Ja, das habe ich doch erwähnt, dass viel Zeit dazwischen lag.
Es ging mir um den Ursprung des Schamanismus, der sich möglicherweise eventuell unter bestimmten Umständen bei den Germanen halten konnte. Eine reine Vermutung mehr nicht.
 
Naja, du hattest schon im Mai vergangenen Jahres erklärt bekommen, dass zwischen mittelsteinzeitlichem Schamanentum und eisenzeitlichen Germanen kein Zusammenhang besteht. Daher verwundert dieses Wiederkehr zu dem Thema etwas.
Das ist so ähnlich wie mit deinen Indianerkriegen á la Karl May-Festspiele zwischen Chatten und Cheruskern. Du beharrst immer wieder auf irgendwelchen Vorstellungen und das ist manchmal etwas irritierend.
Lös dich mal von Karl May und Asterix.
 
Bezugnahmen Daums Wenskus und Kehne schreibt Heiko Steuer in deinem 2021 erschienenen Germanenbuch (S. 810 f.):

Eine weitere Facette der Gesellschaftsformen bildeten die – immer wieder thematisierten – frei beweglichen Kriegerscharen, die losgelöst von den dörflichen Gemeinschaften durch Germanien zogen. Ihre Anführer und ihre jeweilige Gefolgschaft bildeten Einheiten, die Namen trugen und daher von den Römern mit territorial gebundenen Siedlungsgemeinschaften (Stämmen?) verwechselt werden konnten. Diese Heere hießen nach den Anführern, Arminius gehörte zur Sippe der Cherusker, und nur solange es diese Familie gab, gab es auch einen Stamm der Cherusker. Nachdem die letzten Vertreter aus dem Clan des Arminius und Segestes ausgeschaltet waren, die von Rom unterstützten bzw. gar eingesetzten Könige Italicus und Chariomerus (unter Domitian 81–96 n. Chr.), gab es keine Nachrichten in der schriftlichen Überlieferung mehr mit Nennung der Cherusker.
Ich würde nun nicht alles unterschreiben von dem was Steuer hier schreibt. Z.B. wissen wir nicht, ob Segestes und Arminus näher verwandt waren, dass man von Sippe sprechen kann und mit dem Verschwinden der Sippe auch kein entsprechender Stamm der Cherusker mehr existierte. Was wir wissen ist, dass die Cherusker sich in der Bedeutungslosigkeit verlieren. Und Steuer steht da auch mit sich selbst im Widerspruch, denn noch auf S. 804 schreibt er:

Caesar lokalisiert Sueben im Bellum Gallicum irgendwo nordöstlich der Cherusker;....
Was du aber von der obigen Stelle mitnehmen kannst, ist, dass Stammeszugehörigkeit nicht so stabil war, wie man sich das gemeinhin so vorstellt.
 
Guten Morgen,

na ja, aber wenn das Althergebrachte Bullshit ist, dann braucht man halt fundierte Neuerkenntnisse, um diese dauerhaft zu widerlegen. Das alte Narrativ wird durch ein neues ersetzt, ganz einfach eigentlich.
Ich tu mich aber schwer mit der Haltung, das Alte ist Bullshit aber wie es genau es dann doch war, wissen wir nicht, tu ich mich schwer. ;-)

Du spielst auf Heiko Steuer: "Germanen" aus Sicht der Archäologie an? Buch zu einem stolzen Preis, sollte man sich vielleicht in einer Bibliothek holen. Google Books ermöglicht einen Einblick. Abbildung 12 zeigt sogar die Besiedlungsdichte einer Teillandschaft bei Göttingen. Heureka - also gab es tatsächlich Funde im Leinetal.

