Mithraismus als Vorlage des Christentums?

Dieses Thema im Forum "Religionsgeschichte" wurde erstellt von daimos, 18. November 2004.

  1. Zananga

    Zananga Aktives Mitglied

    Bei Jesus geht es nirgendswo um, höchstens geht es in die Evangelien um den Logos. Kann es sein das du dabei an dem Anfang vom Johannesevangelium denkst, das mit "en archē ēn ho Logos kai ho Logos ēn pros ton Theon kai Theos ēn ho Logos"?

    Wie auch immer, das ist wieder ein (sehr tiefes) Thema für sich und wenn du darüber diskutierten willst würde ich dir emphelen ein neues Thema zu eröffnen. Am sonsten weichen wir zu viel von der Hauptstraße ab.
     
  2. fingalo

    fingalo Aktives Mitglied

    Nein, darum ging es dem Christentum nicht und darum geht es hier erst recht nicht.
    ...
    Die so interpretierte Evolutionslehre ist Fortschrittsglaube. Und hier ist nicht irgendeine Konkurrenz zwischen Lehren Thema, sondern allenfalls die Geschichte, in der sich Konkurrenz als Kraft bemerkbar gemacht hat.

    Wachsendes Wissen? Na wenn das kein Fortschrittsglaube ist!

    Stopp. Ob Glaube über der Erkenntnis steht oder stehen soll, ist eine religionsphilosophische Frage, die nicht hergehört.
    Das ist hier eindeutig :eek:fftopic:.
    Es gibt genügend Foren, wo das diskutiert werden kann: Freigeisterhaus oder Forum Nahrung für Seele & Geist,
    Bitte hier nicht!
     
  3. malyspinoza

    malyspinoza Neues Mitglied

    Diese Gruppen dürften mit dem Mithraskult inhaltlich keine Verbindung haben.

    maly
     
  4. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Askan spricht dort von Zahlenmystik, die u.a. auf die Gnosis zurückgeht, und der sich viele Religionsgruppen bedienten. Franz Cumont sagt dazu:

    "Überdies setzt Ähnlichkeit nicht unbedingt Nachahmung voraus. Viele Übereinstimmungen zwischen der mithrischen Lehre und dem katholischen Glauben erklären sich aus ihrem gemeinsamen orientalischen Ursprung (Franz Cumont, Die Mysterien des Mithra, Darmstadt 1975, S. 183, Wissenschaftliche Buchgeselschaft).
     
  5. malyspinoza

    malyspinoza Neues Mitglied

    Auch das kabbalistische Judentum kennt die Zahlenmystik. Hat sie deshalb auch etwas mit der Gnosis zu tun?
    Ich denke, dass Bogomilen und Katharer Nachfolgebewegungen der Marcioniten sind. Eine Zahlenmystik der Katharer ist mir bisher nicht bekannt.

    maly
     
  6. Silvan

    Silvan Neues Mitglied

    Hängt nicht auch Weihnachten mit diesem Thema zusammen?

    Weihnachten als Fest der Geburt des Sonnengottes Mithras?
     
  7. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Jein. Jesus, der laut biblischen Zeugnis von sich selbst sagte "Ich bin das Licht der Welt", wird häufig - symbolisch - mit der Sonne identifiziert. Es war daher gewissermaßen naheliegend, als man in der Spätantike begann seinen Geburtstag zu feiern, der im Ggs. zu seiner Leidensgeschichte nicht adäquat im Jahreslauf zu verorten war, die Tage rund um die Wintersonnenwende für die Feier seiner Geburt auszuwählen, da genau zu diesem Zeitpunkt die Tage wieder länger werden. Während aber bei antiken Sonnengöttern hier noch die Tatsache an sich gefeiert wurde, dass die Sonne nun wieder länger schien, ist das im Falle von Weihnachten wohl eher als Symbolismus zu betrachten, der unserem winterlichen Familienfest gemütlich vor'm Kamin (als Idealvorstellung) etwas abgegangen ist.
     
  8. Rephaim

    Rephaim Neues Mitglied

    Nein, das wäre heidnisch, in dem Sinne Identifizierung - Verdinglichung (ein Gegenstand ist/ drückt Gott aus)


    <style></style>BKV
     
  9. Beaker

    Beaker Aktives Mitglied

    Davon hatten wir es erst neulich in anderem Zusammenhang: Dass am 25. Dezember die Geburt des Mithras gefeiert worden sein soll, wird zwar gerne behauptet, ist aber historisch nicht nachweisbar.

    http://www.geschichtsforum.de/f30/konzil-von-nic-3643/index7.html#post615422
    http://www.geschichtsforum.de/f30/konzil-von-nic-3643/index9.html#post616792
    http://www.geschichtsforum.de/f30/konzil-von-nic-3643/index11.html#post617484
     
    1 Person gefällt das.
  10. FoxP2gen

    FoxP2gen Neues Mitglied

    Also... laut einer Doku ("Religulous") sollen viele (frühe) Gottheiten sozusagen "traditionell" am 25. Dezember geboren sein - kann es sein, dass das aus irgendeinem Grund schlicht schon immer ein wichtiger Tag war und man ihm durch die Geburt eines Religionsgründers/Gottes zusätzliche Bedeutung beimessen wollte?
     
