshire.)
     
  11. amicus

    amicus Gast

    Mich auch!

    Ein Film über den 2.Punischen Krieg einschließlich der Vorgeschichte, aber bitte einen halbwegs objektiven, würde mich sehr reizen.

    Interessant wäre auch eine Verfilmung über das Leben von Gustav Stresemann, seine Tätigkeit als Außenminister der Weimarer Republik, seine Verwandlung vom Anhänger eines "Siegfriedens" zum Vernunftrepublikaner.
     
  12. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Was stellst Du Dir für eine Filmlänge vor, drei oder vier Stunden?
    Ah ja und beeile Dich mit der Realisierung, so lange Peter O'Toole noch schauspielert, Peter Ustinov ist ja leider schon tot. :heul: Richard Harris fand ich in der Caesar-Verfilmung von 2002 eigentlich auch ganz gut. Womit wir wieder bei den zu früh gestorbenen Stars wären...
     
  13. amicus

    amicus Gast

    Du stellst vielleicht Fragen.:)
    Das der Film jedenfalls nicht in 90 Minuten abgehandelt werden kann, ist aber klar. Beim Kriegsgeschehen kann man sich durchaus auf das Wesentliche beschränken. Ich denke da beispielsweise an den Zug über die Alpen, Cannae die Reaktionen in Rom etc.etc..


    Welche Rolle würdest du den guten Peter O´Toole geben? Bezüglich Richard Harris stimme ich dir zu.
     
  14. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Stimmt so viele 75 Jährige (und man sieht es dem Guten an) wird es nicht gegeben haben. Seit "Masada" (1981) ist er für mich halt der römische Aristokrat schlechthin.
     
  15. Tiberius Caesar

    Tiberius Caesar Neues Mitglied

    Ich sehe da kein Problem, wenn ein Film auch mal länger als zwei Stunden geht. Gehört bei Römerfilmen ja fast schon dazu (Ben Hur, Spartacus, Quo Vadis, Gladiator, der Untergang des römischen Reiches etc.)

    s.d.caes.
     
  16. Maqarbal

    Maqarbal Neues Mitglied

    Also ich bin ja mal echt gespannt auf den Film von Vin Diesel - Hannibal... Der sollte ja, nachdem er genug Geld zusammen hatte, im Jahr 2006 zu drehen begonnen werden... Hab leider nichts neueres über dieses Projekt gehört, aber wird bestimmt ganz lustig... Hoffentlich läßt er allerdings keine Macho-unbesiegbar Krieger-alles im voraus Stratege raushängen...
    Naja mal abwarten
     
  17. Mummius Picius

    Mummius Picius Premiummitglied

    Wahrscheinlich fressen sich erst mal die Rechtsanwälte wegen der Namensrechte an "Hannibal" gegenseitig.

    Von einem Vin Diesel Film historische Authentizität zu erwarten ist allerdings reichlich blauäugig. Blaue Augen wird es sicher geben, doch wohl eher flächige, einseitige, und Fingerspitzengefühl nur im Ausdruck der geballten Faust in den Gesichtern der anderen. Ich befürchte eher sowas wie "300", nur ohne die packende Dramaturgie eines Frank Miller.
     
  18. Joinville

    Joinville Aktives Mitglied

    Also künstlich find ich die Dame nicht. Eher diabolisch,wenn sie manchmal so einen kalten Blick auflegt. Als rachsüchtige und machtgeile böse Stiefmutter kann ich sie mir sehr gut vorstellen. Auch im Mittelalter.
     
  19. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Derzeit würde mich eine Verfilmung des letzten Türkenkrieges von Karl VI. reizen. Hierbei könnte man gleich meheres unterbringen, eine Darstellung des Hofes in Wien und der jungen Maria Theresia und daneben der türkisch-österreichische Konflikt. Die Friedensverhandlungen und wie sowas zwischen Osmanen und Österreichern überhaupt ablief, würde mich schon sehr interessieren.
     
  20. Rovere

    Rovere Premiummitglied

    Es gibt einen Film über die letzten Jahre Karls VI. und die Thronbesteigung Maria Theresias aus den frühen 80er Jahren der ziemlich gut war. Ich kann mich nur nicht an den Titel erinnern, irgendwie so in der Art von "Wie der Mond über einem Merr von Blut" oder ähnlich bedeutungsschwanger. Ich werde mal drüber reflektieren, vielleicht gelingts mir dies zu memorieren...
     

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