"Auswirkungen der Eiszeit noch zu spüren"? Wird leider nicht ausgeführt.
Röm. Kaiserzeit. Abnehmende Niederschlagsmenge - Trockenheit? Nasse Kälteperiode im 3. Jhrdt. Was denn jetzt?
Vorherrschend Buchenwälder (was ist eigentlich mit der Gemeinen Esche - Fraxinus excelsior? Jenem kultischen Baum, weiß man eigentlich, wo dieser in der römischen Eisenzeit sein Hauptverbreitungsgebiet hat?)
Klima i.d. vorrömischen Eisenzeit, 2. u. 1. Jhrdt "nicht gerade angenehm" - für wen?
Feucht und kühl. Römische Angriffskriege in eine "dafür eigentlich besonders günstige Periode". Also doch trocken und warm. Germanen auf Steinskulpturen leicht bekleidet.
Harte Winter, Vieh länger im Stall - logisch
"Vorurteil der undurchdringlichen Wälder, erbärmliches Wetter und Dauerregen" - das mag sein

Deine Ausführungen zu Kriegerscharen sind in Google Books leider nicht einsehbar.

Insgesamt aber sehr nebulös.

Grüße
 
Zuletzt bearbeitet:
Abnehmende Niederschlagsmenge - Trockenheit? Nasse Kälteperiode im 3. Jhrdt. Was denn jetzt?

Genau das. Erwartest du für 300 Jahre ein einheitliches Wetter?
Oder allgemeiner für diese Zeit ein einfaches einheitliches Bild der Bevölkerung?
Das wirst du niemals finden, die Menschen waren schon immer unterschiedlich - auch im Leinetal - die Umweltbedingungen auch und die handelnden Personen sowieso.
Die eine einfache Beschreibung existiert nicht und wird daher auch nie gefunden werden.
So gesehen ist Geschichte immer nebulös.
 
Ja, vielleicht oder in größeren Zeiträumen.
Wissenschaft und dazu gehören auch Geschichtswissenschaften sollten schon den Anspruch haben, möglichst präzise zu sein.

Vielleicht reicht die Analytik für belastbare Aussagen auch noch gar nicht aus.
Der biologisch-technische Fortschritt schreitet voran und die Kenntnisse wachen natürlich. Es gibt die Pollenanalyse/Palynologie und mit deren Hilfe sollte man sich schon ein +/- Vegetationsbild aus der Zeit 100 v. bis 100 n. Chr. machen können. Die Menschheit kann die Tiefsee und das Universum erforschen und scheitert an einen Blick auf die Zeit vor 2.000 Jahren?
Okay, vielleicht denke ich zu naiv und es gibt auch Dinge, die sämtliche Spuren irreversibel wegwischen.

Steuer spricht von Flussniederungen, deren Hochwasser (mein "legendäres" Leinehochwasser) und Sedimente natürlich alles irgendwann davontragen und das am Ende nichts mehr übrigbleibt.
Die Germanen haben im Großen und Ganzen keine bleibenden Artefakte hinterlassen und daher bleibt es wahrscheinlich auch in der Dunkelheit bzw. der Phantasie der Menschen, die sich damit beschäftigen.
 
Natürlich kann man permanent damit argumentieren, dass sich Klimata, Menschen und deren Organisationsformen laufend ändern, doch man sollte doch zu bestimmten Zeitmarken den "Anker schmeißen" und sagen, in der Epoche 100 v. und 100 n Chr. hatten wir nach den heutigen Erkenntnissen folgende Umstände.
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Steuer wird zu bestimmten Punkten sogar +/- präzise. So soll (belegt wird das nicht) das Gehöft des Fürsten Segestes eine beachtliche Größe gehabt haben, um ein vielleicht sogar größeres Gefolge + Pferden aufzunehmen. Vielleicht sogar ein dreischiffiger Herren- oder Haupthof mit entsprechenden Nebengebäuden.
Ich suche nach möglichst genauen Angaben und weniger nach Allgemeinplätzen.
Ja, ich weiß, ich muss mich mit dem Wenigen, was bekannt ist, zufrieden geben, das habe ich sehr wohl verstanden.
 
Lass einfach die Eiszeit aus all deinen Gedankenspielen heraus. Wir reden hier über eine Zeit die +/- 2000 Jahre her ist. Damals war die Eiszeit +/- 12.000 Jahre her. Der zeitliche Abstand von den kaiserzeitlichen Germanen zum Ende der Eiszeit betrug also das Sechsfache zu dem zeitlichen Abstand, den wir zur römischen Okkupationszeit haben.
 