  11. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Das ist schon eine reichlich vage Angabe, und dann auch noch in einer Doku ...
    Etwas konkretere Angaben, um welche Gottheiten es sich da gehandelt haben soll, wären schon hilfreich gewesen.
     
  12. Sheik

    Sheik Neues Mitglied

    Ich weiß nicht, ob "Religulous" eine gute Quelle für das Thema ist, da es sich ja nicht gerade um ne "wissenschaftliche" Doku handelt sondern eher um eine satirische Dokumentation?
     
  13. rena8

    rena8 Aktives Mitglied

    Egal wie seriös die Quelle ist, die Idee hat was. Ob es nun genau der 25.12. sein muß, weiß ich nicht. Wenn man die Phase, die heute ca. vom 22 - 31.12 dauert, betrachtet, werden in unseren Breiten vorher die Tage kürzer und nachher länger. In bäuerlichen Kulturen war die Beobachtung der Tageslänge möglicherweise mit religiösen Praktiken und Festen verknüpft. Da sind die längsten Nächte doch ein guter Anlaß für ein Wiedergeburtsfest, von welchem Gott auch immer.
    OT Völlig beleglose eigene Meinung.
     
  14. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    @rephaim, du verwechselst da was: Ich habe nicht geschrieben, Jesus sei als Sonnengott verehrt worden, sondern - du zitierst es - dass er symbolisch mit der Sonne, als der Lichtquelle schlechthin, identifiziert wird. "Ich bin das Licht der Welt", soll er von sich gesagt haben. Auch Ostern (Ostern!) spielt das Licht eine ganz besondere Rolle und früher hat man Kirchen nach Osten hin ausgerichtet. Das Paradies soll dort gelegen haben, aber dort ging eben auch die Sonne auf. Die Sonne ist quasi in der Christologie eine Metapher für Jesus, Jesus aber nicht etwa die Reinkarnation der Sonne.
     
  15. Zoki55

    Zoki55 Aktives Mitglied

    Der einzige Film der mir da einfällt ist Zeitgeist und der ist Schwachsinn.

    Dort wird der Geburtstag von Mithras, auch Krisna, Artis, Horus am 24. Dezember gelegt.
     
  16. FoxP2gen

    FoxP2gen Neues Mitglied

    Zeitgeist habe ich nicht (vollständig) gesehen, bin da also überfragt. Ich wollte das auch nicht als feststehende These darstellen sondern es war als Frage gemeint - ob es tatsächlich so ist und daher das Datum entsprechend "angepasst wurde".

    Es scheint mir zumindest nicht unmöglich, wenn tatsächlich Parallelen zu anderen Kulten aus der Region bestehen ( :confused: ).

    Dass Religulous eher eine Satire als eine wissenschaftliche Doku ist, ist mir bewusst, dennoch erschienen mir einige der dort dargestellten Situationen und Gedanken des Machers gar nicht so weit hergeholt. Aber das ist OT und nur meine eigene Meinung.
     
  17. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Zumindest gibt es dafür, wie vor allem Beaker schon herausgearbeitet hat, keine Belege.

    Wobei allerdings die Etymologie von Ostern umstritten ist
     
  18. Rephaim

    Rephaim Neues Mitglied

    Mir ist das unbekannt. Nach Maternus (der BKV-Link) gibt es eine eindeutige Trennung,die Sonne sagt :

    "Zum Beginn des Tages bin ich von Gott geschaffen worden..Was ich bin, das lediglich zeige ich an mir und nichts anderes sollt ihr euch unter mir vorstellen, als was ihr an mir seht. Das ist Gott angenehm
    ...will ich[Sonne] das übrige behandeln, ... im Namen unseres Herrn Jesu Christi..."

    Kannst du ein paar Belege nennen?
     
  19. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Im Jahr 274 v. Chr. errichtete Kaiser Aurelian einen gro0en Sonnentempel in Rom, der dem Sonnengott Sol gewidmet war, und legte das Fest zu Ehren dieses Gottes auf den 25. Dezember (Natalis Solis Invicti). Zuvor schon war der Kult des syrischen Gottes Elagabal nach Rom gebracht worden.

    Es ist also gut möglich, dass das Datum 25.12. mit den Mysterienreligionen Vorderasiens zusammenhängt, wobei an deren Ursprungsland kein ein solchrs Datum überliefert ist. Dennoch könnte der mysteriöse 25. Dezember von dort gekommen sein, denn sicher wird Kaiser Aurelian das Datum nicht aus dem Hut gezaubert haben, sondern - was Spekulation ist - eine vorderasiatische Tradition fortgeführt haben.

    Wie dem auch sei: Das Fest des Sonnengottes und Weihnachten hängen eng zusammen und für Jesus als Lichtbringer gibt es zahlreiche Belege in der Bibel.
     
  20. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Als Lichtbringer wohl nicht, das wäre Luzifer, aber als "Licht". Grundlage für die Sonnen-Metaphorik ist im Übrigen Joh 8,12:
    Als Jesus ein andermal zu ihnen redete, sagte er: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern wird das Licht des Lebens haben.

    Basierend auf Mal 3, 20:
    Für euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen und ihre Flügel bringen Heilung. Ihr werdet hinausgehen und Freudensprünge machen, wie Kälber, die aus dem Stall kommen.
     

Diese Seite empfehlen