Naziwissenschaftler und ihr Erbe heute

Dieses Thema im Forum "Das Dritte Reich" wurde erstellt von balticbirdy, 9. Juli 2008.

  1. hyokkose

    hyokkose Gast

    Die "Sache" wäre in diesem Falle: Faktenresistenz um jeden Preis? Wenn mir die Nachricht nicht gefällt, dann haue ich halt den Überbringer der Nachricht?

    Falsch. In dieser Diskussion habe ich anhand der von Weisgerber nachgewiesenen Verhältnisse für die Möglichkeit eines geringeren Romanisierungsgrades argumentiert.
    Weisgerber hat keinen "geringeren Romanisierungsgrad festgestellt", ich habe auch nichts dergleichen zitiert, sondern lediglich meine Schlußfolgerungen aus den nachweisbaren historischen Belegen, die er in seinen Büchern zusammengetragen hat, gezogen.


    Es steht Dir frei, die Namen im CIL zu überprüfen.
    Natürlich ist es einfacher, Verschwörungstheorien zu stricken, als sich mit den Fakten zu befassen.
    (Übrigens kommt bei Weisgebers Untersuchung heraus, daß es im "altdeutschen" Metz keine germanische, jedoch eine starke gallische Schicht gab. Das hast Du bislang ebenso ignoriert wie alle anderen Fakten und darauf aufbauenden Argumentationen.)

    Schön wär's. Du schaust gar nicht aus dem Fenster, sondern behauptest: "Draußen herrscht Sonnenfinsternis".
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 10. Juli 2008
  2. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Ich komme immer noch nicht klar mit dem Wort "Naziwissenschaftler".

    Genau so könnte man auch sagen, "Kommunistenwissenschaftler" waren beteiligt an, was weiss ich.
    Oder Haber war verantwortlich für Giftgas im ersten Weltkrieg.
    Ich bin zu blöd, ich verstehe den Sinn hier nicht.
     
  3. Repo

    Repo Neues Mitglied



    Habe ich heute schon was getrunken oder wie oder was?

    hast Du das geschrieben oder wer sonst?
    Mediomatriker meinst Du die Ecke um Metz, die Ubier um Köln, die Treverer bei Trier?
    Mit den sonstigen meinst Du unter (vermutlich wenigen) anderen Germanen?

    Also, "lasse Dein Licht leuchten, damit es hell wird in des Nachtes dunkel"
     
  4. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Bei den Naturwissenschaftlern hast Du vollkommen recht, bei den Geisteswissenschaftlern sieht es aber anders aus.
     
  5. hyokkose

    hyokkose Gast

    Stimmt, das könnte man genauso sagen. Oder auch "Christdemokratenwissenschaftler". Das hört sich aber alles ziemlich sperrig an.
    Abgesehen von ästhetischen Überlegungen habe ich aber keine Probleme mit noch so unhandlichen Begriffen, solange man weiß, was gemeint ist. Hier geht es um Wissenschaftler, die eben Nazis waren, fertig. Da brauche ich keine künstliche Diskussion um Begrifflichkeiten.
     
  6. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Ok, war Bauernfängerei, damit der Thread ankommt. :D

    Ein berühmtes Beispiel aus meiner Spezialstrecke. Wie würdest du denn diesen fachlich allgemein anerkannten Herrn bezeichnen? Günther Niethammer ? Wikipedia
    Mengele war ja auch "nur naturwissenschaftlich" interessiert, oder was willst du damit sagen?
     
  7. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Naja, es macht sich immer gut, eine Wertevorstellung zu haben.

    "Wenn ich Wissenschaftler wäre und will meine Ideen verwirklichen, wäre es da nicht am einfachsten, sich mit dem System zu arrangieren?"

    Ihr macht hier nichts anderes, als "Werte" zu definieren.
     
  8. hyokkose

    hyokkose Gast

    Das kann ich per Ferndiagnose nicht beurteilen.

    Das habe ich geschrieben.


    Korrekt.

    Außer Germanen auch noch eine Gruppe, die sich nicht eindeutig bestimmen läßt, also weder keltisch noch germanisch. Das steht zwar schon alles in den von Dir bislang hartnäckig ignorierten Beiträgen in der Keltendiskussion, aber ich erkläre es Dir hiermit noch etwas detaillierter:

    Unter den 14% "Sonstigen" bei den Ubiern verbergen sich gerade mal 4,5% eindeutig germanische Namen (das habe ich auch schon irgendwo geschrieben), der Rest ist nicht eindeutig zuordenbar.

    Die 28% "Sonstige" bei den Mediomatrikern sind zum größten Teil nicht zuordenbar. Einige dieser Namen sind vielleicht doch römisch oder keltisch - z. B. könnte "Pubii" ein Verschreiber für "Publ(i)i" sein -, nur genau weiß man's nicht. Einige dieser Namen könnten auf einen regionalen Dialekt zurückgehen, da sie nur im Treverergebiet und nirgends sonst auftauchen, einige Namen auf Zugereiste aus fernen Regionen.
    Eine eindeutig germanische Schicht ist bei den Mediomatrikern nicht festzustellen.
     
  9. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Mit dem Mengele hast du Recht.
    Bei dem Niethammer, nun es ist kaum vorstellbar, dass es "Nazi-Vögel" gab.

    Da soll es doch von Truman den Satz geben: "Es interessiert mich nicht ob er mit Ziegen f....., wenn er nur..."
     