(was ist eigentlich mit der Gemeinen Esche - Fraxinus excelsior? Jenem kultischen Baum, weiß man eigentlich, wo dieser in der römischen Eisenzeit sein Hauptverbreitungsgebiet hat?)
Das Verbreitungsgebiet kann man per Pollenanalyse bestimmen. Die durch einen historisch interessierten Biologen eingeführte Pollenanalyse ist seit den 1920ern (damals war das der heiße Scheiß) Bestandteil der ur- und frühgeschichtlichen Archäologie und hat wesentlich zu deren Verwissenschaftlichung beigetragen.

Was nun „jenen kultischen Baum“ anbelangt: Du überträgst - mal wieder! - Vorstellungen des skandinavischen Mittelalters auf die kontinentaleuropäischen Germanen der Antike.
 
na ja, aber wenn das Althergebrachte Bullshit ist, dann braucht man halt fundierte Neuerkenntnisse, um diese dauerhaft zu widerlegen. Das alte Narrativ wird durch ein neues ersetzt, ganz einfach eigentlich.
Ich tu mich aber schwer mit der Haltung, das Alte ist Bullshit aber wie es genau es dann doch war, wissen wir nicht, tu ich mich schwer. ;-)

Das ist verständlich und wahrscheinlich auch nicht zu vermeiden. Im Geschichtsunterricht werden solche Epochen ja eher gestreift und sind meistens in den unteren Klassen Thema, so dass man viel vereinfachen und verallgemeinern muss. Dasselbe gilt aus anderen Gründen für Dokumentationen und sicherlich auch für das eine oder andere Museum. Dann kommt noch unsere Phantasie hinzu, nach der "urwüchsige" Völker irgendwie geschichtslos sind, in Einklang mit der Natur leben und uralte Riten und Traditionen bewahren.

Natürlich ist es unbefriedigend, wenn man ein Deutungsmuster einfach nur dekonstruiert, ohne ein neues an dessen Stelle zu setzen; manchmal lässt sich aber einfach nicht mehr sagen. Generell darf man das generationenübergreifende Erinnerungsvermögen schriftloser Kulturen jedenfalls nicht überschätzen, weil Geschichten und Mythen häufig nach aktuellen Erfordernissen angepasst und verändert werden.

Es gibt beispielsweise einige nordamerikanische Legenden, die von den indigenen Völkern als uralt angesehen werden und mit dem eigenen Ursprung verwoben sein sollen. Da in ihnen aber Pferde vorkommen, können sie eigentlich nur aus der nachkolumbianischen Zeit stammen. Das macht sie nicht weniger wertvoll, aber wir können davon eben nicht ableiten, dass beispielsweise die Komantschen schon seit Jahrtausenden Reiterkrieger gewesen seien. Dasselbe gilt für Germanen oder andere "Völker" der Zeitenwende. Selbst wenn sie auf bestimmte eiszeitliche Gruppen zurückgehen sollten, müssten sich ihre religiösen und kulturellen Vorstellungen in den Jahrtausenden danach deutlich verändert haben.
 
Steuer spricht von Flussniederungen, deren Hochwasser (mein "legendäres" Leinehochwasser) und Sedimente natürlich alles irgendwann davontragen und das am Ende nichts mehr übrigbleibt.
Dass nichts mehr übrig bleibt, ist doch so gar nicht gesagt. Es kann sein, dass auch im Leinetal archäologische Funde und Befunde einer größeren Siedlung irgendwo schlummern und nur noch nicht erforscht wurden. In einer Gegend, die man gerne den (von dir wohl nicht so geschätzten :p) Chatten zuordnet, hat man eine große Siedlung gefunden, die von vor Christi bis ins 11. Jahrhundert n.Chr. besiedelt war: Alt-Geismar*. Grabungen fanden 1980 statt. Viele Funde sind bis heute noch nicht komplett ausgewertet.
Archäologen gehen dort übrigens nicht von einer Siedlungskontinuität einer Gruppe/eines Stammes aus, sondern gehen von verschiedene Migrationsphasen aus, die den Ort geprägt haben. Ob das ganze 1:1 auf das Leinetal übertragbar ist, weiß ich nicht. Man bekommt aber einen Eindruck, wie ein bedeutender Ort in der Germania Magna ausgesehen haben mag.