  10. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Schön, Deine Folgerung oder die Weisgerbers?;)

    Und zu den Ubierern wäre zu erwähnen, dass die "Kelten-"" oder "Germanen-Eigenschaft" nicht feststeht.
    Also hat die Kosenamenthese schon von daher einen argen Krückstock.
     
  11. Arne

    Arne Premiummitglied


    Da wird es aber schon schwierig...

    Ist jemand Nazi, der sich still in Strukturen einfügt?
    Muß er aktiv Parteipolitik unterstützt haben?
    Oder muß er überzeugt voran gegangen sein?

    Auf jeden Fall ist jemand offenbar kein "Nazi-Wissenschaftler" gewesen sofern er einfach zu der Zeit wissenschaftlich tätig war.
     
  12. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Ich habe doch schon erläutert, was ich unter einem "Nazi-Wissenschaftler" verstehe (Post 14) und auch Beispiele genannt. In diesem Sinne habe ich den Thread eröffnet.
    Noch ein Beispiel: Hans Reinerth ? Wikipedia

    http://de.wikipedia.org/wiki/Gustaf_Kossinna entging vermutlich durch sein Ableben diesem direkten Vorwurf.

    Wer in der DDR studierte kennt sie doch auch, diese 200%igen Fanatiker, die Karriere aufgrund des SED-Parteibuchs und einer großen Klappe machten, selbst wenn ihr Fach völlig unpolitisch war.
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. Juli 2008
  13. Balduin

    Balduin Gesperrt

    Nein nicht unglaubwürdig oder zu ignorieren. Du definierst ja Naziwissenschaftler als Anhänger des Regimes und auch Anhänger von SS...
    El Quijote hat es ja schon geschrieben, ein Naziwissenschaftler wird in Mathematik, Physik.. die gleichen Ergebnisse erzielen.
    Selbst wenn im Auftrag des Reiches Versuche durchgeführt wurden, sind die Ergebnisse wissenschaftlich korrekt, kann man sie auch verwenden.
    Ein Naziwissenschaftler ist dann unglaubwürdig und zu ignorieren, wenn er irgendwelche Studien/Experimente veröffentlichte um zu beweisen, dass Osteuropäer Untermenschen waren.
    Rein wissenschaftliche Arbeiten können doch betrachtet werden. Moralisch ist sowas nicht einwandfrei...

    Ihr Erbe heute:
    Ich habe keine Übersicht über Erfindungen im Dritten Reich gefunden, nur hier ein Buch:
    Die phantastischen Erfindungen im Dritten Reich, Guido-Gordon Henco bei MAIL:ORDER:KAISER München

    Ich kann wenig dazu sagen, allein der Titel hat mich angeregt den Link hier zu posten.
     
  14. Arne

    Arne Premiummitglied

    "....selbst wenn ihr Fach völlig unpolitisch war."

    Also wäre nach dieser Einordnung auch ein Ameisenforscher ein Nazi-Wissenschaftler, der ausserhalb seiner Studien im Braunhemd Scheiben eingeworfen hat?
     
  15. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Den Reinerth kannte ich sogar.
    Das heißt ich habe ihn ein paar Mal gesehen.
    Der ist in Unteruhldigen immer im weißen Mantel, wie es sich damals für einen Wissenschaftler gehörte, herumgestiefelt. Die Lehrer hat er per Handschlag begrüßt, und auch für die Schüler immer ein paar Worte.
    Hat sich offensichtlich über jeden gefreut, der in sein Museum kam.

    Dass seine Rekonstruktionen umstritten sind, war glaube ich damals schon bekannt, dass er aber ein Nazi war ist mir neu.

    Das waren damals die Schulausflugs Pflichtziele in BW, Pfahlbauten, Federsee, Lichtenstein, Bärenhöhle, Nebelhöhle, Wimsener Höhle und dann noch mal auf den Neuffen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. Juli 2008
  16. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Man glaubt es kaum, aber auch naturwissenschaftliche Scharlatane können durch die vorherrschende Ideologie gepusht werden. Seit Jahrzehnten unter Biologen eine Lachnummer, was sie fabrizierten. Zu Stalins Zeiten wären diese eben geschriebenen Zeilen Selbstmord gewesen.
    Iwan Wladimirowitsch Mitschurin ? Wikipedia
    Trofim Denissowitsch Lyssenko ? Wikipedia

    Man sprach damals vom "Mendelismus" als, noch milde ausgedrückt, reaktionäre Lehre.
     
  17. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Aber: Die Deutsche Physik scheiterte schließlich daran, dass sie die Ideologie pragmatischen Erwägungen vorzog, und dies wirtschaftliche Interessen und später kriegswichtige Ergebnisse behinderte.
     
  18. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Ja, nach meiner Definition schon. Oder Günter Niethammer, der in Auschwitz vom Wachturm aus den Vogelzug beobachtete (Post 27). Die fachlichen Ergebnisse mögen in diesem Fall ok. sein und Bestand haben. Ein bitterer Nachgeschmack bleibt. Ich würde es als Wissenschaftler, wenn möglich, vermeiden solche Untersuchungen zu zitieren. Oder ist Mengele mit seiner Zwillingsforschung immer noch eine medizinische "Koryphäe"?
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. Juli 2008
  19. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Was hältst Du von dem,
    könnte man den als Nazi-wissenschaftler bezeichnen?

    übrigens auch ein Linguist

    aktuell, gleich noch einer, kollege von Mengele
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. Juli 2008
  20. Arne

    Arne Premiummitglied

    Der Definition kann ich nicht folgen.
     

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