* Die Internetseite ist teilweise etwas folkloristisch, dennoch bekommt man einen groben Überblick der Funde und Befunde.
 
Guten Morgen Ugh Valencia,

ein großartiger Tipp!!! Vielen herzlichen Dank dafür! Also Geismar nicht bei Göttingen, sondern im Chattenland an der Eder bei Fritzlar. Hochinteressante Ausgrabungen! Ich hatte ein ganz anderes Bild von den Chatten gehabt. Rustikale Bergbewohner im wilden Hessen aber natürlich gab es auch dort auch Flusstäler Werra, Fulda, etc. und möglicherweise war ihre Kultur ja "höher" entwickelt als die der Cherusker aber dafür gibt es natürlich wie immer keine Belege.

Laut Plinius wird ja eine gewisse Zugehörigkeit suggeriert, zumindest was den Ursprung angeht:
„in der Mitte wohnen die Hermionen, zu denen die Sueben, Hermunduren, Chatten und Cherusker gehören“
Wie auch immer das gemeint ist. Meint er das sprachlich, geographisch, ist wahrscheinlich geschichtswissenschaftlich überhaupt nicht haltbar.

WP
Im Jahre 9 n. Chr. nahmen die Chatten wohl an der Rebellion des Arminius gegen Publius Quinctilius Varus teil und schlossen sich in den folgenden Jahren der anti-römischen Koalition unter Führung der Cherusker an. Dafür spricht, dass im Jahre 15 n. Chr. Mattium (nicht lokalisiert – die Altenburg in Niedenstein bei Kassel scheidet als Standort aus, da sie bereits früher von Sueben zerstört wurde), einer der Hauptorte der Chatten, im Zuge der Germanicus-Feldzüge restlos zerstört wurde. Etwas später soll ein chattischer Adliger mit Namen Adgandestrius allerdings dem römischen Senat die Ermordung des Arminius durch Gift angeboten haben, die Tiberius jedoch ablehnte. Tacitus erwähnt, dass es um ca. 58 n. Chr. zu Kämpfen mit ihren östlichen Nachbarn, den Hermunduren, um einen salzführenden Grenzfluss (vermutlich die Werra) kam, die in einer Niederlage für die Chatten endeten.[10] Die Anwesenheit des Germanicus an der Eder, wo Tacitus Mattium lokalisiert, sowie der spätere Konflikt mit den Hermunduren lassen darauf schließen, dass die Chatten spätestens ab 15 n. Chr. nach Nordhessen einwanderten.

Es heißt ja, die Chatten hätten die Cherusker irgendwann nach Chr. unterworfen. Vielleicht wurden ja bei dieser Gelegenheit die Fürstenhöfe eines Segestes und Segimer geschleift, niedergebrannt, aufgelöst, Menschen umgesiedelt, was auch immer. Es mag gute Gründe gegeben haben, warum von den Cheruskern nichts mehr übrig blieb.

Ja, es gibt dünne Spuren das Hirschwappen von Alfeld/Leine und die mögliche Herleitung des Namens Herut, Hirsch. Oder die Apenteichquelle als Opferplatz, den es schon seit 5.000 Jahren gegeben hatte und der Verdacht liegt nahe, dass er auch für die Cherusker eine kultische Bedeutung hatte.
Aber auch das sind keine Beweise nicht einmal Hinweise für gar nichts. Alles andere wurde anscheinend für immer ausgelöscht. Wir haben nicht die Möglichkeit, einen Sachsen zu befragen, was von den Cheruskern übrig geblieben ist. Vielleicht noch ein paar Wortbrocken, Begrifflichkeiten, Rituale, was auch immer.
Warum hat die Überlieferung bei diesen Stämmen eigentlich nicht funktioniert?

Bei den Schotten war das wohl anders. Vielleicht waren sie ja geographisch zu isoliert und keinen Völkerwanderungen unterworfen, so dass sich die Hochlandclans noch sehr ursprünglich vielleicht sogar noch bis auf die Piktentraditionen erhalten konnten.
Aber wenn Du sagst, man sollte die Hoffnung nicht ganz aufgeben, vielleicht findet sich irgendwann ja doch noch etwas, um wenigstens ein klein wenig mehr Licht auf diese Angelegenheit zu werfen.

Grüße
 
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Nachsatz: Die Welt Germanen: Schon in Rom waren Hessen als Söldner gefürchtet - WELT
Ihre geistige Wendigkeit stellte kurz darauf der Chattenfürst Adgandestrius unter Beweis. Er bot 19 nach Christus den Römern an, Arminius zu vergiften [Wie sollte er das bewerkstelligen? Gift bei einem Trinkgelage beibringen, durch gedungene Knechte, na ja wird wohl Wege gegeben haben], ein Vorhaben, das Kaiser Tiberius allerdings brüsk zurückwies. Es sei mit der Würde des römischen Volkes unvereinbar. Am Ende des Jahrhunderts sollen die Chatten die Cherusker sogar mit einem regelrechten Vernichtungskrieg überzogen haben.

Das lässt den Schluss zu, dass Angehörige chattischer Fürstenfamilien durch Heiratspolitik direkten Einfluß auf den Hof eines cheruskischen Fürstensproßes hatten.
 
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Ja, es gibt dünne Spuren das Hirschwappen von Alfeld/Leine und die mögliche Herleitung des Namens Herut, Hirsch.
Nein, sicher nicht. Der Hirsch, der König des Waldes, ist ein edles, wappenwürdiges Tier. Als die Wappen aufkamen hat an die Cherusker seit 1000 Jahren niemand mehr gedacht.

Bei den Schotten war das wohl anders. Vielleicht waren sie ja geographisch zu isoliert und keinen Völkerwanderungen unterworfen, so dass sich die Hochlandclans noch sehr ursprünglich vielleicht sogar noch bis auf die Piktentraditionen erhalten konnten.
Der Kilt wurde erst in der Frühindustrialisierung erfunden. Von einem Engländer.

Der Name Schottland kommt von einem im FMA aus Irland zugewanderten Stamm. Von den Pikten haben wir kaum mehr als ein paar Bildstelen über.
Der Hl. Columban, der, weil er in Irland einen Krieg ausgelöst hatte (der erste Streit um Copyright), brachte aus Irland das Christentum nach Schottland, das war seine Buße für die Toten des durch ihn ausgelösten Krieges (so jedenfalls überliefert es Abt Adamnan, der 9. Abt von Iona. Nun lebte der aber auch 100 Jahre nach der Klostergründung durch Kolumban.
In der Wikingerzeut setzten sich Norweger in Irland und Schottland fest, so, dass man einige der Highlandclans als im Kern skandinavisch bezeichnet, die Orkney‘s gehörten bis ins 15. Jhdt. zum Königreich Norwegen. Dann gab es rege Händel mit England und deswegen - der Feind meines Feindes - auch mit Frankreich. Die Reformation in Schottland war noch mal besonders radikal, so ziemlich jedes Kloster und jede Bischofskirche, ist nach der Reformation als Ruine zurückgeblieben. Bei vereinzelten Klöstern hat man es zugelassen, dass die Mönche dort ihr Lebensende verbringen durften (aber danach fielen sie dem Verfall anheim), die meisten wurden aber zerstört. Die Zerstörung der Kathedrale von Glasgow (St. Kentigern/St. Mungo) konnte verhindert werden; de facto ist sie keine Kathedrale mehr, sondern nur noch eine große Kirche.
Nach den Jakobitenaufständen im 18. Jhdt. wurden die Lairds nach London geholt und so von ihren Clans entfremdet, sie wurden von hervorgehobenen Familienangehörigen zu Feudalherren, die ökonomische Interessen entwickelten, weshalb in den Highlands großflächig Schafe (Wollrassen) eingeführt wurden und die Menschen vertrieben wurden. Die Highland Clearances, die manche schon mit den Massaker am Clan McDonals of Glencoe beginnen lassen, die aber eigentlich erst knapp ein Jahrhundert später begannen, gelten manchen Schotten als Genozid.
 
Oder die Apenteichquelle als Opferplatz, den es schon seit 5.000 Jahren gegeben hatte und der Verdacht liegt nahe, dass er auch für die Cherusker eine kultische Bedeutung hatte.

Der Wikipedia-Artikel ist dürftig.

Sie waren ein heidnischer Kultbereich, in dem etwa 5000 Jahre alte Opfergaben gefunden wurden. Erdarbeiten förderten 1950 eine Bronzenadel zutage. Die weiteren Arbeiten wurden von der zuständigen Kreisarchäologie begleitet. Zum Fundgut gehören ein großes Flintbeil und eine Steinaxt, ferner die Reste von drei Bronzeringen und eine Fibel, also eine Gewandschließe.
Flintbeil und Steinaxt verweisen auf stein- oder frühbronzezeitliche Deponierungen. Da allerdings von etwa 5000 Jahre altem Fundgut die Rede ist, können damit die Bronzeteile fast nicht gemeint sein, das wäre einige Jahrhunderte zu früh für die Region (so, als stünde in dem Artikel etwas über eine Schmiede aus dem 13. Jhdt. und Autoteile). Natürlich gab es auch in der Eisenzeit Bronze. Die Fibel wird leider auch nicht näher bestimmt. Nach dem Wikipediaartikel zu urteilen- der aber wie gesagt für ein Urteil zu dürftig ist - liegen auch hier zwischen der mutmaßlichen Nutzung als Kultplatz und den Cheruskern erkleckliche Zeiträume.
 
@Stilicho: mein Gott, was ist denn bloß los mit Dir? Versuchst Du gerade Deine Vorstellungen auf andere Menschen zu projezieren? Ich denke, wer ernsthafte Fragen stellt, hat entweder keine oder zumindest eine ernsthafte Antwort verdient und nicht irgendeinen Plumperquatsch, also wirklich!

@El Quijote: Du magst mit dem Wappen des LK Alfeld/Leine recht haben. Nur weil mein etwas gerne so hätte, muss es noch lange nicht der Realität entsprechen. Die Erklärung Datei:Wappen Landkreis Alfeld.png – Wikipedia entspricht wahrscheinlich einer älteren Wunschvorstellung. Gut, das sehe ich ein. Zur Herkunft der Pikten und Schotten magst Du sicherlich auch recht behalten. Da muss ich meine Vorstellung, dass sich die Herkunft der McDonalds, McGregors, Camerons, Campbells auf die Pikten fußt, wohl deutlich korrigieren. Man lernt halt nie aus.
 
@Stilicho: mein Gott, was ist denn bloß los mit Dir? Versuchst Du gerade Deine Vorstellungen auf andere Menschen zu projezieren? Ich denke, wer ernsthafte Fragen stellt, hat entweder keine oder zumindest eine ernsthafte Antwort verdient und nicht irgendeinen Plumperquatsch, also wirklich!

Mit Verlaub, aber du bist es, der hier permanent mit Bildern aus Wild-West-Abenteuern oder Wikinger-Gothic-Sagas kommt. Du bist es, der Stereotype über die damaligen Menschen stülpen will. Die rustikalen wilden Hessen sind ja da noch die vergleichsweise harmlose Variante.

Und obwohl du mehrfach von verschiedensten Usern darauf hingewiesen wurdest, kommst du wieder und wieder damit um die Ecke.
 
Die Erklärung Datei:Wappen Landkreis Alfeld.png – Wikipedia entspricht wahrscheinlich einer älteren Wunschvorstellung.
Dass eine "Erklärung" in Wikipedia/Wikimedia/Wikicommons verbreitet wird, macht sie nicht richtig. Aufschlussreich ist, wenn man sich den Wikipedia-Artikel über den Hirsch als Wappentier ansieht. Der Artikel beginnt mit dem Satz:

Der Hirsch ist in der Heraldik als eine gemeine Figur beliebt.
Das ist so weit korrekt und im Artikel dann ja auch durch zahlreiche Beispiele belegt.
Und dennoch entblödet sich irgendein Beiträger nicht, das Wappen des Landkreises Alfeld mit dem Text zu versehen

steigend (Landkreis Alfeld/Leine, Siedlungsgebiet der Cherusker, ihr Stammesname wird von „cherut“ = Hirsch abgeleitet)
Das ist in etwa so, also würde man einen Hutträger in North Dakota zum Sioux erklären, nur weil er sich eine Feder an den Hut gesteckt hat.
 
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